Ein Sermon von dem heiligen hochwürdigen Sakrament der Taufe (1519) Von Martin Luther Zum ersten. Die Taufe heißt auf Griechisch…
Anna Haag in ihrem Tagebuch vom 5. Mai 1941: „Ich möchte ernsthaft wissen, wie viele »Durchschnittsdeutsche« wir haben. Dieser ist ein »Allesfresser«: er ist fromm, gottgläubig, christusgläubig, hitlergläubig, vaterlandsgläubig, er ist voller Mitleid und – voll entsetzlicher Bestialität. Es schmerzt ihn, ein kleines Tier leiden zu sehen, und er fühlt sich edel in seinem Mitleid, aber gleichzeitig ist es im »höheren« (nationalistischen) Sinn notwendig, ganze Völker auszurotten, sie auf die scheußlichste Weise vom Erdboden verschwinden zu lassen – zu »vertilgen« (wie Hitler sagt).
Tagebucheintrag vom 5. Mai 1941 Von Anna Haag Meine Nachbarin zur Rechten ist Bayerin, zugleich aber eine »gottesfürchtige« Protestantin und…
Hans-Georg Gadamer über die Hermeneutik (1974): „Die Überlieferung, in der wir leben, ist nicht eine sogenannte kulturelle Überlieferung, die aus Texten und Denkmälern allein bestünde und einen sprachlich verfaßten oder geschichtlich dokumentierten Sinn vermittelte. Vielmehr wird uns die kommunikativ erfahrene Welt selbst als eine offene Totalität beständig übergeben, «traditur», und hermeneutische Anstrengung gelingt überall da, wo Welt erfahren, Unvertrautheit aufgehoben wird, wo Einleuchten, Einsehen, Aneignung erfolgt, und am Ende auch dort, wo die Integration aller Erkenntnis der Wissenschaft in das persönliche Wissen des Einzelnen gelingt.“
Hermeneutik Von Hans-Georg Gadamer Hermeneutik ist die Kunst des ἑρμηνεύειν, d.h. des Verkündens, Dolmetschern, Erklärens und Auslegens. ‹Hermes› hieß der…
Wilhelm Röpke über Emil Brunners Buch ‚Gerechtigkeit‘ (1944): „Ich schließe mit der Frage, ob in einem Buche über die «Gerechtigkeit» nicht auch das Problem des «ideologischen» Missbrauchs des Wortes «Gerechtigkeit» als einer «Decklüge» für den Kollektivegoismus der Klassen, Gruppen und Nationen einen Platz finden sollte. Gerade weil der Appell an die Gerechtigkeit immer ein starkes Echo in den Herzen der Menschen findet, wird es möglich, sie mit diesem Worte in einer Weise zu ködern, die einer Prostitution eines Gefühls gleichkommt, das an Adel nur noch von der Liebe übertroffen wird.“
Gerechtigkeit Von Wilhelm Röpke Dem wahrhaft humanistischen Geiste, in dem diese Zeitschrift der schweizerischen Ingenieure und Architekten geleitet wird, stellt…
Wilfried Joest über Bekehrung: „Auf jeden Fall bleibt die Bekehrung auch da, wo sie in einem besonderen Erlebnis des Umbruchs beginnt, ein lebenslanges Geschehen, denn das Ja zu dem befreienden Anspruch der Gottesgerechtigkeit und das Nein zum Anspruch der Sünde will täglich neu vollzogen sein. Das bedeutet nicht Halbierung und Dosierung – als brauchte ich mich heute noch nicht endgültig für Gott zu entscheiden, da ich mich ja auch morgen und immer wieder bekehren kann. Bekehrung meint immer das Ganze der Wendung und die Übergabe des ganzen gegenwärtigen und künftigen Lebens an Gott.“
Bekehrung IV. Systematisch Von Wilfried Joest Wenn wir uns im Verständnis dieses durch mancherlei Brauch und Mißbrauch belasteten Begriffs an…
Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche Barmen 1934. Vorträge und Entschließungen, herausgegeben von Karl Immer: „Auf die Tagung, die vom 29. bis 31. Mai 1934 in Barmen stattfand, sehen die Teilnehmer mit tiefem Dank zurück, weil wir alle die gute Hand Gottes an der Arbeit sahen, des Gottes, der Wunder tut und der als der Gott der Anfänge einen neuen Anfang seiner Kirche schenkte. Der Ruf: ‚Zurück zum Anfang‘, der seit mehr als zehn Jahren ernst und mahnend unserer evangelischen Kirche den Weg zu ihrer Erneuerung zeigte, beherrschte die reichen, schweren Tage und Abende in Barmen. Zurück zur Reformation, zu den Reformatoren selbst, und damit zurück zum Wort, diese Forderung soll die Arbeit, zu der uns diese Synode verpflichtet, bestimmen.“
„Im übrigen sorgte der Barmer Pastor Karl Immer, der schon die organisatorische Vorbereitung der Synode übernommen hatte, nun auch für…
Altspanisches Gebet – Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben: „Jesus, unser Führer, komm uns Wandernden auf dem Weg zur ewigen Heimat entgegen. Denn wenn du uns mit deinem Licht vorangehst, wandeln wir auf dem rechten Weg und verirren uns nicht in der schrecklichen Finsternis dieser Nacht, weil du in uns leuchtest. Denn du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben Jesus, unser Führer.Komm uns Wanderndenauf dem Weg zur ewigen Heimat entgegen.Denn…
Wolf Biermann, Unter dem Apfelbaum: „Und da wuchs ja auch noch ein Feigenbaum / Der Baum des Ewigen Lebens war dies / Gott hatte verboten auch dessen Frucht / Den ersten Menschen im Paradies / Wenn einst unser Ahne ahnungslos / Beim Sündenfall Feigen gegessen hätt / Dann könnten wir nachgeborenen Erben / Wie elend unsterbliche Götter: nicht sterben“
Unter dem Apfelbaum Von Wolf Biermann Frau Unglück hat unter dem ApfelbaumBrutal meinen kleinen Finger gekapptDen rechten an meiner rechten…
Robert W. Jenson, Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung: „So wie das Wort des Herrn in der Beauftragung Ezechiels sakramental verkörpert ist, so ist es auch in der gesamten Rede der Propheten über dieses Wort. Das heißt: Das Wort Gottes, das die Geschichte bestimmt, ist selbst inmitten der aufeinanderprallenden und sich vereinigenden Körper, die Geschichte machen, voll beteiligt. Das entspricht den Andeutungen der Inkarnation, die wir in Ezechiel gefunden haben und noch finden werden: Gott regiert nicht nur von außen, sondern auch aus dem Inneren der Geschichte.“
Kommentar zu Ezechiel 2-3. Ordination und Beauftragung Von Robert W. Jenson Visionen von Gott zu sehen oder ihn sogar sprechen…