Martin Luthers Bekenntnis zur Unfreiheit des Willens (De servo arbitrio, 1525): „Wenn es irgendwie geschehen könnte, wollte ich doch nicht, dass mir der freie Wille gegeben wird, weil ich, auch wenn keine Gefahren, keine Anfechtungen, keine Dämonen da wären, dennoch gezwungen sein würde, fortwährend aufs Ungewisse hin mich abzumühen und Lufthiebe zu machen; denn mein Gewissen würde, wenn ich auch ewig lebte und wirkte, niemals gewiss und sicher sein, wieviel es tun müsste, um Gott genug zu tun.“

Bekenntnis zur Unfreiheit des Willens (De servo arbitrio, 1525) Von Martin Luther Ich bekenne gewiß von mir: Wenn es irgendwie … Mehr

Warum die Rede von ‚Mächten und Gewalten‘ problematisch werden kann: „In der Gegenwart haben selbstwirksame Mächte und Gewalten eine Suggestionskraft im Hinblick auf Verschwörungsgerede. Hat man sich diese Figuren imaginativ aneignet, lassen sich damit Dramaturgien apokalyptischen Ausmaßes narrativ entfalten. Diese können dann wiederum zur Selbstermächtigung von gewaltsamen Handlungen dienen, so wie der Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am 6. Januar 2021.“

Warum die Rede von ‚Mächten und Gewalten‘ problematisch werden kann Darauf hat mich Hans G. Ulrich im Gespräch gebracht: Die … Mehr

Søren Kierkegaard, Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen?: „Im Verhältnis zu anderen Menschen, oder als Christ zu anderen Christen, darf kein einzelner Mensch, oder kein einzelner Christ meinen, absolut im Besitz der Wahrheit zu sein: Ergo darf er nicht einzelne Andere daran schuld werden lassen, ihn für die Wahrheit zu töten.“

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen? (Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu … Mehr

Klaus Koch und Jürgen Roloff, Sühne in der Bibel: „Es kommt ihnen nicht darauf an, dass Gott ein »Opfer« dargebracht wird, sondern darauf, dass den Menschen durch ein von Gott ausgehendes Geschehen Sühne und damit Lebensmöglichkeit zuteil wird. Gott gibt seinen Sohn, den einzigen Gerechten und Sündlosen, für die Sünder dahin; er wirkt damit für sie für alle Zeit Befreiung von Schuld und gibt ihnen einen untrüglichen Erweis seiner Liebe.“

Sühne in der Bibel Von Klaus Koch und Jürgen Roloff »Sühne« wird in der Bibel nicht im juristischen Sinn als … Mehr

Arnold Angenendt, Reine Hände und Zölibat im Mittelalter: „Das mittelalterliche Motiv für den Zölibat, für das enthalt­same Leben bei allen direkt an der Bereitung der Eucharistie Beteiligten, kann, weil nicht neutestamentlich, nur religionsgeschichtlich sein: Es war das Prinzip der rituellen Reinheit. Für das mittelalter­liche Ringen des Christentums mit allgemein-religiösen Vorstellungen weist dieses Kapitel eindeutig den Sieg der letzteren aus.“

Reine Hände und Zölibat im Mittelalter Von Arnold Angenendt In einem speziellen Punkt ist das Konzept der reinen Werkzeuglichkeit wenig­stens … Mehr

Wilfried Joest über die Prädestination (The Encyclopedia of the Lutheran Church, 1965): „Wir be­finden uns in einer jener logischen Sackgassen, in denen die Theologie nicht versuchen darf, Schlussfolgerungen zu ziehen, auch wenn sie scheinbar unausweichlich sind. So wie wir aus der Schuldlosigkeit des Unglaubens nicht ableiten dürfen, dass sowohl der Glaube als auch der Unglaube eigene Entscheidungen und Werke des Menschen sind, so dürfen wir aus der ausschließlichen Urheberschaft Gottes am Glauben und am Heil nicht ableiten, dass Gott die Verdammnis derer, die nicht zum Glauben gelangen, will und wirkt.“

Prädestination Von Wilfried Joest I. Biblische Grundlage: Göttliche Erwählung Der dogmatische Begriff der Prädestination entspricht im Wesentlichen dem biblischen Be­griff … Mehr

Karl Barths Vortrag über christliche Ethik (1946): „Christliche Ethik beginnt nicht mit dem, was man Besinnung nennen könnte, sondern christliche Ethik beginnt mit einem Hören. Christliche Ethik denkt nach, was Gott dem Menschen hinsichtlich des menschlichen Handelns vorgedacht hat und christliche Ethik sagt nach, was dem Menschen hinsichtlich seines Handelns vorgesagt ist.“

Christliche Ethik. Ein Vortrag Von Karl Barth Das Thema, über das ich heute zu Ihnen reden soll, ist mir von … Mehr

Karl Barth über Jesu Versuchung in der Wüste (KD IV/1): „Man bemerke: ein Abschwören Gottes, ein Übertritt zum Atheismus war ja als Preis für das Alles nicht gefordert, nur eben ein Hutlüften vor dem Geßlerhut, nur eben ein diskreter, unter vier Augen zu vollziehender Kniefall vor dem Teufel, nur eben die stille, aber solide und nicht wieder rückgängig zu machende Anerkennung, dass er in jenem prachtvollen Reich das erste Wort sprechen und das letzte behalten, dass im Grunde Alles beim Alten bleiben solle.“

Über Jesu Versuchung in der Wüste (KD IV/1) Von Karl Barth Man wird aber, um diese zu verstehen, auf die … Mehr