Martin Luther über das Kreuz als Prüfstein der Liebe (Auslegung zu Galater 5,14, 1519): „Die Natur liebt, lobt, tut wohl und segnet nur, solan­ge man ihr nicht wehe tut. Wo du sie aber verwundest oder ihrem Willen widerstrebst, tut die Natur sogleich ihr eigentliches Werk: ihre Liebe schwindet dahin und wandelt sich in Hass, Geschrei, Bos­heit usw. Denn sie hing am Schein, nicht an der Wahrheit; sie lieb­te die äußere Stellung und Erscheinung, nicht die Sache selbst; ihre Freundschaft galt nicht dem Nächsten, sondern des Nächsten Gütern und Besitztum.“

Über das Kreuz als Prüfstein der Liebe. Auslegung zu Galater 5,14 (1519) Von Martin Luther Das ganze Gesetz ist in … Mehr

Reinhold Schneider, Das Vaterunser (1941): „Schwerlich wird unser Gebet so viel gelten wie das Gebet einer glaubensstarken Zeit; es kommt aus einer großen Tiefe und es hat wohl nicht die Kraft, die Not dieser Tiefe emporzutragen. Es ist nur ein Rin­gen. Aber ringen sollen wir vor allem um Dank und danken können wir nur durch den ge­lebten Glauben. Es ist keine Not so groß, dass sie unsere Dankbarkeit herabstimmen, keine Bürde so schwer, dass sie unsere Freude erdrücken dürfte.“

Das Vaterunser Von Reinhold Schneider Das kleine Buch hat eine merkwürdige Geschichte. Ich schrieb es in Berlin während einer Krankheit, … Mehr

Fridolin Stier, Wo sind wir? „‚Der Herr sprach zu Abraham: Zieh fort aus deinem Land …. fort in das Land, das ich dir zeigen werde!‘ (Genesis 12,1) Wo sind wir? Im Aufbruch? Schon unterwegs? Oder wähnen wir gar, schon in dem Land zu sein, das ER uns zeigen will? Haben wir den Ruf überhört? Oder gar nicht hören wollen? Viel­leicht fühlen wir uns ganz wohl bei den Leuten von Ur in Kaldäa.“

Wo sind wir? Zu Genesis 12,1 Von Fridolin Stier „Zieh fort aus deinem Land, fort aus deiner Sippe, fort aus … Mehr

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der APU an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943: „Wehe uns und unserem Volk, wenn das von Gott gegebene Leben für gering geachtet und der Mensch, nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen, nur nach seinem Nutzen bewertet wird; wenn es für berechtigt gilt, Menschen zu töten, weil sie für lebensunwert gelten oder einer anderen Rasse angehören, wenn Hass und Unbarmherzigkeit sich breit machen. Denn Gott spricht: ‚Du sollst nicht töten.’“

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943 Durch unser Volk … Mehr

Walter Brueggemann, Die Verheißung an Ismael (Genesis 16,1-16): „Die Anwesenheit Ismaels deutet auf zwei Dinge hin. In vertikaler Hinsicht, d. h. in Bezug auf Gott, bedeutet sie, dass Gott sich nicht ausschließlich auf Abraham-Sara festgelegt hat. Gottes Sorge ist nicht auf die auserwählte Linie beschränkt. Er kümmert sich auch mit Lei­denschaft um die Unruhestifter, die außerhalb dieser Linie stehen.“

Die Verheißung an Ismael (Genesis 16,1-16) Von Walter Brueggemann Kapitel 16 ist eine frühe und unreflektierte Erzählung, die ein recht … Mehr

Rolf Wischnath, Auferstanden von den Toten. Ostertheologie in sechs Schritten: „Drei Tage nach der Kreuzigung und in den Wochen danach wäre es in Jerusalem unmöglich gewesen, die Behauptung aufzustellen: ‚Der gekreuzigte Jesus ist auferstanden!‘, wenn nicht zugleich auch das Grab des Gekreuzigten leer gewesen wäre. Die Behauptung einer Auferstehung von den Toten im Angesicht eines ‚vollen Grabes‘ wäre für jeden aus dem Volk Israel der reine Unsinn, ja eine Tollheit gewesen.“

AUFERSTANDEN VON DEN TOTEN – OSTERTHEOLOGIE IN SECHS SCHRITTEN Von Rolf Wischnath 1. SCHRITT: UNGEHEUERLICH Wenn einer stirbt, muß er … Mehr

Über das Opfer Abrahams. George Steiner und Pierre Boutang im Fernsehgespräch (1987): „Für Boutang ist es also, wenn ich das richtig verstehe, der Teufel. Gott, der im Voraus weiß, dass er das Kind retten wird, fragt das nicht von einem Vater. Ich weiß, dass er es verlangt hat, und dass er das Kind nicht gerettet hat, und dass er es heute nicht rettet, und dass er es nicht retten wird auf der Straße, morgen, vor uns, vor dem Unfall, ich spreche überhaupt nicht mehr vom Dämon, ich spreche von der Straße, morgen, vom Krankenhaus heute Nachmittag …“

Über das Opfer Abrahams. George Steiner und Pierre Boutang im Fernsehgespräch (1987) George STEINER: In allem, was ich schreibe, dreht … Mehr

Rolf Wischnath, Zweimal schreit Jesus am Kreuz. Hörbares in der Matthäuspassion: „Merkwürdigerweise gebraucht Matthäus hier im Griechischen für ’schreien‘ ein anderes Wort als zuvor. Das erste Wort lautet genau übersetzt ‚aufschreien‘. Das zweite lautet ‚krazein‘ und kommt im Deutschen vor in den Worten ‚kreischen‘ und ‚kreißen‘. ‚Kreißen‘ – denken wir an den ‚Kreißsaal‘ – ist das alte Wort für ‚in Geburtswehen liegen‘ und darin vor Schmerz ‚laut schreien / brüllen‘.“

Zweimal schreit Jesus am Kreuz Hörbares in der Matthäuspassion Von Rolf Wischnath Unter dem Kreuz Jesu wurde nach dem Matthäusevangelium … Mehr