Joseph Wittig, Fußspuren Gottes: „Euch, ihr jungen Freunde, sage ich auch: ‚Es war alles natür­lich in meinem Leben, alles einfach, alles selbstverständlich und alltäglich. Aber eben das Natürliche und das Selbstverständliche und das Einfache und das Alltägliche, das sind die Fußspuren des lebendigen Gottes in meinem Leben und in jeglichem Men­schenleben.’“

Fußspuren Gottes Von Joseph Wittig Junge Freunde begehrten von mir, daß ich ihnen von den Fußspuren Gottes in meinem Leben … Mehr

Trutz Rendtorff, Zehn Thesen zur theologischen Auseinandersetzung mit dem Terrorismus vom Juni 1977: „4. Das theologische Problem, das uns im Terrorismus begegnet, ist das Problem der Freiheit, ihrer Wirklichkeit, Begründung und Gestalt. Die theologische Begründung der Freiheit hat die Überwindung der unmittelbaren Selbstdurchsetzung des Menschen zum Inhalt. 5. Gewaltanwendung und Kampf um Selbstbestimmung treten heute oft zusammen auf. Aber zwischen ihnen muß ein definitiver Unterschied gemacht werden. Ein Freiheitsbewußtsein, das mit der Möglichkeit seiner gewaltsamen Realisierung liebäugelt – aus was für moralischen oder sozialen Gründen immer –, ist noch nicht zu seiner eigenen Wirk­lichkeit gekommen.“

Zehn Thesen zur theologischen Auseinandersetzung mit dem Terrorismus vom Juni 1977 Von Prof. Trutz Rendtorff 1. Terrorismus als planmäßige Anwendung … Mehr

Eduard Thurneysen, Gnade genügt. Predigt zu 2.Korinther 12,1-10: „Lass es dir sagen: Wenn du schwach bist, dann bist du stark, denn in der Schwachheit geht dir das Geheimnis Christi auf. Dann lernst du verstehen, was es ist um die Kraft seines Kreuzes, seines Blutes, seiner Auferstehung. Darum bleibe auch du dabei: Seine Gnade ge­nügt mir! Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. Denn Gott selber neigt sich herunter zu den Schwachen. Wo die Schwachheit ist in unserm Leben, da ist die Einfallspforte für die Gnade. In den Schwachen vollendet sich die Kraft des Heilandes. Darum sei getrost, ja sei fröhlich, du Schwacher, du an deinen Pfahl Gebundener.“

Gnade genügt. Predigt zu 2.Korinther 12,1-10 Von Eduard Thurneysen Wenn denn gerühmt sein soll, so sei es! Nützlich ist es … Mehr

Eberhard Jüngel, Der alte Mensch – als Kriterium der Lebensqualität (1976): „Der christliche Glaube hat von Gott so zu reden, dass seine Mensch­werdung – bis hin zum Tode am Kreuz – als Rechtfertigung des sein Menschsein verfehlenden Menschen zur Geltung gebracht wird. Das be­sagt, dass der Mensch in seinem Menschsein vor Gott anerkannt ist, ohne dafür etwas tun zu müssen oder auch nur tun zu können. Gott gegenüber ist der Mensch ein Nehmender, insofern er sich selbst von seinem Gott entgegennimmt. Sich selber empfangen zu können, die eigene Person von Gott entgegennehmen zu können – das ist Glaube.“

Der alte Mensch – als Kriterium der Lebensqualität. Bemerkungen zur Menschenwürde der leistungsunfähigen Person Von Eberhard Jüngel Das menschliche Leben … Mehr

Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933): „Nach dem Neuen Testament ist die christliche Kirche eine Kirche aus ‚Juden und Heiden‘, die sich sichtbar in einer Gemeinde zusammen finden. Nach dem Neuen Testament sind für die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde allein der Glaube und die Taufe maßgebend; es können aber Juden und Heiden in gleicher Weise zum Glauben kommen und getauft werden. Nach dem Neuen Testament sind zu kirchlichen Amtsträgern Juden und Heiden in grundsätzlich gleicher Weise geeignet. Sie werden zu einem kirchlichen Amt allein nach dem Maßstab ihres Glaubens, ihres Wandels und ihrer persönlichen Eignung von der Kirche und nur von ihr berufen.“

Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen (September 1933) Neues Testament und Rassenfrage. Stellungnahme von Professoren wider einen kirchlichen Arierparagraphen … Mehr

Friedrich Mildenberger, Das Recht des Predigtamtes nach der Confessio Augustana (1980): „Der Auftrag zum Predigtamt ist mit der Sendung der Apostel durch Christus gegeben. Im Namen Christi, nicht im Namen der Gemeinde, wird das Amt geführt. Aber die Gemeinde hat das Recht darauf, dass bei ihr dieses Predigtamt auch wirklich im Namen Christi und in seinem Sinn geführt wird.“

Das Recht des Predigtamtes nach der Confessio Augustana Von Friedrich Mildenberger Wir haben als lutherische Kirche im Jahr 1980 keinen … Mehr

Karl Barth über Humor und Lachen in seiner Ethik-Vorlesung 1928/29: „Ein befreites Lachen ist ein solches Lachen, das aus dem Wissen kommt, wie wir trotz des gegenteiligen Aspektes der gegenwärtigen Wirklichkeit letztlich dran sind. Auch vom Humor gilt, dass er echt nur ist, wenn er aus dem Leid geboren ist. Hinter ihm steht ja wahrhaftig gerade, wenn er stark ist, die ganze Not des Seufzens unter den Leiden, unter der ganzen grausigen Unerlöstheit unserer Gegenwart, die ganze Fragwürdigkeit unserer geschöpflichen Existenz und die ganze Aufgehobenheit unserer Existenz als Sünder, die von Barmherzigkeit leben. Wer darum nicht weiß, wer nicht weiß, dass wir nichts zu lachen haben, wie sollte der lachen können, wie man es als Kind Gottes allerdings können muss?“

Dialektisches über Humor und das Lachen der Kinder Gottes Von Karl Barth Humor bedeutet also fraglos ebenso wie Kunst ein … Mehr

Karl Löwiths Rundfunkvortrag über die Freiheit zum Tode (1969): „Der Mensch hat die spezifische Möglichkeit, sich zu seinem Leben und Ableben als dem seinen verhalten zu können. Er hat die Freiheit, das Faktum seines leibhaftigen Daseins nicht bloß hinzunehmen, sondern es eigens anzu­nehmen oder abzulehnen und das Nichtmehrdasein in Gedanken, oder auch in der Tat, vorwegzunehmen. Für gewöhnlich bedeutet jedoch eine solche Vorwegnahme des Todes keine Freiheit zu ihm, sondern Angst vor ihm.“

Die Freiheit zum Tode (1969) Von Karl Löwith Der Tod ist nicht nur der Widerspruch zum Leben, sondern konstitu­tiv für … Mehr

Albrecht Grözinger über Eduard Thurneysen als Seelsorger (1996): „Noch auf dem Sterbebett (Thurneysen stirbt am 21.8.1974 in Basel) gel­ten seine letzten Worte, schon im Halbdunkel des na­henden Todes, der Serviererin im Café der Nachbarschaft, der er in einer schwierigen Situation als Seelsorger beistehen konnte. Auch dies ein Gleichnis von Macht und Ohnmacht unserer Seelsorge.“

Eduard Thurneysen Von Albrecht Grözinger I. Biographie Eduard Thurneysen wurde am 10. Juli 1888 in Walenstadt im Kanton St. Gallen … Mehr