Helmuth James Graf von Moltke, Entwurf politischer Leitaussagen des Kreisauer Kreises (1943): „Im Zusammenbruch bindungslos gewordener, ausschließlich auf die Herrschaft der Technik gegründeter Machtgestaltung steht vor allem die europäische Menschheit vor dieser Aufgabe. Der Weg zu ihrer Lösung liegt offen in der entschlossenen und tatkräftigen Verwirklichung christlichen Lebensgutes.“

Entwurf politischer Leitaussagen des Kreisauer Kreises Von Helmuth James Graf von Moltke Kreisau, 9. August 1943 Die Regierung des Deutschen Reiches sieht … Mehr

C. S. Lewis, Lernen in Kriegszeiten (Learning in War-Time, Herbst 1939): „Wir sehen unmissverständlich, in welcher Art von Universum wir die ganze Zeit gelebt haben, und müssen uns damit abfinden. Wenn wir törichte, unchristliche Hoffnungen in Bezug auf die menschliche Kultur hatten, so sind sie jetzt zerschlagen. Wenn wir geglaubt haben, wir würden einen Himmel auf Erden errichten, wenn wir nach etwas gesucht haben, das die gegenwärtige Welt von einem Pilgerort in eine dauerhafte Stadt verwandeln würde, die die Seele des Menschen befriedigt, dann sind wir enttäuscht, und das keinen Augenblick zu früh.“

Lernen in Kriegszeiten (Learning in War-Time, Herbst 1939) Von C. S. Lewis Eine Universität ist eine Gesellschaft für das Streben … Mehr

Nikolaus Groß‘ Abschiedsbrief an seine Familie vor seiner Hinrichtung 1945 in Plötzensee: „Habt keine Trauer um mich – ich hoffe, daß mich der Herr annimmt. Hat Er nicht alles wunderbar gefügt. Er ließ mich in einem Hause, in dem ich auch in der Gefangenschaft manche Liebe und menschliches Mitgefühl empfing. Er gab mir über fünf Monate Zeit – wahrlich eine Gnadenzeit -, mich auf die Heimholung vorzubereiten.“

Abschiedsbrief vom 21.1.1945 Zwei Tage vor seiner Hinrichtung in Berlin-Plötzensee schrieb Nikolaus Groß (1898-1945), katholischer Arbeiterführer im Widerstand gegen das … Mehr

Milan Kundera, Der entführte Westen oder die Tragödie Mitteleuropas (1983): „Und, um die Wahrheit zu sagen, sehe ich die Schuld Mitteleuropas schließlich in dem, was ich die ‚Ideologie der slawischen Welt‘ nennen möchte. Die Tschechen (trotz der ernsten Warnung ihrer repräsentativsten Persönlichkeiten) trugen sie ger­ne vor sich her, als sie sich naiv gegen die deutsche Aggressivität verteidigten; die Russen hingegen benutzten sie gerne, um ihre imperialen Ziele zu rechtfertigen.“

Der entführte Westen oder die Tragödie Mitteleuropas Von Milan Kundera 1. 1956, im September, schickte der Direktor der ungarischen Nachrichtenagentur, … Mehr

Karl Barths offener Brief in Sachen kirchlicher Treueeid auf Adolf Hitler vom August 1938: „Die Sache des Bekenntnisses, zu dem wir uns 1934 gemeinsam berufen wußten, wird jetzt nur von denen vertreten wer­den, die sich Ihrer Anweisung nicht fügen werden. Sei es darum, weil sie ihre eigenen vier Forderun­gen ernster genommen hatten als Sie selbst, sei es, weil sie darüber hinaus der Mei­nung sind, daß dieser Eid allerdings nicht geschworen werden dürfte, weil er unter allen Um­ständen gegen das erste Gebot verstößt.“

Offener Brief zur Ableistung des Treueides auf Adolf Hitler durch Pfarrer Von Karl Barth An die 6. Bekenntnissynode der Evangelischen … Mehr

Jochen Kleppers Tagebucheintrag zum gelben Judenstern vom September 1941: „Als Gott in Christus Mensch wurde, wollte er den Juden gleich sein. Wer unschuldig leidet in dem ‚Gleichwerden‘ seines Schicksals mit dem Christi unter dem Judentum, erlebt ein in die letzten Tiefen reichendes Ähnlichwerden mit Christus, in dem allein der Sinn unseres Daseins liegt -. Das stellt alles in den Schatten und hebt unser Los ins unvergängliche Licht.“

Tagebucheintrag zur Einführung der Kennzeichnungspflicht für Juden im Deutschen Reich mit „Judensternen“ Von Jochen Klepper 15. September [1941] / Montag                                       … Mehr

Hans Joachim Iwands Weihnachtspostkarte an Ernst Burdach aus dem Gestapo-Gefängnis „Steinwache“ in Dortmund (1938): „Heute habe ich den letzten Satz zu der Neuherausgabe von Luthers Schrift de servo geschrieben, die nun bald – und endlich – erscheinen kann. Seit 2 Wochen sitze ich an dieser Arbeit. Sie hat mich getragen und belebt. Der Tenor der großen Schrift Luthers heißt: Linie halten. Hoffentlich begreifen wir allmäh­lich das große Glück, was es heißt, Weihnachten auf einer Kanzel zu stehen und die froheste aller frohen Botschaften verkünden zu dürfen, dass Gott Mensch wurde und damit die Menschheit – trotz allem und in allem – die große Verhei­ßung wiedergewann von der Gotteskindschaft.“

Brief aus dem Gefängnis an Ernst Burdach (1938) Von Hans Joachim Iwand Als nach den Novemberpogromen Hans Joachim Iwand Ende … Mehr

Martin Luther, An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen: „Lasst uns das gesagt sein, dass wir das Evangelium nicht recht erhalten werden ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheiden, worin dieses Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dieses Kleinod trägt. Sie sind das Gefäß, worin man diesen Trank fasst. Sie sind die Kammer, worin diese Speise liegt. Und wie das Evangelium es zeigt, sie sind die Körbe, in denen man diese Brote und Fische und Brocken aufbewahrt.“

An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen (1524) Von Martin Luther Gnade … Mehr

Heinrich Fries über John Henry Newman (1801-1890): „Wenn wir, so meint Newman, warten wollten, bis wir für unser Handeln und unsere Entscheidungen einen logisch evidenten Beweis haben, so würden wir nie zum Handeln kommen: ‚Life is for action.‘ Diese Grunderfahrung wendet Newman auch für den Bereich des Glaubens an Gott und seine Selbsterschließung in der Offenbarung an. Der Glaube ist kein Schluß aus evidenten Prämissen, keine Folgerung auf Grund strikter Beweise, sondern ein spezifischer Akt, der sich auf Realität bezieht, er ist reale Zustimmung.“

John Henry Newman (1801-1890) Von Heinrich Fries „John Henry Newman war Ungezählten ein Bringer des geistigen Lebens, ein geistlicher Führer, … Mehr