Paul Schempp, Randglossen zum Barthianismus (1928): „In der Diskussion über Barths Theologie bleibt man stecken, als ob Theologie ein so harmloses und friedfertiges Unterneh­men wäre wie die Aufstellung der Jahresbilanz eines gut fundierten Geschäfts. Barth floriert, seine Bü­cher gehen und die Konkurrenz strengt sich an. Aber dies hindert nicht, daß der gesamte Pro­duktionszweig, Kirche und Theologie, nur unter die Luxusindustrie zu rechnen ist; sie muß schon sehr interessante Artikel liefern, wenn das Publikum noch kaufen soll. Nicht die Ware, der Verkäufer, die Aufmachung, die Reklame und vor allem das Ansehen der Firma geben den Ausschlag. Der Erfolg: ein paar bedeutende Theologen, die Aufrecht­erhaltung des Betriebs mit staatlichen Mitteln, die Erhaltung der Absatzgebiete, die Befriedi­gung der reli­giösen Bedürfnisse des Mittelstandes, die langsame Modernisierung; innerhalb der Wissen­schaft, Bildung, Mentalität und Religiosität des 20. Jahrhunderts behaupten Theo­logie und Kirche ihr traditionelles Plätzchen, die Konjunktur schwankt, aber das Unternehmen ist ge­sicherter als der Friede Europas. Das alles wird gerechtfertigt durch die Theologie selber, nicht so plump und unglaubwürdig, dass das als Werk und Wille Gottes ausgegeben wird, nein, viel feiner und imponierender dadurch, dass der Zorn Gottes über all das gelegt wird, dass geschmettert und getobt wird wider die Gottlosigkeit der Kirche und die Unfruchtbarkeit und den Mangel an Geist in der Theologie.“

Randglossen zum Barthianismus Von Paul Schempp Schon 1928 hatte der damals 28jährige Paul Schempp in der Zeitschrift Zwischen den Zeiten … Mehr

Paul Schempps Predigt über Jakobs Kampf bei Pniel (1Mose/Genesis 32,23-32): „Jakobs böse und leidvolle Wallfahrt ist schon Zeugnis von Ostern, von dem Aufgang und Sieg des ewigen Lichts. In Christus ist es wahr, daß wir leben dürfen, und nicht nur hier in der Fremde und im Elend, sondern „ewig“; aber auch hier, auch in den schlimmsten Engpässen sehr getrost und fröhlich, auch als die Sterbenden, auch unter dem, was wir so töricht und neutral Schicksalsschläge nennen, gerade so, gerade mit verrenkter Hüfte als das Israel Gottes, dessen Hoffnung nicht zuschanden wird.“

Es ist eine Kunst einen Text aus dem Alten Testament auf Christus hin auszulegen, ohne das Erzählgeschehen in seiner Wörtlichkeit … Mehr

Paul Schempp, Grabrede für das verstorbene Mädchen Ruth zu Matthäus 9,24 (1939): „Wir kön­nen es uns nicht selber einreden oder aus eigener Kraft glau­ben, dass das auch von diesem toten Kindlein gilt, was Chri­stus einst so kühn von dem Mädchen in Kapernaum sagte: „Das Mägdlein ist nicht tot, sondern es schläft.“ Aber wir können um den Glauben bitten, dass Gott der Herr Sein Reich weit aufgemacht hat; dass in des Heilands Na­men alle Kinder und auch alle Erwachsenen wie Kindlein zu Ihm kom­men dürfen und wir einmal erfahren, warum der Herr reich und arm macht.“

Wie zart und einfühlsam bei dem Tod eines Kleinkindes ohne billigen Trost das Evangelium Jesu Christi unverhofft zugesprochen werden kann, … Mehr

Paul Schempps Weihnachtspredigt zu Lukas 2,1-14 von 1945: „Seine Liebe gelten lassen und heute sie auch darin sehen, dass uns das Schwert aus der Hand geschlagen ist, dass uns die Hoffnung auf unsere Macht genommen ist, das ist uns erlaubt und möglich und zugemutet durch die Botschaft vom Kind in der Krippe und von den jubelnden Engeln.“

Eine besonders ansprechende Predigt zu Weihnachten hat Paul Schempp 1945 in der reformierten Gemeinde in Stuttgart gehalten. Er weiß die … Mehr