Hans Ehrenberg, Die satanische Dreifaltigkeit. Eine Auslegung der Offenbarung 13 (The Satanic Trinity, 1941): „Die Kirche sollte weder zurückhaltend noch unvorsichtig sein, wenn sie Worte wie ’satanisch‘ verwendet, und sie sollte niemals die unverzichtbare eschatologische Perspektive des Evangeliums vernachlässigen, insbesondere in Zeiten historischer Katastrophen.“

Nachdem der Bochumer Pfarrer Hans Ehrenberg dank der Unterstützung des englischen Bischofs George Bell 1939 aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen entlassen … Mehr

Johannes Brenz, Das Fundament der Kirche und die Pflichten ihres Amtes (1548): „Wir haben deshalb deutlich gemacht, dass die Kir­che Christi nicht auf weltliche Gewalt, sondern auf die Lehre des Evangeli­ums, d.h. unser Amt, gegründet ist. Wir wollten aber dies ein wenig reichli­cher ausführen, dass wir erkennen, dass, auch wenn die gottlose Welt die Kirche stürzt oder verfolgt, diese trotzdem nicht stürzt oder unterdrückt oder zerstört wird, wenn wir es an unserem Amt nicht fehlen lassen, das das Fundament der Kirche und durch göttliche Macht übertragen und aufs stärkste begründet.“

Das Fundament der Kirche und die Pflichten ihres Amtes (1548) Von Johannes Brenz Eingeleitet und übersetzt von Martin Brecht Im … Mehr

Katharina Staritz, Rundschreiben an die Breslauer Pfarrer zum Judenstern im Gottesdienst (1941): „Es ist Christenpflicht der Ge­meinden, sie nicht etwa wegen der Kennzeichnung vom Gottesdienst auszuschliessen. Sie haben das gleiche Heimatrecht in der Kirche wie die an­deren Gemeindeglieder und bedürfen des Trostes aus Gottes Wort besonders.“

Nachdem im September 1941 alle Juden in Deutschland den „Judenstern“ tragen mussten, verfasste die Breslauer Stadtvikarin Katharina Staritz ein Rundschreiben … Mehr

Dekan Reinhold Hopf über Hans Jakob Wehe († 5. April 1525), erster [lutherischer?] Pfarrer in Leipheim (1896): „Das Pförtlein in der Stadtmauer am Pfarrhause, durch das Wehe entfloh, ist heute noch vorhanden. Es führt hinaus an die Bergabhänge, welche am südlichen Donauufer sich hinziehen. In ihnen finden sich schluchtenartige Einschnitte und, wenn sie damals so reich mit Niederholz bewachsen waren wie noch vor einigen Jahren, hatte Wehe gar nicht nötig, sich eine Höhle zu graben. Das Terrain bot wenigstens für kurze Zeit von Natur schon Schlupfwinkel genug.“

Hans Jakob Wehe, erster lutherischer Pfarrer in Leipheim. Von Dekan Reinhold Hopf in Leipheim. Was uns von Hans Jakob Wehe … Mehr

Kanzelwort des bayerischen Landesbischofs Hans Meiser vom Mai 1945: „Soll es je wieder besser werden mit unserem Volk, dann nur, wenn es aller Selbstüberhebung und allem Lügenstolz, allen Ungeistern und Abgöttern den Abschied gibt und sich zu dem Herrn, seinem Gott zurückfindet. Darum rufen wir unserem Volk und unseren Gemeinden zu: kehret heim zu Gott! Lernt wieder nach seinem Willen fragen und euch seinen Ordnun­gen beugen! Hört nicht länger auf die Sirenenstimmen falscher Propheten, holt euch Rat und Weisung allein bei dem Herrn!“

Nur 15 Tage nach der bedingungslosen Kapitulation und dem damit verbundenen Ende der NS-Herrschaft in Deutschland hatte der damalige bayerische … Mehr

Primo Levi über die Bedeutung der Häftlingsnummern in Auschwitz (Se questo è un uomo/Ist das ein Mensch, 1947): „Es dauerte Wochen und Monate, bis wir den Klang der Nummer auf Deutsch gelernt hatten. Und viele Tage lang, wenn die Gewohnheit der freien Tage mich veranlasst, nach der Uhrzeit auf meiner Armbanduhr zu schauen, erscheint mir mein neuer Name ironisch, die Nummer in bläulichen Flecken unter meiner Epidermis versteppt.“

Über die Bedeutung der Häftlingsnummern in Auschwitz Von Primo Levi Häftling: Ich habe gelernt, dass ich ein Häftling bin. Mein … Mehr

Hans Asmussens Vortrag zur Barmer Theologischen Erklärung auf der Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934: „Wenn wir im Laufe des letzten Jahres und jetzt erneut immer wieder zum Ausdruck gebracht haben, dass die Verkündigung der Kirche nicht der menschlichen Selbstherrlichkeit zum Dienst bereitgestellt werden dürfte und nicht menschlich gewählten Wünschen, Zwecken und Plänen unterstellt werden kann, so sagen wir nicht, dass die­se Wünsche, Zwecke und Pläne nicht innerhalb der menschlichen Einsicht und des menschlichen Vermögens gut und wünschenswert seien; aber wir sind dessen eingedenk, dass dieses Urteil, sie seien gut und wünschenswert, menschliches Urteil ist.“

Für die Bedeutung der Barmer Theologische Erklärung für die Gegenwart ist zu beachten, dass auf der Barmer Bekenntnissynode vom 29.-31. … Mehr

Was ist Kirchengeschichte? „Ich plädiere dafür, auf eine Gegenstandsbestimmung der ‚Kirchengeschichte‘ zu verzichten und stattdessen von Kirchengeschichten zu sprechen. Diese Kirchengeschichten werden für das Leben der Kirche, für die kirchliche Praxis der Gegenwart geschrieben. Eine Kirchengeschichte wird als (pragmatische) Humangeschichte (historia humana) und nicht als göttliche Geschichte (historia divina) bzw. heilige Geschichte (historia sacra) erzählt. Göttliche Handlungen werden also nicht aufgenommen, eine Kirchengeschichte ist keine profetisch-anamnetische Gottesrede/Gottesgeschichte.“

Was ist Kirchengeschichte? Von Jochen Teuffel 1. Definitionsversuche Was ist Kirchengeschichte? Diese Frage lässt sich stellen. Ich möchte jedoch keine … Mehr

Ulmer Erklärung vom 22. April 1934: „Das Bekenntnis ist in der Deutschen Evange­lischen Kirche in Gefahr! Das geistliche Amt wird seines Ansehens durch die Deutschen Christen und ihre Duldung durch die oberste Kirchenbehörde beraubt. Das Handeln der Reichskirchenregierung hat seit langer Zeit keine Rechtsgrundlage mehr. Es geschieht Gewalt und Unrecht, gegen welche alle wahren Christen beten und das Wort bezeugen müssen. Als eine Gemeinschaft entschlossener, dem Herrn Christus gehorsamer Kämpfer bitten wir Gott, den Allmächtigen, er möge allen Christen die Augen auftun, dass sie die Gefahr sehen, welche unserer teuren Kirche droht.“

Vor 90 Jahren fand am 22. April 1934 in Ulm ein evangelischer Bekenntnistag im Ulmer Münster statt, der als die … Mehr