Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück: „Weder in dem dauerhaft Zuhandenen noch in dem erfolgreich Erstrebten findet der Mensch sein umfassendes Lebensglück. Was in der christlichen Lehre als (Glück-)Seligkeit (beatutido) verheißen wird, ist ein lebensvollendende Schau Gottes (visio Dei beatifica), von der ’selige‘ Menschen selbst eingenommen ist. Das Lebensglück entzieht sich damit eigener Bestimmung bzw. Wahl. Die Gottesschau lässt sich nur in paradoxer Weise als lebenserfüllend – Erfüllung, die keine Erfüllung ist – bezeichnen, da der Zustand einer ewigen Erfüllung den Vorgang einer Erfüllung unterbinden würde. Die visio Dei ist also ein Sehen, das sich nicht sattsehen kann.“

Das Paradies, der Überdruss und das Lebensglück Paradiesische Zustände sollen das eigene Lebensglück bedingen. In der Paradieserzählung (Genesis 2-3) wird … Mehr

Karl Barth über das Christentum und die Religion (1963): „Wir sind hier nämlich außer dem, dass wir wohl Christen sein und uns nennen möchten, alle auch religiös, z. T. sogar schrecklich religiös. Es gibt ja auch als Wissen­schaft, Kunst und Politik, als Technik, Sport und Mode verkleidete Religionen: unter aller zur Schau getragenen Säkularität verborgen, aber umso rüstiger vollzogene Übergriffe und Überbauten in irgendein Jenseits hinein, Verehrungen der verschie­den­sten Götter und Götzen: Mammon, das Geld, die mächtigste dieser verborgenen, aber sehr reellen Gottheiten!“

Das Christentum und die Religion Von Karl Barth Ich habe mich Ihnen vorzustellen als Theologe, d. h. aber als Vertreter … Mehr

Martin Buber, Gläubiger Humanismus (1963): „Von entscheidender Bedeutung für die Frage eines authentischen gläubigen Humanis­mus in unserer Zeit ist mithin die Erkenntnis, dass das wahre humanum und die Glaubens­erfahrung in demselben Boden der Begegnung wurzeln. Ja, in der fundamentalen Glaubenserfahrung selbst darf man die höchste Stufe der realen Begegnung sehen.“

Gläubiger Humanismus Von Martin Buber Der aufrichtige Dank, den ich hier Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Bernhard und denen, die … Mehr

Heinrich Vogel: Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen (April 1933): „Kein Zeichen dieser Welt hat neben dem Kreuz Platz und Recht. Die Zeichen dieser Welt sind alle unter dem Kreuz. Wir protestieren nicht gegen das Hakenkreuz, das wir vielmehr als das Zeichen unseres deutschen Volkstums anerkennen, sondern wir protestieren gegen jede Vermengung oder Gleichordnung des Hakenkreuzes mit dem Kreuz.“

Kreuz und Hakenkreuz. Thesen des Protestes, der Frage und der Bitte an die Glaubensbewegung Deutsche Christen Von Heinrich Vogel Vorwort. … Mehr

KI im Religionsunterricht und die Herausforderung zukünftiger Leistungserhebungen: „Trotz der weitverbreiteten Nutzung von KI durch Studenten haben viele Institutionen bisher kaum auf diese Entwicklung reagiert. Statt an der Illusion festzuhalten, man könne KI-generierte Arbeiten erkennen, müssen Hochschulen neue didaktische Konzepte entwickeln, die KI als Werkzeug zur Förderung kritischen Denkens und individueller Lernprozesse integrieren, ein Wandel, der zwar erste innovative Ansätze hervorbringt, aber an vielen Hochschulen halbherzig vorangetrieben wird. Statt Gestaltung überwiegt Kontrolle. (Markus Thomas Münter)“

Jüngst hat Markus Thomas Münter in seinem Artikel „Im Rausch der Algorithmen“ in der F.A.Z. auf die Herausforderung der KI … Mehr

Brauner DC-Messianismus in Württemberg – Fritz Veigel, Die braune Kirche (1934): „Uns ist Hitler der deutsche Gottesmann, der in unbegreiflich großer Bruder­liebe Gebete lebt und seinen Willen an Gottes wunderbare Allmacht heftete. Wie Luther einer zerfaserten, vielstimmig lärmenden Zeit durch seinen Glauben und seine Tat den großen Akzent, das einheitliche Gesicht gab, so ist Hitler für uns die Norm der Gegenwart und der Garant der Zukunft, und darum nehmen auch alle unsre frommen Erkenntnisse, Pläne und Hoffnungen von diesem Namen ihren Ausgang.“

Die braune Kirche Von Fritz Veigel (1908-1942) Fragt man uns aber: Ist Hitler Christ? so sagen wir getrost: Ja! Denn … Mehr

Peter Brunner, Theologisch-ethische Besinnung über den Krieg. Gutachten für die Bekennenden Kirche zu Beginn des Zweiten Weltkriegs (1939): „Als Soldat bin ich ausführendes Organ der in meinem Volke herrschenden Staatsgewalt, die an einem anderen im Staat verfassten Volke die Exekution vornimmt. So wie der Henker, der eine Todesstrafe vollzieht, nur der Arm der Staatsgewalt ist, die das Todesurteil gespro­chen hat, so tötet der Soldat nur als der Arm der Staatsgewalt, die den Krieg zu führen be­fohlen hat. Die letzte Verantwortung für jeden Schuss, den ich als Soldat im Kriege ab­gebe, trägt der Inhaber der Staatsgewalt, der den Befehl zur Kriegsführung gegeben hat.“

Man kann es kaum für möglich halten, wie zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von der Bekennenden Kirche eine „theologisch-ethische Besinnung … Mehr

Gerhard Sauter über das Gesetz: „Gesetz in seiner Bedeutung als Regel (z. B. »Gesetz des Gei­stes«, Röm 8,2) verträgt sich mit christ­licher Freiheit, weil und sofern diese für Gottes Verhei­ßung und Weisung aufgeschlossen ist. Gesetz kann also nie abgesehen vom Evangelium aufgefaßt wer­den.“

Gesetz Von Gerhard Sauter Der Begriff ›Gesetz‹ bezeichnet in theologischer Bedeutung Gottes ausgesprochenen Willen, als Gebot formuliert. Wird ›Gesetz‹ als … Mehr

Auferstehung von den Toten versus Weiterleben nach dem Tod: „Von der zu erwartenden Auferstehung der Toten her können eigene irdische Lebensverhältnisse nicht in ein Jenseits verlängert werden. Wo Gott in der Auferstehung von den Toten mit Menschen neu anfängt, gibt es keine bleibende Geschlechterdifferenz bzw. Statusunterschiede nach dem Tod.“

Auferstehung von den Toten versus Weiterleben nach dem Tod Der Tod eines Menschen hat immer auch eine soziale Dimension, sind … Mehr