Der ethischen Perspektive muß eine neue Dimension hinzugefügt werden. Ein Interview mit Fragen von Mischka Dammaschke, Horst Grönke und Christoph … Mehr
Schlagwort: Hans Jonas
Hans Jonas, Techniken des Todesaufschubs und das Recht zu sterben (The Right to Die, 1978): „Zur Verteidigung des Rechtes zu sterben muss daher die wirkliche Berufung der Medizin neu bejaht werden, um sowohl Arzt wie Patienten aus ihrer jetzigen Knechtschaft zu befreien. Das neuartige Phänomen von Patientenohnmacht gekoppelt mit der Macht todesverzögernder Techniken unter öffentlicher Obhut verlangt eine solche Wiederbejahung. Nun läßt sich, so glaube ich, Einhelligkeit darüber erzielen, daß die Treuhandschaft der Medizin es mit der Ganzheit des Lebens zu tun hat.“
Techniken des Todesaufschubs und das Recht zu sterben (The Right to Die) Von Hans Jonas Die erste Reaktion auf den … Mehr
Hans Jonas, Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen (1984): „Unsere so völlig enttabuisierte Welt muß angesichts ihrer neuen Machtarten freiwillig neue Tabus aufrichten. Wir müssen wissen, daß wir uns weit vorgewagt haben, und wieder wissen lernen, daß es ein Zuweit gibt. Das Zuweit beginnt bei der Integrität des Menschenbildes, das für uns unantastbar sein sollte. Nur als Stümper könnten wir uns daran versuchen, und selbst Meister dürften wir dort nicht sein.“
Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen Von Hans Jonas Meine Bemerkungen zerfallen in einen allgemeinen … Mehr
Mitleid allein begründet keine Ethik – Hans Jonas über Euthanasie und Ethik: „Öffentliches Recht und die viel persönlichere Sittlichkeit können nie zu vollkommener Deckung gebracht werden. Zuletzt und im Äußersten werden wir auf die einsamen Entscheidungen der Liebe zurückgeworfen, die selbst dem Gesetz zu trotzen wagt, aber hoffen darf, daß auch das verletzte Recht so gnädig urteilt, wie es der Bestand der Rechtsordnung erlaubt. Mit diesem ungelösten und unauflöslichen Rest in der Euthanasie-Frage – dem Verzicht also auf eine eindeutig regelnde ethische Antwort – müssen wir uns, so glaube ich, in Demut abfinden.“
Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik Darf das Leiden eines … Mehr
Hans Jonas, Warum die moderne Technik ein Gegenstand für die Ethik ist: „Mit jedem neuen Schritt (= »Fortschritt«) der Großtechnik setzen wir uns schon unter den Zwang zum nächsten und vermachen denselben Zwang der Nachwelt, die schließlich die Rechnung zu zahlen hat. Aber auch ohne diese Fernsicht stellt schon das tyrannische Element als solches in der heutigen Technik, das unsere Werke zu unseren Herren macht und uns sogar zwingt, sie weiter zu vervielfachen, eine ethische Herausforderung an sich dar – jenseits der Frage, wie gut oder schlecht jene Werke im einzelnen sind.“
Warum die moderne Technik ein Gegenstand für die Ethik ist Von Hans Jonas Daß, ganz allgemein gesprochen, die Ethik in … Mehr
Hans Jonas, Vorwort zu Das Prinzip Verantwortung (1979): „Der endgültig entfesselte Prometheus, dem die Wissenschaft nie gekannte Kräfte und die Wirtschaft den rastlosen Antrieb gibt, ruft nach einer Ethik, die durch freiwillige Zügel seine Macht davor zurückhält, dem Menschen zum Unheil zu werden. Dass die Verheißung der modernen Technik in Drohung umgeschlagen ist, oder diese sich mit jener unlösbar verbunden hat, bildet die Ausgangsthese des Buches. Sie geht über die Feststellung physischer Bedrohung hinaus. Die dem Menschenglück zugedachte Unterwerfung der Natur hat im Übermaß ihres Erfolges zur größten Herausforderung geführt, die je dem menschlichen Sein aus eigenem Tun erwachsen ist.“
Vorwort zu Das Prinzip Verantwortung Von Hans Jonas Der endgültig entfesselte Prometheus, dem die Wissenschaft nie gekannte Kräfte und die … Mehr
Hans Jonas, Last und der Segen der Sterblichkeit (The Burden and Blessing of Mortality, 1992): „Es ist eine Pflicht der Zivilisation, vorzeitigen Tod unter Menschen weltweit und in allen seinen Ursachen zu bekämpfen – Hunger, Krankheit, Krieg und so fort. Was unsere Sterblichkeit als solche angeht, so kann unser Verstand keinen Streit darüber mit der Schöpfung haben, es sei denn, er verneint das Leben selbst. Was jeden von uns betrifft, so könnte das Wissen, daß wir hier nur kurz weilen und daß unserer zu erwartenden Zeit eine unverhandelbare Grenze gesetzt ist, sogar nötig sein als Antrieb dafür, unsere Tage zu zählen und sie so zu leben, daß sie durch sich selber zählen.“
Last und der Segen der Sterblichkeit (The Burden and Blessing of Mortality) Von Hans Jonas Seit unvordenklicher Zeit haben Sterbliche … Mehr
Hans Jonas, dass nicht Gott uns helfen kann, sondern wir ihm helfen müssen. Rezension über „Das denkende Herz. Die Tagebücher von Etty Hillesum 1941-1943“: „Ein philosophischer Diskurs, der dieser doch nach Möglichkeit sein will, darf nicht mit der emotionalen Vergewaltigung seiner Leser enden, und wenn ich von mir selbst schließen darf, hat das eben Vorgebrachte etwas davon an sich.“
Da hatte Hans Jonas („Der Gottesbegriff nach Auschwitz“ ) ein feines Gespür dafür gehabt, welche Gebetssätze aus Etty Hillesums Tagebücher … Mehr
Hans Jonas, Prinzip Verantwortung. Zur Grundlegung einer Zukunftsethik: „Es ist in der Tat eine der vornehmsten, selbstbezogenen Pflichten des Prinzips Verantwortung, durch jetziges Tun in Freiheit künftigem Zwang zur Unfreiheit vorzubeugen und so sich selbst den weitesten Spielraum auch bei den Nachkommen offen zu halten. Da wir alle Mittäter am System sind, indem wir von ihm und den Früchten seines Raubbaus zehren, können wir alle – jeder von uns – etwas zur Änderung seiner Bedrohlichkeit tun, indem wir in dem und jenem unsern Lebensstil ändern – ja, schon zum Beispiel an der Rehabilitierung von Selbstdisziplin an sich mitwirken. Es ist nicht zu früh dazu – aber, sagen wir es laut gegen allen lähmenden Fatalismus: noch nicht zu spät!“
Das Prinzip Verantwortung, das 1979 erschienen ist, gilt als das ethische Hauptwerk Hans Jonas’. Darin hat Jonas eine „Ethik für … Mehr