Walter Rathenau, Wider die Selbsttötung. Aus einem Brief an Lore Karrenbrock (1919): „Wer sich tötet, tötet; und nicht nur sich selbst, sondern ein anderes Wesen. Denn der Mensch ist keine Einheit. Dieser Tod, das ist meine tiefe Überzeugung, ist keine Befreiung wie das natürliche und unverschuldete Ende. Jede Gewalt in der Welt wirkt fort, wie jede Tat. Wir sind dazu da, um vom Leiden der Welt etwas auf uns zu nehmen, indem wir unsere Brust darbieten, nicht es zu vermehren, indem wir Gewalt tun. Ich weiß, dass Sie leiden und fühle Ihr Leiden mit Ihnen. Seien Sie gütig gegen dieses Leiden, es wird gegen Sie gütig sein. Durch Wünsche mehrt es sich und durch Unwillen; durch Milde schläft es ein wie ein Kind.“

Wider die Selbsttötung. Aus einem Brief an Lore Karrenbrock (1895-1928) vom 9. Mai 1919 Ich sagte Ihnen, was ich vom … Mehr

Karl Barths Rückruf-Brief an Dietrich Bonhoeffer in London vom 20. November 1933: „Sie müssten jetzt alle noch so interessanten denkerischen Schnörkel und Sondererwägungen fallen lassen und nur das Eine bedenken, dass Sie ein Deutscher sind, dass das Haus Ihrer Kirche brennt, dass Sie genug wissen und was Sie wissen gut genug zu sagen wissen, um zur Hilfe befähigt zu sein und dass Sie im Grunde mit dem nächsten Schiff auf Ihren Posten zurückkehren müssten! Nun, sagen wir: mit dem übernächsten!“

Nachdem Dietrich Bonhoeffer den Pfarrdienst für zwei deutschsprachige Auslandsgemeinden in London übernommen und seine Beweggründe Karl Barth in einem Brief … Mehr

Werner Laubi, Wohl den Erzählern biblischer Geschichten (nach Psalm 1): „Wohl der Erzählerin und dem Erzähler biblischer Geschichten, die nicht wandeln im Rate der Phantasielosen, noch treten auf den Weg der Langeweiler, noch sitzen im Kreis der Dogmatiker, sondern ihre Lust haben an den Geschichten der Bibel und über diese Geschichten sinnen Tag und Nacht.“

Wohl den Erzählern biblischer Geschichten (nach Psalm 1) Wohl der Erzählerin und dem Erzählerbiblischer Geschichten,die nicht wandeln im Rate der … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Brief an Karl Barth über seinen Weggang nach London 1933: „Ich fühlte, daß ich mich unbegreiflicherweise gegen alle meine Freunde in einer radikalen Opposition befände, ich geriet mit meinen Ansichten über die Sache immer mehr in die Isolierung, obwohl ich persönlich in nächster Beziehung mit diesen Menschen stand und blieb – und das alles machte mir Angst, machte mich unsicher, ich fürchtete, daß ich mich aus Rechthaberei verrennen würde.“

Nachdem Dietrich Bonhoeffer am 17. Oktober 1933 den Pfarrdienst für zwei deutschsprachige Auslandsgemeinden in London übernommen hatte, schrieb er an … Mehr

Walter Jens, Die Evangelisten als Schriftsteller: „Der Einklang trügt; Jesus kann, der Situ­ation entsprechend, agieren und reagieren, er hat Hunger und weint, er ist zornig und erschüttert, er stößt die Tische um und wird gepeitscht, er läßt sich verhören und wird geküßt, er ist müde, er zeigt Erbarmen, er sitzt am Rand eines Brunnens, er betet und schilt: aber er ist nicht habhaft zu machen. Die Ein­gemeindung gelingt nicht. Die Erzähler zeigen: Immer bleibt ein Rest; die Interaktion zwischen Jesus und seinem Gegen­über ist nicht total.“

Die Evangelisten als Schriftsteller Von Walter Jens Ich stelle mir vor, die Berichte der Evangelisten seien literari­sche Dokumente: von Männern … Mehr