Hans Joachim Iwand, Von Bildung, Einbildung und Unbildung. Ein Wort zum sogenannten Boykott der Königsberger Theologischen Fakultät (1936): „Wir lesen die Schrift, um das Wort zu hören, nicht um es uns hörig zu machen. Wir lesen sie und werden davon ergriffen, aber wir können es nicht ergreifen. Wir sind auf dem Wege, aber wir sind noch nicht am Ziel. Denn durch die ganze Heilige Schrift geht eine Bewegung. Es ist eine Richtung in ihr, die nach vorn weist. Es geht vom Gesetz zum Evangelium, von den unfruchtbaren Werken des Gesetzes zu den Früchten des Geistes, vom alten zum neuen Bund, von den steinernen Tafeln zu den lebendigen Herzen.“

Am 15. November 1936 erschien im ostpreußischen Mitteilungsblatt der Deutschen Christen ein Artikel von Hans Michael Müller (1901-89), seit 1934 … Mehr

Richard Karwehl, Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus (1931): „Die Prophetie der Kirche ist so völlig erloschen, dass selbst protestantische Pfarrer die säkularisierte Eschatologie der völkischen Bewegung mit der legitimen Eschato­logie kirchlicher Verkündigung verwechseln und mit Begeisterung in die Front des Nationalsozialismus einschwenken. Die Kirche hat kein das Einzelne und das Ganze packendes Wort zur Lage mehr. Sie hat ihren Rang verloren, sie hat die geistige Führung abgetreten an das politische Messiastum. Dort ist jetzt Kraft, Leidenschaft und Gläubigkeit. Dort sind Märtyrer, wenn auch Märtyrer des Säkulums. Der Nationalsozialismus ist hemmungs­los eschatologisch, darin nur den Sektierern, Adventisten und „Ernsten Bibelforschern“ vergleichbar. Die Kirche dagegen pflegt ein individua­listisches Seligkeitschristentum in Verbindung mit kleinbürgerlicher Ideologie und kirchlicher Selbstzufriedenheit.“

Politisches Messiastum. Zur Auseinandersetzung zwischen Kirche und Nationalsozialismus[1] Von Richard Karwehl Der Vortrag Richard Karwehls (1885-1979), Pfarrer an der Pauluskirche … Mehr

Hans Joachim Iwand, Before the Storm (The Hour of Apostasy, 1937): „Not only are we in a time of apostasy, but, what is worse, time itself does not know this; on the contrary, it believes it is in the hour of an unparalleled religious renewal. Certainly, it too will wake up terribly once in a while. But there is a new one that does not lead to repentance. For the time being, however, enough false prophets ensure that the dream continues to be dreamed. For we can learn this from the Holy Scriptures: the apostasy of the people from the living God goes hand in hand with the appearance of false prophets who interpret the hunger dreams and substitute their visions for the Word of God.“

Perhaps the most powerful speech (not sermon) given within the Confessing Church in Germany between 1933 and 1945: Before the … Mehr

Katharina Staritz, Rundschreiben an die Breslauer Pfarrer zum Judenstern im Gottesdienst (1941): „Es ist Christenpflicht der Ge­meinden, sie nicht etwa wegen der Kennzeichnung vom Gottesdienst auszuschliessen. Sie haben das gleiche Heimatrecht in der Kirche wie die an­deren Gemeindeglieder und bedürfen des Trostes aus Gottes Wort besonders.“

Nachdem im September 1941 alle Juden in Deutschland den „Judenstern“ tragen mussten, verfasste die Breslauer Stadtvikarin Katharina Staritz ein Rundschreiben … Mehr

Hans Asmussens Vortrag zur Barmer Theologischen Erklärung auf der Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934: „Wenn wir im Laufe des letzten Jahres und jetzt erneut immer wieder zum Ausdruck gebracht haben, dass die Verkündigung der Kirche nicht der menschlichen Selbstherrlichkeit zum Dienst bereitgestellt werden dürfte und nicht menschlich gewählten Wünschen, Zwecken und Plänen unterstellt werden kann, so sagen wir nicht, dass die­se Wünsche, Zwecke und Pläne nicht innerhalb der menschlichen Einsicht und des menschlichen Vermögens gut und wünschenswert seien; aber wir sind dessen eingedenk, dass dieses Urteil, sie seien gut und wünschenswert, menschliches Urteil ist.“

Für die Bedeutung der Barmer Theologische Erklärung für die Gegenwart ist zu beachten, dass auf der Barmer Bekenntnissynode vom 29.-31. … Mehr

Ulmer Erklärung vom 22. April 1934: „Das Bekenntnis ist in der Deutschen Evange­lischen Kirche in Gefahr! Das geistliche Amt wird seines Ansehens durch die Deutschen Christen und ihre Duldung durch die oberste Kirchenbehörde beraubt. Das Handeln der Reichskirchenregierung hat seit langer Zeit keine Rechtsgrundlage mehr. Es geschieht Gewalt und Unrecht, gegen welche alle wahren Christen beten und das Wort bezeugen müssen. Als eine Gemeinschaft entschlossener, dem Herrn Christus gehorsamer Kämpfer bitten wir Gott, den Allmächtigen, er möge allen Christen die Augen auftun, dass sie die Gefahr sehen, welche unserer teuren Kirche droht.“

Vor 90 Jahren fand am 22. April 1934 in Ulm ein evangelischer Bekenntnistag im Ulmer Münster statt, der als die … Mehr

Paul Schempps Brief an Landesbischof Theophil Wurm vom 8. September 1936: „Mir ist das Maul leicht zu stopfen, denn ich hab noch nie gerne mit hohen Herren zu tun gehabt und wollte am liebsten über meine Gemeinde hinaus keinen Schritt mehr tun und kein Wort mehr sagen oder schreiben, aber wo soll ich mit meinem Gewissen bleiben, wenn wir blindlings in den Ab­grund rennen, und ich hätte geschwiegen. Wenn Sie sich nun über mich empören und ärgern, dann wollen Sie bitte auch denken, dass Sie mir wohl schon einige hundert Male Anlass zu gleicher Empörung und gleichem Ärger und oft auch schon Ursache zu schlaflosen Nächten ge­geben haben. Gott wird uns richten.“

Die Kirchlich-theologische Sozietät um Hermann Diem, Heinrich Fausel und Paul Schempp in Württemberg hielt sich während während der NS-Diktatur an … Mehr

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der APU an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943: „Wehe uns und unserem Volk, wenn das von Gott gegebene Leben für gering geachtet und der Mensch, nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen, nur nach seinem Nutzen bewertet wird; wenn es für berechtigt gilt, Menschen zu töten, weil sie für lebensunwert gelten oder einer anderen Rasse angehören, wenn Hass und Unbarmherzigkeit sich breit machen. Denn Gott spricht: ‚Du sollst nicht töten.’“

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943 Durch unser Volk … Mehr

Otto Mörikes „Nein“ zur Politik Hitlers bei der Wahl 1938: „Den Kampf gegen die Kirche und den christlichen Glauben, sowie die Auflö­sung von Recht und Sittlichkeit halte ich für ein Beginnen, das den Fluch Gottes und damit das Verderben unseres Landes nach sich ziehen muss. Im Kampf um und gegen das Recht und den Glauben unsrer Väter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. Da ich aber in diesem Kampf niemals mit der derzeitigen unseligen Haltung von Partei und Staat einig gehen kann, kann ich auf die 2. Wahlfrage nur mit einem schmerzlichen, aber entschiedenen Nein antworten.“

Otto Mörike war es, der meine Großmutter Hilde, geborene Stübel, mit meinem Großvater Lothar Teuffel in Schramberg bekannt gemacht hatte. … Mehr