Warum der Religionsbegriff für Christen unpassend ist: „Wenn man von der eigenen christlichen Religion spricht, ist diese unvermeidlich dem Tod ausgesetzt. Glaubensinhalte sind nicht ‚unsterblich‘. So sterben Religionen mit der Zeit aus, wenn sie keine Anhänger mehr haben. Und Aussagen über eine postmortale Auferstehung der Toten gelten religiös nur solange wie man selbst am Leben ist. Stirbt der Mensch als ‚reli­giöses‘ Subjekt, ist damit für ihn die persönliche Glaubensüberzeugung ‚Leben nach dem Tod‘ erledigt. Sie mag ihm zu Lebzeiten Trost (im Falle des Todes eines Angehörigen) oder eigene Hoffnung (angesichts des eigenen bevorstehenden Todes) gegeben haben, aber letzt­endlich vernichtet der Tod Glaubensinhalte. Sie haben keine eigene Wirklichkeit, die den Tod überwindet. Was auch immer religiös gedacht, gelehrt oder praktiziert wird, findet im Tod ihr Ende. Im Tod ist es aus mit der Religion. Sie erweist sich letztendlich als unwirklich (anergetisch).“

Warum der Religionsbegriff für Christen unpassend ist Wenn vom Christentum als (Welt-)Religion mit Jesus als Religionsstifter – analog zu Mose, … Mehr

Hans Joachim Iwand, Osterpredigt über 1. Petrus 1,3 (1950): „Das ist das Geheimnis von Ostern. Hier und heute steht das Licht still. Hier wandert es nicht mehr weg von uns, hier stoßen wir auf die Zentralsonne, von der alle anderen ihr Licht empfangen. Hier über dem leeren Grab des Jesus von Nazareth macht Gott das letzte und tiefste Geheimnis seines großen Erbarmens kund, und ein paar Menschen, die diesem Geheimnis ganz nahe gekommen sind, fassen das Unfaßliche und geben es weiter. Und andere, die es so empfingen und nun auch von dieser Mitte her lebten, fassten es in die Worte: Gott sei Dank, der uns wiedergeboren hat nach seiner großen Barmherzigkeit durch die Auferstehung Jesu Christi zu einer lebendigen Hoffnung.“

Am Ostersonntag, 9. April 1950 predigt Hans Joachim Iwand in der Kapelle von Beienrode über 1. Petrus 1,3 und bringt … Mehr

Unsere Hoffnung. Ein Bekenntnis zum Glauben in dieser Zeit nach einer Vorlage von Johann Baptist Metz (1975): „Der Name Gottes ist tief eingegraben in die Hoffnungs- und Leidensgeschichte der Menschheit. In ihr begegnet uns dieser Name, aufleuchtend und verdunkelt, verehrt und verneint, missbraucht, geschändet und doch unvergessen.“

Fast 36 Jahre ist der Text alt; und doch hat er nichts an subtiler Sprachkraft verloren. Da werden das Evangelium … Mehr