Bernhard Waldenfels über Andere, Andersheit und Anderssein: „Die Andersheit des Andere durchbricht erst dann den Kreislauf der Vermittlungen und Spiegelungen, wenn sie als Fremdheit, also als Unzugänglichkeit, Ferne, Abwesenheit sowie von einem Geschehen des Aufschubs und der Ungleichzeitigkeit her gedacht wird. Dies geschieht auf anfängliche Weise schon in Husserls Theorie der Fremderfahrung, auf radikalere Weise dann in der französischen Phänomenologie, bei Sartre, der vom uneinholbaren Blick des Anderen ausgeht, bei Merleau-Ponty, der den Anderen in zwischenleiblichen Verflechtungen wiederfindet, und vollends bei Levinas, der in seiner Ethik der »Spur des Andere« nachgeht und darauf beharrt, dass der Andere uns in Anspruch nimmt, bevor wir uns miteinander über etwas verständigen.“

Andere/Andersheit/Anderssein Von Bernhard Waldenfels 1. Sprachliche Varianten Im alltäglichen Sprachgebrauch hat ›ander‹ (ähnlich wie griech. heteros/thateros, lat. alius, franz. autre, … Mehr

Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat: „Ohne Kreuz kommen wir nicht zur Herrlichkeit. Das Evangelium kann nicht ohne Rumor gepredigt werden. Der heilige Geist macht einen Menschen nicht so bald vollkommen, sondern er muss wachsen. Am Evangelium verliert man nichts, darum sollen wir alles daransetzen. Dem Evangelium glauben löst von Sünden. Werke gehören dem Nächsten, der Glaube Gott. Die andere richten, verdammen sich selbst. Ein gutes Werk ist das, was anderen wohltut.“

Kurze Sprüche des Katechismus, wie ihn Doktor Martinus Luther in seinem Hause gelehrt hat Die Zehn Gebote 1. Wie der … Mehr

Bernhard Waldenfels über ‚fremd‘ und ‚Fremdheit‘: „Die neuzeitliche Freisetzung des Ich als eines denkenden Wesens, das sich kritisch prü­fend aus den natürlichen und sozialen Zusammenhängen heraus­hebt, entfacht einen Fremdheitsbrand, der über ethi­sche und religiöse Grenzerfahrungen hinausführt und in den Kern von Ich und Welt vordringt. Eine Seele, die sich gemeinschaftlich im All spiegelt oder in Gott geborgen weiß, mag sich überall daheim füh­len. Ein Ich dagegen, das selbst ins Zentrum rückt, sieht sich mit konkurrierenden ‹Fremd-Ichen› kon­frontiert, von denen es nicht bloß verschieden, son­dern durch eine Kluft geschieden ist.“

Fremd/Fremdheit Von Bernhard Waldenfels 1. Zu den Begriffen Die Tat­sache, dass sich hinter den dt. Ausdrücken ein be­sonders komplexer Bedeutungsgehalt … Mehr

Verena Pfenninger-Stadler, Die Theologin in der Kirche (1940): „Wir sehen auf der anderen Seite die lebendige Gemeinde, in der der Pfarrer nur ein Glied der Gemeinschaft ist, wo die Ältesten mit ihm über der Gemeinde Wachen und jedes Glied nach dem Maße seiner Gaben Zeugendienst tut. Und wir wissen, dass eine solche Kirche auch für die theologische Arbeit der Frau Raum haben wird. So sind wir getrost, denn wir wissen, dass es zuletzt nicht um uns selber geht. Durch den Ruf, den wir empfangen haben, ist auch die Kirche in eine Entscheidung gestellt. Zwar sind wir es, die durch ihre Gleichgültigkeit und Lauheit Not leiden, aber den Fluch ihres Ungehorsams wird doch zuletzt sie selbst zu tragen haben. Denn nicht wir sind es, die der Kirche diese Frage stellen, sie steht und fällt ihrem eigenen Herrn.“

Die Theologin in der Kirche Von Verena Pfenninger-Stadler Vor kurzem haben wir vernommen, daß in einer englischen Gemeinde die Independant … Mehr

Martin Luther über den Reichtum der Heiligen Schrift: „Sie gleiche einem sehr großen, weiten Wald, in dem vielerlei Bäume stünden, von denen man mancherlei Obst und Früchte brechen könne. Denn in der Bibel finde man reichen Trost, Lehre, Unterricht, Ermahnung, Warnung, Verheißung und Drohung usw. Aber es sei kein Baum in diesem Walde, an dem er nicht geklopft und etliche Äpfel oder Birnen davon gebrochen und abgeschüttelt hätte.“

Vom Reichtum der Heiligen Schrift Es sagte einmal der ehrwürdige Herr Doktor Martinus Luther zu Herrn Philippus Melanchthon, ebenso zu … Mehr

Aus der Sitzung des Bayerischen Ministerrats vom 30. Januar 1946: Vorgänge in Erlangen im Zusammenhang mit einer Rede von Pastor Niemöller: „In einer alteingewurzelten Demokratie könne man die Sache auf die leichte Schulter nehmen. Wir könnten uns das aber nicht leisten. Es sei gegen Niemöller das Wort ‚Landesverräter‘ gefallen und der Rektor habe selbst gesagt, das Flugblatt stamme aus nationalsozialistischen und reaktionären Kreisen. Also seien solche Kreise innerhalb der Studentenschaft vorhanden. Diese müssten ausgemerzt werden, sonst gehe die Geschichte auf unseren Universitäten wieder an. Er schlage folgende Maßnahmen vor: I. Die Erlanger Studentenschaft ist auf ihre militaristische oder nationalsozialistische Gesinnung nochmals zu überprüfen. Ein Staatskommissar des Unterrichtsministeriums hat diese Überprüfung in die Wege zu leiten und zu überwachen. II. Dem Rektor der Universität Erlangen ist mitzuteilen, dass jeder Student, der bei militaristischen oder nationalsozialistischen Kundgebungen mitwirkt, rücksichtslos zu relegieren ist.“

Nachdem Martin Niemöllers Vortrag zur deutschen Schuld am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen von Unmutsbekundungen begleitet … Mehr

Walter Lüthi, Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936): „Was dem Propheten an den beiden Tieren, die er in seiner Vision schaut, ganz besonders auffällt, das ist ihre Waffe, das Horn. Es ist unheimlich viel von Hörnern die Rede in diesem Kapitel. Das Horn ist Zeichen und Sinnbild der erdgebundenen Bockskraft. Die Völkerwelt aber steht heute, so weit unser Auge schaut, im Zeichen des Hornes. Was sich die Völker heute zeigen, das sind die Hörner. Horn steht gegen Horn, Waffe starrt gegen Waffe. Die Menschheit ist ein einziger Hörnerwald geworden, und jedermann zittert vor dem Moment, da die geringste Bewegung in diese Hörner fahren wird. Und doch legen die Völker ihre ganze Kraft und Aufmerksamkeit auf die Hörner.“

Der letzte Sieger. Predigt über Daniel 8 (1936) Von Walter Lüthi Der Eingang dieses Kapitels hat eine Jugenderinnerung wachgerufen, deren … Mehr

Über John Donne (1572–1631): „Sein zentrales Thema als Liebesdichter war die Glückseligkeit der Vereinigung; als Prediger verkündete er vor allem Gottes Barmherzigkeit. Beide Themen gewinnen besondere Kraft dadurch, dass sie von einem stammen, der oft von einer Liebe schrieb, die ‚Raserei‘ und nicht ‚Frieden‘ war, und der aus Erfahrung wusste, was es heißt, sein Heil mit ‚Furcht und Zittern‘ zu wirken.“

John Donne (1571/2–1631), metaphysischer Dichter und Dekan von St. Paul’s. Er entstammte einer katholischen Familie; seine Mutter war die Schwester … Mehr

Ruth Lödel, Predigt zu Jesaja 60,1-6: „Die Finsternis verbreitet Furcht. Und Furcht macht stumm. Wer sich davon nicht beirren lassen will, sondern sich die Freiheit nimmt, laut die Herrlichkeit des Herrn zu verkündigen, der muss ganz schön Arsch in der Hose haben. […] Und so werdet auch ihr, Könige und Königinnen der ELKB, weiterhin das Lob des Herrn verkündigen, dass es eine Lust ist, und unsere Herzen werden erbeben und weit werden, denn was ist der Reichtum der Königin von Saba gegen das Gold der guten Worte, die wir uns sagen lassen dürfen: Steh auf! Die Nacht ist vorüber. Steh auf und lobe Gott!“

Predigt zu Jesaja 60,1-6 (Epiphaniaszeit) Von Ruth Lödel Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit … Mehr