Über das verfehlte Reden von Opfern: „Die Rede von verunfallten Todesopfern außerhalb von Kriegshandlungen stellt in aller Regel keinen Zweck einer Hingabe heraus und zeigt sich als problematischer Euphemismus. Bei soldatischen ‚Opfern‘ wird hingegen ein säkularisiertes ‚Opferevangelium‘ versucht. Der in einer Gefechtshandlung Verstorbene habe sein Leben für sein Volk bzw. für sein Vaterland selbst hingegeben, ohne dass sich dabei ein konkreter, willentlicher Opfergang ausmachen lässt.“

Über das verfehlte Reden von Opfern Wenn gegenwärtig in unserer Gesellschaft von Opfern die Rede ist, wird in aller Regel … Mehr

Von der Sinnwidrigkeit des „Todesopfers“: „Im Allgemeinen sind ‚Todesopfer‘ weder intentional geopfert worden, noch haben diese sich selbst geopfert. Dass Getötete dennoch als ‚Opfer‘ bezeichnet werden, hängt wohl damit zusammen, dass hierbei die passiv widerfahrene Tötung im Vordergrund steht.“

Von der Sinnwidrigkeit des „Todesopfers“ Ein unsägliches Wort in der deutschen Sprache ist „Todesopfer“. Unabhängig davon, ob das Wort „Opfern“ … Mehr

Arnold Angenendt, Das Opfer und seine Wandlungen (2005): „Im Frühmittelalter kommt ein ‚sacrum commercium‘ auf: In jeder Messe musste geopfert werden. Ja, um möglichst viele Messfeiern zu erlangen, wurden dauerhafte Stiftungen gemacht. Dadurch kam ein Austausch von (Land-)Besitz für geistliche Sühneleistungen in Gang, die den Sündern auf Erden wie noch im jenseitigen Läuterungsort, im Purgatorium, zugute kommen sollten. Dieser Austausch setzte größte Besitzverschiebungen in Gang: für Abgabe von Besitz und speziell auch von Land die Befreiung von Sünde und die Errettung vom Ewigen Leben.“

Das Opfer und seine Wandlungen Von Arnold Angenendt Das Opfer ist ein Erstakt aller Religion. Menschen opfern Gott/Göttern, weil sie … Mehr