Helmut Schmidt, Regierungserklärung zur Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen (September 1977): „Wir werden entschlossen den inneren Frieden und die politische Stabilität der Bundesrepublik be­wahren. Wir brauchen dazu in diesen Tagen viel an innerer, selbstauferlegter Disziplin, sogar Gelas­senheit. Ich weiß, dass dies für viele schwer ist. Für mich selbst ist es auch schwer. Aber diese Selbstbe­herrschung ist ein notwendiger Ausdruck unserer Gesinnung und unserer Verantwortung.“

Regierungserklärung zur Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Dr. Hanns-Martin Schleyer durch Terroristen (1977) Von Helmut Schmidt, Bundeskanzler Herr Präsident! Meine Damen und…

Klaus Bajohr-Mau über Christoph Blumhardt (1842-1919): „Blumhardt ermahnte seine Hörerschaft, nicht dem Hass zu ver­fallen. Er forderte sie auf, sich bewusst zu machen, dass Gott der Gott aller Menschen sei, und erinnerte: »Wir sind nicht bloß Deutsche, wir sind auch Weltbürger; wir sind berufen zu Königen und Priestern in der Welt. Wir sollen beten können auch für unsere Feinde, wir sollen lieben können die ganze Menschheit, weil sie für Gott bestimmt ist in Jesus Christus«.“

Christoph Blumhardt Geb. 1. 6. 1842 in Möttlingen bei Calw; gest. 2. 8. 1919 in Jebenhausen bei Göppingen Von Klaus…

Martin Luther, Ein Sermon von dem Sakrament der Buße (1519): „Das dritte ist der Glaube, der fest annimmt, dass die Freisprechung und die Worte des Priesters wahr sind in der Kraft der Worte Christi: ‚Was du löst, soll los sein …‘ An dem Glauben aber ist alles gelegen. Der allein macht, dass die Sakramente bewirken, was sie bedeuten, und alles wahr wird, was der Priester sagt; denn wie du glaubst, so geschieht dir. Ohne solchen Glauben sind alle Freisprechungen, alle Sakramente zwecklos, ja scha­den mehr als daß sie nützen.“

Ein Sermon von dem Sakrament der Buße (1519) Von Martin Luther 1. Im Bußsakrament sind zwei Arten Vergebung enthalten: Ver­gebung…

Alfons Deissler, Gott im Alten Testament (1994): „Die Väterlichkeit JHWHs ist nicht als einseitig-männliches Patriarchentum zu deuten. Hinter dem Vater­bild scheinen schon in Hosea 11,1ff. die Kontu­ren der ‚Mutter‘ auf (vorab in V. 4). Dies gilt auch für Jesaja 31,20 (das Wort ‚Erbarmen‘ hat im Hebräischen die Konnotation ‚Mütterlich­keit‘!). Der Gottesspruch Jesaja 49,15 ergeht di­rekt in einem Muttergleichnis: ‚Vergisst eine Frau ihr Kind, eine Mutter den Sohn ihres Schoßes? Wenn sie auch seiner vergäße, ich vergesse deiner nicht‘ (zur Zionsgemeinde ge­sprochen). Desgleichen verkündet Jesaja 66,13: ‚Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, werde ich euch trösten.‘ Schon hinter dem Vorwurf des Mose gegenüber Gott in Numeri 11,12 steckt der Gedanke, dass JHWH Israel ‚im Schoß getragen und geboren hat‘, und Deuteronomium 32,18 spricht kühn vom ‚Felsen‘, der Israel ‚gebo­ren‘ und ‚gekreißt‘ hat.“

Gott im Alten Testament Von Alfons Deissler Vorbemerkungen Hebr 1,1: „Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu…

Bernice Martin, Das pfingstliche Geschlechterparadoxon: Ein warnendes Beispiel für die Religionssoziologie (The Pentecostal Gender Paradox): „Vor allem Frauen haben den religiösen Diskurs der Pfingstbewegung genutzt, um das moralische Mandat, auf dem sexuelle Beziehungen und das Familienleben beruhen, neu zu formulieren. In Gesellschaften, die durch eine Tradition männlicher Dominanz gekennzeichnet sind, konnten sie eine von der Kirchengemeinschaft sanktionierte und wirksam kontrollierte Familiendisziplin einführen, die die kollektiven Bedürfnisse der häuslichen Einheit über die Freiheit und das Vergnügen der Männer stellt und der lange tolerierten Doppelmoral in der Sexualität ein Ende gesetzt hat.“

Das pfingstliche Geschlechterparadoxon: Ein warnendes Beispiel für die Religionssoziologie (The Pentecostal Gender Paradox) Von Bernice Martin Die Pfingstbewegung Eine der…

Johann Baptist Metz, Sinn und Subjekt. Theologisch-biographische Notizen zur sogenannten Sinnfrage (1985): „Im Zentrum meines Sinninteresses und meiner Gottesfrage steht die streitbare, theologisch-politische Behandlung dieser Gottes­frage als Theodizeefrage: der Schrei nach Gott angesichts der Leidensgeschichten in der Welt; und wieso ich dabei immer bei der Frage nach dem Leid der anderen, nach dem unmittelbar vergangenen Leid einsetze. Die theologische Gestalt der Sinnfrage, mit der ich mich beschäftige, heißt deshalb nicht: Wer rettet mich?, sondern: Wer rettet euch? Ich setze nicht an mit der Frage: Was ist mit mir im Leid, was mit mir im Tod?, sondern: Was ist mit dir – mit euch – im Leid, im Tod?“

Sinn und Subjekt. Theologisch-biographische Notizen zur sogenannten Sinnfrage Von Johann Baptist Metz Für mich hat sich die sogenannte Sinnfrage eigentlich…

Theophil Wurm im Brief an August Marahrens (1943): „In unserem Volk ist weithin die Empfindung, dass nun viele Sünden, die das deutsche Volk entweder begangen oder unwidersprochen gelassen hat, gebüßt werden müssen, dass auch die Christenheit darunter leiden muss, dass sie nicht offener und nicht einmütiger Unrecht Unrecht geheißen hat. Soll nun ausgerechnet die Kirche solche Gedanken zurückdrängen zugunsten einer hemmungslosen Kriegsleidenschaft?“

Aus einem Brief des württembergischen Landesbischofs Theophil Wurm an August Marahrens, Bischof der hannoverschen Landeskirche vom 9. August 1943 […]…

Isidor von Sevillia über die Geschichte (historia) als Erzählung geschehener Dinge (narratio rei gestae) in seinen Etymologiae: „Ebenso ist zu unterscheiden zwischen Geschichte, fiktive Erzählung (argumentum) und Fabel. Geschichten enthalten die wahren Dinge, die geschehen sind; fiktive Erzählungen enthalten Dinge, die zwar nicht geschehen sind, aber doch geschehen könnten; Fabeln aber enthalten Dinge, die weder geschehen sind noch geschehen könnten, weil sie gegen die Natur sind.“

Über die Geschichte (Etymologiae) Von Isidor von Sevilla Das antike Verständnis der Geschichtsschreibung in Abgrenzung von Fiktion und Fabel ist…