Etty Hillesum im Gebet über die Wohnung Gottes (Schechina): „Manchmal kommen mir die Menschen vor wie Häuser mit offenstehenden Türen. Ich gehe hinein, sehe mich in den Gängen und Zimmern um. Man sollte aus jedem Haus eine Wohnung machen, die dir geweiht ist, mein Gott.“

Über die Wohung Gottes bei den Menschen

Von Etty Hillesum

Wie groß ist doch die innere Not deiner Geschöpfe auf dieser Erde, mein Gott. […] Es genügt nicht, nur von dir zu predigen, mein Gott, man muss dich in den Herzen der anderen erst aufspüren. […] Manchmal kommen mir die Menschen vor wie Häuser mit offenstehenden Türen. Ich gehe hinein, sehe mich in den Gängen und Zimmern um. Man sollte aus jedem Haus eine Wohnung machen, die dir geweiht ist, mein Gott. Und ich verspreche dir, ich verspreche dir, dass ich in so vielen Häusern wie möglich Wohnung und Unterkunft für dich suchen werde, mein Gott. Ich gehe einen Weg entlang und suche nach einer Unterkunft für dich. Es gibt so viele leerstehende Häuser, in denen ich dich als Ehrengast unterbringe. Verzeih mir dieses nicht allzu geistreiche Bild.

Quelle: Das denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943, hrsg. v. J.G. Gaarlandt, Reinbek: Rowohlt, 1985, S. 176f.

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