Paul Gerhard Schoenborn, Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk: „Nur eins will ich sagen: Wenn man hier im Lande mit der Verfolgung einer gewissen Gruppe unserer Landsleute anfängt, nur um ihrer Abstammung willen, dann ist es christliche Pflicht der Kirche zu rufen: ‚Das ist gegen das Grundgesetz im Reiche Christi, die Barmherzigkeit, und das ist verabscheuungswürdig für jedes freie nordische Denken.'“

Die Rettung der dänischen Juden 1943 und das prophetische Zeugnis des Dichterpfarrers Kaj Munk Von Paul Gerhard Schoenborn Zweierlei möchte … Mehr

Karl Barth, Der christliche Standpunkt (1948): „Gerade gläubiger, todernster Vertreter eines Standpunktes kann der Christ nicht gut werden. Man ist ja auch nie ein Christ, man kann es nur immer wieder werden: am Abend jedes Tages ziemlich beschämt über sein Christentum von heute und am Morgen jedes neuen Tages zufrieden, dass man es nun eben noch einmal wagen darf: mit dem Trost, mit dem Nächsten, mit der Hoffnung, mit dem Ganzen. Die christliche Gemeinde ist sich einig darin, dass sie aus lauter Anfängern besteht. Es wäre schrecklich, wenn es nur standpunktgläubige Menschen gäbe. Die wenigen Christen haben die schöne Aufgabe, den anderen zu zeigen, dass es auch noch einen anderen Glauben gibt als den Standpunkt-Glauben.“

Der christliche Standpunkt Von Karl Barth Der christliche Standpunkt müßte — wenn es das gäbe — zum Ersten darin bestehen, … Mehr

Ernst Bloch, Was im Alter zu wünschen übrigbleibt (Prinzip Hoffnung): „Der Altgewordene, der, in abendlicher Kühle auf der Bank vor seiner Haustür sitzend, das verbrachte Leben überschlägt und sonst nichts, dieser Zug des Grimmschen Wunschbildes ist wirtschaftlich wie inhaltlich außer Kurs gekommen. Nicht aber außer Kurs ist der tüchtige Wunsch, der dem nach Stille so angemessene, dass der Leerlauf des Lebens ringsum aufhöre. Hier hat das Alter (mit dem die bürgerliche Welt nichts mehr anfangen kann) das Recht, altertümlich zu sein.“

Was im Alter zu wünschen übrigbleibt Vor Ernst Bloch Wir lernen im Alter vergessen. Aufreizende Wünsche treten zurück, obzwar ihre … Mehr

Søren Kierkegaard, Schaffe Schweigen: „O, alles macht Lärm. In unserer Zeit ist jegliches Unternehmen, selbst das unbedeutendste, jegliche Mitteilung, selbst die völlig nichtssagendste, lediglich darauf berechnet, die Sinne erbeben zu lassen oder die Masse, die Menge, das Publikum und den Lärm zu erregen. Und der Mensch, dieser erfindungsreiche Kopf, er ist gleichsam schlaflos geworden, um immer neue Mittel zu entdecken zur Mehrung des Lärms, zur Ausbreitung des Geräuschs und des Nichtssagenden mit größtmöglicher Hast und im größtmöglichen Maßstabe. … Man wird wohl bald den Gipfel erreicht haben hinsichtlich einer hastigen, alles überflutenden Ausbreitung. Was hat heute so große Verbreitung wie das Getratsch! O, schaffe Schweigen!“

Schaffe Schweigen! Von Søren Kierkegaard O, wofern man (wozu man christlich sicherlich das Recht hat) bei der Betrachtung des gegenwärtigen … Mehr

Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15. März: „Zum Schluss ist unsre endgültige Meinung und Wille: Wenn wir einen oder mehrere Artikel hier aufgestellt hätten, der dem Wort Gottes nicht gemäß ist, dieselben Artikel sollten für uns nicht gelten. Desgleichen, wo uns schon Artikel zugelassen wür­den und sich nachmals aus dem Wort Gottes klar erfände, dass sie unrecht wären, wollen wir das gar nicht haben.“

Die Zehn Memminger Artikel der Bauern vom 28. Februar 1525 mit der Antwort des Rats der Stadt Memmingen vom 15. … Mehr

Zehn (moralinsaure) Gebote zum Unglücklichwerden: „4. Trauere verpassten Gelegenheiten ausgiebig nach, damit sich Dir keine neue Handlungsmöglichkeiten auftun. 5. Konsumiere paradiesisch, denn Überfluss zeugt Überdruss. 6. Lass Dich vom Internet und insbesondere von den Sozialen Medien wählerisch gefangen nehmen, dann wirst Du selbst nichts Befriedigendes bewerkstelligen.“

Wenn im gymnasialen Lehrplan der 10. Klasse das Glück ein Thema ist, darf man sich als Lehrender selbst Gedanken machen: … Mehr

Peter Blickle, Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom 28. Februar 1525: „Die »Memminger Artikel« verdienen über ihre regionale Bedeutung hinaus Beachtung. Das ›göttliche Wort‹ hatte bislang eine solche Last, wie die Memminger Bauern sie ihm zumuteten, nicht tragen müssen. Erst jetzt wurden weitgehende wirtschaftliche, so­ziale und politische Forderungen – weltliche Angelegenheiten durch und durch – von der Überzeugung getragen, sie seien durch das Evangelium gerechtfertigt.“

Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom Februar 1525 Von … Mehr

Martin Luther, Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 (1530): „Es heißt: ‚Ich rief den Herrn an‘. Rufen mußt du lernen – das hörst du wohl! – und nicht selbstversunken dasitzen oder auf der Bank liegen, den Kopf hängen lassen und ihn schütteln und in deinen Gedanken dich martern und verzehren, dich sorgen und suchen, wie du es loswirst, und nichts anderes vor Augen haben, als wie übel es dir geht, wie weh dir ist, ein wie unglücklicher Mensch du bist.“

Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 Von Martin Luther Widmungsschreiben An den ehrwürdigen Herrn Friedrich,Abt zu St. Ilgen in … Mehr