Hermann Diem, Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche? (1946): „Nur in der Einzelgemeinde kann der Anspruch des Evangeliums an alle Welt verantwortlich geltend gemacht werden, nur hier kann dem einzelnen Sünder konkret und persönlich die Vergebung seiner Sünden verkündigt und nur hier kann er für die Missachtung des Evangeliums verantwortlich gemacht werden. Nur hier kann sich das Geschehen der Verkündigung konkret ereig­nen und die Wahrheit und Kraft des Evangeliums sich bewähren.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte Hermann Diem, Pfarrer in Ebersbach/Fils, 1946 die Schrift „Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche?“, … Mehr

Gerhard von Rads, Die große Versuchung 1. Mose 22,1-19 (ATD): „Dass der Gott, der sich Israel geoffenbart hat, ganz frei ist in seinem Geben wie in seinem Nehmen, und daß ihn niemand fragen darf „was tust du“, — das liegt zweifellos auch unserer Erzählung zugrunde. Aber man muss sich hüten, ihren Gehalt in einem allgemeinen Sinne als eine Frage nach der Bereitschaft zum Gehorsam zu verstehen und demgemäß alles Interesse auf die Bewährung Abrahams zu lenken. Isaak ist das Kind der Verheißung; in ihm ist all das umschlossen und verbürgt, was Gott an Heil zu wirken versprochen hatte. Es geht hier nicht um eine natürliche Gabe und sei es die höchste, sondern um das Entschwinden der ganzen Verheißung aus dem Leben Abrahams.“

Die große Versuchung 1. Mose 22,1-19 Von Gerhard von Rad 22,1 Nach diesen Ereignissen versuchte Gott den Abraham und sprach … Mehr

Martin Luthers Bekenntnis zur Unfreiheit des Willens (De servo arbitrio, 1525): „Wenn es irgendwie geschehen könnte, wollte ich doch nicht, dass mir der freie Wille gegeben wird, weil ich, auch wenn keine Gefahren, keine Anfechtungen, keine Dämonen da wären, dennoch gezwungen sein würde, fortwährend aufs Ungewisse hin mich abzumühen und Lufthiebe zu machen; denn mein Gewissen würde, wenn ich auch ewig lebte und wirkte, niemals gewiss und sicher sein, wieviel es tun müsste, um Gott genug zu tun.“

Bekenntnis zur Unfreiheit des Willens (De servo arbitrio, 1525) Von Martin Luther Ich bekenne gewiß von mir: Wenn es irgendwie … Mehr

Warum die Rede von ‚Mächten und Gewalten‘ problematisch werden kann: „In der Gegenwart haben selbstwirksame Mächte und Gewalten eine Suggestionskraft im Hinblick auf Verschwörungsgerede. Hat man sich diese Figuren imaginativ aneignet, lassen sich damit Dramaturgien apokalyptischen Ausmaßes narrativ entfalten. Diese können dann wiederum zur Selbstermächtigung von gewaltsamen Handlungen dienen, so wie der Sturm auf das Kapitol in Washington, D.C. am 6. Januar 2021.“

Warum die Rede von ‚Mächten und Gewalten‘ problematisch werden kann Darauf hat mich Hans G. Ulrich im Gespräch gebracht: Die … Mehr

Søren Kierkegaard, Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen?: „Im Verhältnis zu anderen Menschen, oder als Christ zu anderen Christen, darf kein einzelner Mensch, oder kein einzelner Christ meinen, absolut im Besitz der Wahrheit zu sein: Ergo darf er nicht einzelne Andere daran schuld werden lassen, ihn für die Wahrheit zu töten.“

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit töten lassen? (Hat ein Mensch das Recht, sich für die Wahrheit totschlagen zu … Mehr

Klaus Koch und Jürgen Roloff, Sühne in der Bibel: „Es kommt ihnen nicht darauf an, dass Gott ein »Opfer« dargebracht wird, sondern darauf, dass den Menschen durch ein von Gott ausgehendes Geschehen Sühne und damit Lebensmöglichkeit zuteil wird. Gott gibt seinen Sohn, den einzigen Gerechten und Sündlosen, für die Sünder dahin; er wirkt damit für sie für alle Zeit Befreiung von Schuld und gibt ihnen einen untrüglichen Erweis seiner Liebe.“

Sühne in der Bibel Von Klaus Koch und Jürgen Roloff »Sühne« wird in der Bibel nicht im juristischen Sinn als … Mehr

Arnold Angenendt, Reine Hände und Zölibat im Mittelalter: „Das mittelalterliche Motiv für den Zölibat, für das enthalt­same Leben bei allen direkt an der Bereitung der Eucharistie Beteiligten, kann, weil nicht neutestamentlich, nur religionsgeschichtlich sein: Es war das Prinzip der rituellen Reinheit. Für das mittelalter­liche Ringen des Christentums mit allgemein-religiösen Vorstellungen weist dieses Kapitel eindeutig den Sieg der letzteren aus.“

Reine Hände und Zölibat im Mittelalter Von Arnold Angenendt In einem speziellen Punkt ist das Konzept der reinen Werkzeuglichkeit wenig­stens … Mehr

Wilfried Joest über die Prädestination (The Encyclopedia of the Lutheran Church, 1965): „Wir be­finden uns in einer jener logischen Sackgassen, in denen die Theologie nicht versuchen darf, Schlussfolgerungen zu ziehen, auch wenn sie scheinbar unausweichlich sind. So wie wir aus der Schuldlosigkeit des Unglaubens nicht ableiten dürfen, dass sowohl der Glaube als auch der Unglaube eigene Entscheidungen und Werke des Menschen sind, so dürfen wir aus der ausschließlichen Urheberschaft Gottes am Glauben und am Heil nicht ableiten, dass Gott die Verdammnis derer, die nicht zum Glauben gelangen, will und wirkt.“

Prädestination Von Wilfried Joest I. Biblische Grundlage: Göttliche Erwählung Der dogmatische Begriff der Prädestination entspricht im Wesentlichen dem biblischen Be­griff … Mehr