Martin Luther, Sermon über die zweifache Gerechtigkeit : „Du bist deshalb mächtig, damit du die Schwachen nicht durch Unterdrückung noch schwächer, sondern durch Erhöhung und Verteidigung mächtig machst. Und deshalb bist du weise, nicht damit du die Narren verspottest und sie so noch närrischer machst, sondern damit du dich ihrer annimmst, wie du es bei dir selbst willst, und sie unterweist. Dazu bist du gerecht, dass du den Ungerechten rechtfertigst und entschuldigst, nicht dass du ihn nur verdammst, ihm Böses nachredest, ihn richtest und bestrafst.“

Sermon über die zweifache Gerechtigkeit (1518) Von Martin Luther Von Martin Luther Liebe Brüder! »Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus … Mehr

Über das verfehlte Reden von Opfern: „Die Rede von verunfallten Todesopfern außerhalb von Kriegshandlungen stellt in aller Regel keinen Zweck einer Hingabe heraus und zeigt sich als problematischer Euphemismus. Bei soldatischen ‚Opfern‘ wird hingegen ein säkularisiertes ‚Opferevangelium‘ versucht. Der in einer Gefechtshandlung Verstorbene habe sein Leben für sein Volk bzw. für sein Vaterland selbst hingegeben, ohne dass sich dabei ein konkreter, willentlicher Opfergang ausmachen lässt.“

Über das verfehlte Reden von Opfern Wenn gegenwärtig in unserer Gesellschaft von Opfern die Rede ist, wird in aller Regel … Mehr

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben: „Es ist die Pilgerschaft des Glaubens, die in einer Prädestinationslehre nicht vorweggenommen bzw. in den Status ‚gerettet‘ eingedampft werden kann. Keine Theorie mit genereller Begrifflichkeit kommt dem wirklichen Geschehen von Menschen mit ihrem je eigenen Namen gleich. Wir können uns eben nicht von der Bühne stehlen und in einen göttlichen Regieraum gehen, um das Drama von oben zu übersehen.“

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben Die Lehre von der Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis enthält Aussagen, die … Mehr

Hans Steinacker über Joseph Wittig (1879-1949): „Der »Roman mit Gott«, erschienen 1950, ist das radikalste, persönlichste Buch Wittigs, geht es in diesen »Tagebuchblättern der Anfechtung« doch um die »Ge­schichte und den Ausgang meiner unglücklichen Liebe zu dem, was man Gott nennt«. So spricht Joseph Wittig als ein zeitge­nössischer Hiob: Von seiner Kirche verstoßen und der berufli­chen Existenz beraubt – trotz seiner vagen Wiederaufnahme –, hungernd und frierend, an Leib und Seele tödlich bedroht, harr­te er bis zum letzten Augenblick in der geliebten Heimat aus, um dann mit Frau und Kindern hinausgetrieben zu werden.“

Die angefochtene Gottesliebe des ökumenischen Grenzgängers Joseph Wittig (1879-1949) Von Hans Steinacker »Froh wollte ich alle Leser machen in dem … Mehr

Wolfgang Niederstraßer in seiner Predigt zu Psalm 10 im Trauergottesdienst für Gefallene 1942: „Man drängt die Kirche zurück aus dem öffentlichen Leben, zunächst in ihre Mauern, doch auch dort lässt man sie nicht. Anstelle der Taufe tritt die Namensgebung. Anstelle der Konfirmation tritt die Jugendreife, die politische Verpflichtung der Jugend. Anstelle der Trauung die Eheweihe. Anstelle der christlichen Beerdigung die Totenehrung. Es ist die Absicht vorhanden, dass auf christlichen Friedhöfen auch nicht christliche Bestattungen stattfinden müssen, dass selbst die Gotteshäuser zu solchen Feiern geöffnet werden müssen. [. . .] Genug. Warum bist Du so ferne, verbirgst Dich zur Zeil der Not? Warum?! Weil der Gottlose Übermut treibt, muß der Elende leiden!“

Es ist Björn Mensing zu verdanken, dass der Widerstand und die Inhaftierung des Pfarrers Wolfgang Niederstraßer (1907-1981) im KZ Dachau … Mehr

Christian Möller, Joseph Wittig – ein (fast) vergessener Schlesier: „Es ist ein Unglück, das sich vor allem in der protestantischen Theologie ausgeprägt hat, dass das Leben Jesu historisiert und die biblischen Texte in die Abständigkeit abgeschoben werden und die Christologie in dogmatischer Richtigkeit konserviert wird, während darüber das Leben Jesu verloren geht, das durch Wort und Sakrament immer wieder neu gestiftet wird in Schlesien und anderswo. Der Glaube verliert seine Vollmacht, wenn Menschen sich nicht mehr selber als Söhne und Töchter Gottes zu verstehen wissen.“

Joseph Wittig – ein (fast) vergessener Schlesier Von Christian Möller 1. Joseph Wittig – wer war das? Er stammt aus … Mehr

Wolfgang Huber über den Begriff ‚Fortschritt‘ (1980): „Fortschritt wird also vorrangig als Steigerung aus­gelegt. Erst allmählich tritt die Frage auf, ob im Prozess derartiger Steigerung die Bedingungen menschlichen Lebens zugleich erhalten werden können; und ebenfalls allmählich erst verbindet sich damit die Frage, ob nicht durch fortschreitende quantitative Steigerung die Bedin­gungen menschlicher Freiheit aufs Spiel gesetzt werden.“

Fortschritt Von Wolfgang Huber 1. Der Begriff und seine Herkunft Für das „wissenschaftlich-technische Zeitalter“ ist kaum ein Be­griff kennzeichnender als … Mehr

Alfred Delp, Der Stern wird über der Wüste stehen (Epiphanias 1945, Haftanstalt Berlin-Tegel): „Es steht schlimm um ein Leben, wenn es die Wüste nicht besteht oder sie meidet. Die Stunden der Einsamkeit müssen mit denen der Gemeinsamkeiten in einem bestimmten Verhältnis stehen, sonst verkümmern die Horizonte und werden die Gehalte zerredet und vertan. Das ist eine der bewußten Befreiungstaten, die der Mensch an sich selbst tun muss, dass er sich immer wieder in der Einsamkeit dem großen Frager und dem echten Anblick der Dinge stellt.“

Der Stern wird über der Wüste stehen (Epiphanias 1945, Haftanstalt Berlin-Tegel) Von Alfred Delp In diesen Wochen der Gebundenheit habe … Mehr