Martin Buber über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen): „Der Jude, sofern er nicht vom Ursprung getrennt ist, auch noch der exponierteste Jude, also Kafka, ist geborgen. Alles geschieht ihm, aber es kann ihm nichts geschehen. Wohl vermag er sich nicht mehr »im Versteck deiner Flügel« (Ps 61,5) zu bergen, denn der Zeit, in der er lebt, und mit ihr ihm, ihrem exponiertesten Sohn, verbirgt Gott sich.“

Über Franz Kafka (Zwei Glaubensweisen) Von Martin Buber Man kennt Kafkas Beitrag zur Metaphysik der »Tür«: die Parabel von dem…

Max Brod, Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas: „Man könnte Kafkas religiöse Grundüberzeugung in die Sätze formen: »Das Gött­liche ist da; aber es ist unserem menschlichen Fassungsvermö­gen inkommensurabel. Sehr oft (von Ausnahmen abgesehen) entsteht eine trübe Brechung des ursprünglichen Göttlichen im Sensorium des Menschen. Die »kaiserliche Botschaft‹ erreicht dich nicht. Aber wenn du sie ständig in Liebe erwartest (›Du aber sitzt an deinem Fenster und erträumst sie dir, wenn der Abend kommt‹), dann tust du das Richtige.«“

Verzweiflung und Erlösung im Werk Franz Kafkas[1] Von Max Brod Der Glaube und die Verzweiflung In Kafkas Werk findet sich…

Rabbiner Walter Rothschild über das Tischgebet: „Indem man vor dem Essen anerkennt, dass die Nahrung nicht einfach »aus dünner Luft heraus kam«, sondern ein Teil der Schöpfung Gottes ist, dankt man Gott für das Recht und die Fähigkeit zu essen, und man wandelt einen bloßen körperlichen Vorgang – die Aufnahme gewisser Kalorien und Vitamine – um in einen »heiligen Akt«.“

Das Tischgebet – oder: Was ist »Bentschen«? Von Walter L. Rothschild Es gibt das Gebot in der Tora (Deuteronomium 8,10),…

Kristlieb Adloff, »Das beladenste aller Menschenworte«. Vom Judentum über G’tt sprechen lernen: „Wenn Gott, anders als im Judentum, als der dem Menschen Zugewandte, nicht in eins damit der Richter, der Gott des Gesetzes und des konkreten Gebietens sein kann, bleibt nur das Feld einer vagen »Spiritualität« und einer jeweils zeitgemäßen Moral. Das Judentum könnte das Christentum daran erinnern, dass der von ihm verkündigte Gott nicht irgendeine Gottheit, sondern in der Nachfolge Jesu der ist, dessen Name geheiligt werden soll.“

Am 20. Dezember 2023 ist Kristlieb Adloff im Alter von 89 Jahren verstorben. Ihn zeichnete eine biblische Theologie aus, die…

Johann Baptist Metz, Erlösung und Emanzipation (1973): „Wo immer der Versuch ge­macht wird, die in Jesus Christus vollbrachte Erlösungsgeschichte und die menschliche Leidensgeschichte nicht einfach geschichtslos paradoxal gegeneinanderzusetzen bzw. das eine sub contrario im anderen zu behaupten, sondern die Entzweiung mensch­licher Leidensgeschichte selbst noch einmal in der Dialektik der trinitarischen Gottes­geschichte zu deuten und zu begreifen, liegt die genannte Verwechslung zwischen der Negativität des Leidens und der Negativität des dialektisch vermittelten Begriffs des Leidens vor.“

Erlösung und Emanzipation[1] Von Johann Baptist Metz I. Akzentuierung des Themas Der theologische Pluralismus, zuweilen nicht mehr als Ausdruck einer…

Walter Brueggemann, David verschont Saul in der Wüste von En-Gedi. Kommentar zu 1. Samuel 24,1-23: „Geschichte ist keine Abfolge von zufälligen Ereignissen. Geschichte ist die Verwirklichung einer Verheißung, die „erniedrigt und erhöht“, die „arm macht und reich“, die „erniedrigt und erhöht“. Saul wird nun erniedrigt, verarmt, zu Fall gebracht. Die Erzählung verweilt jedoch nicht bei Saul. Sie richtet ihr Augenmerk auf den, der zum Herrschen bestimmt ist.“

David verschont Saul in der Wüste von En-Gedi. Kommentar zu 1. Samuel 24,1-23[1] Von Walter Brueggemann Dieses Kapitel weist enge…

Hans Asmussens Vortrag zur Barmer Theologischen Erklärung auf der Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934: „Wenn wir im Laufe des letzten Jahres und jetzt erneut immer wieder zum Ausdruck gebracht haben, dass die Verkündigung der Kirche nicht der menschlichen Selbstherrlichkeit zum Dienst bereitgestellt werden dürfte und nicht menschlich gewählten Wünschen, Zwecken und Plänen unterstellt werden kann, so sagen wir nicht, dass die­se Wünsche, Zwecke und Pläne nicht innerhalb der menschlichen Einsicht und des menschlichen Vermögens gut und wünschenswert seien; aber wir sind dessen eingedenk, dass dieses Urteil, sie seien gut und wünschenswert, menschliches Urteil ist.“

Für die Bedeutung der Barmer Theologische Erklärung für die Gegenwart ist zu beachten, dass auf der Barmer Bekenntnissynode vom 29.-31.…