Wie spricht Gott durch die Bibel zu uns? (How Does God Speak to Us through the Bibel, 1934) Von Rudolf…
Tagesgebet zum 10. Sonntag nach Trinitatis, 9. August 2026
Herr, Gott, himmlischer Vater,Israel hast du erwählt,dein Volk zu sein – ein Licht unter den Völkern.So reicht dein Heil bis…
Martin Luther, Brief an die Ehefrau Katharina von Bora während der Megadürre im Sommer 1540: „Und lass die Kinder beten. Es ist allhier solche Hitze und Dürre, dass unsäglich und unerträglich ist Tag und Nacht. Komm, lieber jüngster Tag!“
Brief an die Ehefrau Katharina von Bora während der Megadürre im Sommer 1540 Von Martin Luther Die Dürre und Hitze…
Rudolf Bultmann, Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960): „Es ist unglaublich, wie viele Menschen sich ein Urteil über meine Arbeit anmaßen, die nie ein Wort von mir gelesen haben. Ich konnte unmöglich auf alle Zuschriften antworten. In manchen Fällen habe ich es getan, und zwar besonders dann, wenn der Angriff auf meine Person besonders heftig war, wenn mir z. B. geweissagt wurde, dass ich so schrecklich enden werde wie Voltaire oder Nietzsche. Ich habe dann gefragt, worauf sich das Urteil des Schreibers gründe, und was er von meinen Schriften gelesen habe. Die Antwort lautete regelmäßig, ohne Ausnahme: nichts gelesen von meinen Schriften! Aber aus einem Sonntags- oder Gemeindeblatt erfahren, dass ich ein Irrlehrer sei. Ich halte es für unverantwortlich, dass Sonntags- und Gemeindeblätter das Thema – sollte wohl sagen: das Schlagwort – der Entmythologisierung vor Laien bringen, ein Thema, von dem sie nichts verstehen oder das sie notwendig missverstehen, weil das Verstehen theologische Bildung voraussetzt.“
Ein Rückblick auf die Diskussion um die Entmythologisierung (1960) Von Rudolf Bultmann Die Post, die in den letzten Jahren täglich…
Johannes Evangelista Goßner, Brief an die Gemeinde Sarata (1823): „Im Himmel möchte ich meine Feder eintauchen können, in die ewige Trost- und Kraftquelle Gottes, des unendlich Freundlichen und Liebevollen, um euch wahrhaft trösten, stärken und beruhigen zu können. Balsam aus Gottes Fülle möchte ich holen können, um eure Wunden zu heilen, euren Schmerz zu lindern, um eure Seele aus dem Jammer zu reißen, in den ihr durch den Verlust eures teuren Hirten und Freundes versetzt werdet. Ach, ihr Herzgeliebten! Wie wunderbar ist der Rat des Herrn! Aber glaubet, glaubet fest und gewiss, Er führt es herrlich hinaus, es sehe noch so bunt und wunderlich aus! – Das Unerwartetste muss man erwarten in den Tagen der Trübsal; – das sehet ihr jetzt. Aber ebenso unerwartet wie die großen Leiden kommen, sind auch die großen Freuden, die der Herr dadurch bereitet. – Der die Wunde schlägt, der muss sie auch wieder heilen, und Er wird es tun. Der da tötet, der macht auch wieder lebendig; – der in die Grube führt, geht mit in die Grube und führt auch wieder heraus.“
Brief an die Gemeinde Sarata Von Johannes Evangelista Goßner Nachdem Ignaz Lindl 1823 aus dem Zarenreich ausgewiesen wurde, schrieb Johannes…
Mary Douglas, Unreinheit und Tabus ziehen die Grenzen der Welt: „Die Annäherung an die unaussprechliche Schöpfung Gottes kann durch ein System von Analogien erfolgen. Ich behaupte, dass die Gesetze über die Unreinheit für die priesterlichen Redakteure von zentraler Bedeutung sind. Sie gestalteten das Buch Levitikus, um die Herrlichkeit der Stiftshütte, ihre schützende Kraft und ihre Garantie für die Verheißungen des Bundes zu zeigen.“
Unreinheit und Tabus ziehen die Grenzen der Welt[1] Von Mary Douglas „Reinheit“ ist eine der Fallen für den Gelehrten, vor…
Hans-Georg Gadamer, Gedenkworte für Rudolf Bultmann (1976): „Einen nicht geringen Teil seiner wissenschaftlichen Produktion hat er auf den freien Rückseiten von bezahlten Rechnungen, beantworteten Briefen, ja, auf dem aufgeklappten Innern von Briefumschlägen zu Papier gebracht. Zu seinen Freizeitliebhabereien gehörte, neben konsequent durchgehaltenen täglichen Lektürestunden, die vor allem die klassische Literatur, aber auch moderne Literatur pflegten, das imaginäre Reisen, irgendwohin in die ferne Welt, mit genauer Wahl der Züge, die er nehmen würde, der Hotels, in denen er wohnen würde, und natürlich vor allem mit genauester historischer und kunstgeschichtlicher Vorbereitung für alle Sehenswürdigkeiten, die er antreffen würde: ein einzigartiges Gemisch von Phantasie und Pedanterie, diesen Feengaben des geborenen Gelehrten.“
Gedenkworte für Rudolf Bultmann (20. 8. 1884 – 30. 7. 1976) Von Hans-Georg Gadamer Als der Orden im Jahre 1969…
Kanzelabkündigung der VELKD zur Entmythologisierung des Neuen Testamentes (1953): „Hier ist nun in den letzten Jahren in der Kirche selbst begründete Besorgnis entstanden. Einige Lehrer der theologischen Wissenschaft, die neue Wege gesucht haben, um unserer Gegenwart den Kern der biblischen Botschaft verständlich zu machen, sind in der Gefahr, bei ihrem Bemühen um eine ‚Entmythologisierung des Neuen Testamentes‘, wie sie das nennen, den Inhalt der Verkündigung zu vermindern oder gar zu verlieren. Sie sehen, dass die Aussagen des Neuen Testaments das äußere Gewand der damaligen Denkweise tragen. Aber wir müssen sie fragen, ob sie darüber nicht die Tatsachen verleugnen, die die Schrift bezeugt. Es ist eine dringende kirchliche Aufgabe, die Auseinandersetzung mit diesen Lehrern der Theologie zu führen. Darum stehen Männer der Kirche aus Kirchenleitungen, Theologischen Fakultäten und Kirchlichen Hochschulen in ständigem wissenschaftlichem Gespräch mit den Vertretern jener Anschauung, um die Reinheit der christlichen Lehre zu wahren.“
Kanzelabkündigung der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zur Entmythologisierung des Neuen Testamentes vom 22. November 1953 „Fürchte dich nicht! Ich…
Rudolf Bultmann, Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates: „Christus ist all das, was von ihm ausgesagt wird, sofern er das eschatologische Ereignis ist. Dieses aber nicht so, daß es als ein Weltgeschehen konstatierbar wäre, aber auch nicht ein Geschehen in supranaturalen Höhen, was ja faktisch auch nur ein Weltgeschehen wäre. Jesus Christus ist als eschatologisches Ereignis nicht objektiv feststellbar, so daß man daraufhin an ihn glauben könnte. Vielmehr ist er es ja, genauer gesagt: wird er es ja in der Begegnung, wenn das Wort, das ihn verkündigt, Glauben findet – ja, selbst wenn es nicht Glauben findet; denn wer nicht glaubt, der ist schon gerichtet (Joh. 3,18). Ebenso wie die ἐκκλησία, die Kirche, die eschatologische Gemeinde, nur als Ereignis je wirklich ἐκκλησία ist, so ist auch Christi Herr-Sein, seine Gottheit, immer nur je Ereignis. Eben das ist der Sinn dessen, daß er das eschatologische Ereignis ist, das nie zu einem Ereignis der Vergangenheit objektiviert werden kann, auch nicht zu einem Ereignis in einer metaphysischen Sphäre, das vielmehr jeder Objektivation widerstreitet.“
Das christologische Bekenntnis des Ökumenischen Rates[1] Von Rudolf Bultmann I. Über das christologische Bekenntnis des ökumenischen Rates der Kirchen in…