Sören Widmann über Paul Schempp (1900-1959): „Erst nach seinem Tode wurde sichtbar, für wie viele Menschen Paul Schempp, der streitbare und angefochtene Theologe, auch Helfer und treuer Seelsorger war. Ihn habe, so bekennt einer der vielen Freunde in einem Brief, ein einziger Satz immer wieder aufgerichtet, den Schempp einem Pfar­rerskollegen zur Antwort gab, als dieser ihn mitten in den turbulenten Tagen des Kirchenkampfes ängstlich-neugierig fragte, was es denn Neues gebe: »Seit der Auferstehung Jesu Christi gibt es nichts Neues!«“

Paul Schempp (1900-1959) Von Sören Widmann Paul Schempp war wie seine Freunde und Kampfgefährten Hermann Diem und Richard Widmann Jahrgang … Mehr

Friedrich Gogarten, Zwischen den Zeiten (Christliche Welt, 1920): „Hüten wir uns in dieser Stunde vor nichts so sehr, wie davor, zu überlegen, was wir nun tun sollen. Wir stehen in ihr nicht vor unserer Weisheit, sondern wir stehen vor Gott. Diese Stunde ist nicht unsere Stunde. Wir haben jetzt keine Zeit. Wir stehen zwischen den Zeiten.“

Zwischen den Zeiten Von Friedrich Gogarten 1. Das ist das Schicksal unserer Generation, daß wir zwischen den Zeiten stehen. Wir … Mehr

Eisberge schmelzen. Zur finanziellen Zukunft der Landeskirchen: „Eine zukunftsfähige Finanzreform der verfassten Landeskirchen ist kaum möglich. Daher wird landeskirchliches Haushalten von Jahr zu Jahr schwieriger. So werden tatsächlich erzielte Einsparungen wohl immer schneller von weiteren Sparanforderungen überholt werden. Nichts erreicht und nichts gesichert, sondern immer mehr zusätzlich zugemutet – Bedienstete können damit auf Dauer nicht zurechtkommen. Die Zukunft der verfassten Landeskirchen ähnelt Eisbergen, die nach der Kalbung vom Schelfeis im antarktischen Meer treiben und dabei fortwährend abschmelzen. Deren Lebensdauer wird von verschiedenen Faktoren bestimmt – Größe und Form, Strömung und Verweilort sowie Wasser- und Lufttemperatur. Und doch gilt für jeden Eisberg dasselbe: Sein Ende ist absehbar; in nicht allzu ferner Zukunft wird er weggeschmolzen sein.“

Nun ist in der aktuellen Juni-Ausgabe des Deutsches Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt mein Artikel Eisberge schmelzen. Zur finanziellen Zukunft der Landeskirchen … Mehr

Karl-Fritz Daiber über die Volkskirche religionssoziologisch betrachtet: „In der beschriebenen Gestalt haben sie nur so lange Bedeutung, wie das Christentum kulturrelevanter Faktor ist, und zwar auf der Ebene des Individuums, der Kleingruppen wie der gesellschaftlichen Öffentlichkeit. Reduziert sich die kulturelle Relevanz des Christentums auf den verschiedenen Sozialebenen, dann kann das Christentum nicht mehr volkskirchliche überleben, sondern nur in gemeinschaftsstiftenden Gruppierungen, die sich durchaus zu gesellschaftlichen Großorganisationen ausgestalten kön­nen, ohne freilich noch eine kulturprägende Bedeutung zu gewinnen ähnlich der, wie sie sich in volkskirchliche Traditionen widerspiegelt.“

Volkskirche 1. Religionssoziologisch (1996) Von Karl-Fritz Daiber (06.08.1931-25.05.2025) 1. Begriff Zu Beginn des 19.Jahrhunderts ist Volkskirche eine Programmbegriff, um die … Mehr

Joachim Matthes, Wie praktisch ist die Praktische Theologie?: „Eine kirchenzentrierte Praktische Theologie geht, ob sie das wahrhaben will oder nicht, davon aus, eine andere Praxis als die ihre nach ihrem Bilde penetrieren zu sollen; sie darf sich dann nicht darüber wun­dern, dass sie in ihren verästelten Wirkungen in der Praxis pfarramtlichen Handelns auch als penetrant wahrgenommen wird. Erstaunlich und er­freulich bleibt die Penetranz der breiten volkskirchlichen Mitgliedschaft, die die Penetranz der Amtskirche ihr gegenüber nicht einfach mit Entzug beantwortet, sondern im Festhalten an ihr nach wie vor beharrlich ver­sucht, ihre Orientierung zur Geltung zu bringen. Wie lange noch? Die Kirchenaustrittszahlen der letzten beiden Jahrzehnte geben zu denken.“

Wie praktisch ist die Praktische Theologie? Von Joachim Matthes (1.6.1930 – 3.5.2009) So habe ich mich schon des öfteren gefragt, … Mehr

Christian Smith, Warum Religion obsolet wurde (Why Religion Went Obsolete: The Demise of Traditional Faith in America): „Die überwiegende Mehrheit der Amerikaner erwartet nicht, in den kommenden Jahren religiöser zu werden. Und die Minderheit der nach-Boomer-Generationen, die das vielleicht doch tun wird, startet von einem relativ niedrigen Niveau aus. Selbst wenn sie religiöser werden, bewegt sich das wahrscheinlich nur in den Bereich ‚mäßig religiös‘ – zu wenig, um die traditionelle amerikanische Religion auf ein früheres Niveau zurückzuführen.“

Jüngst ist Christian Smiths Why Religion Went Obsolete: The Demise of Traditional Faith in America bei OUP erschienen. Smith ist … Mehr

Brauner DC-Messianismus in Württemberg – Fritz Veigel, Die braune Kirche (1934): „Uns ist Hitler der deutsche Gottesmann, der in unbegreiflich großer Bruder­liebe Gebete lebt und seinen Willen an Gottes wunderbare Allmacht heftete. Wie Luther einer zerfaserten, vielstimmig lärmenden Zeit durch seinen Glauben und seine Tat den großen Akzent, das einheitliche Gesicht gab, so ist Hitler für uns die Norm der Gegenwart und der Garant der Zukunft, und darum nehmen auch alle unsre frommen Erkenntnisse, Pläne und Hoffnungen von diesem Namen ihren Ausgang.“

Die braune Kirche Von Fritz Veigel (1908-1942) Fragt man uns aber: Ist Hitler Christ? so sagen wir getrost: Ja! Denn … Mehr

Karl Steinbauer, Vom Gehorsam des Glaubens. Mosepredigten: „Die Kirche, die ihre Knie nicht mehr beugt vor der gegebenen Tatsache der Verheißung und Zusage Gottes und sie nimmer ernst nimmt, d. h. sie nimmer allein ernst nimmt, die muss sich zwangsläufig beugen vor den sogenannten gegebenen Tatsachen, d. h. diese werden sie beugen und knebeln und sie überwältigen, Herr über sie werden, Herren über sie werden, dass sie sich vor lauter Herren und Tyrannen nimmer auskennt.“

Vom Gehorsam des Glaubens. Mosepredigten (1946) Von Karl Steinbauer Meinen beiden Diaspora-Gemeindender Kirchenkampfzeit:Penzberg – Kochel – Seeshaupt (Obb.) undAy – … Mehr