Alexander Deeg wider den gemeinschaftlichen Talareinzug der Ordinierten im Gottesdienst: „Was wird die Gemeinde denken, wenn all die Schwarzen kommen und einziehen? Die so formulierte Frage zeigt freilich genau das Problem, denn sie macht den Un­terschied zwischen »der Gemein­de« und den Pfarrern gerade auf, um den es doch reformatorisch nicht gehen darf. Alle sind Priester, manche sind Pfarrer.“

Da hat Alexander Deeg, Professor für praktische Theologie in Leipzig mit theologischen Wurzeln in Erlangen, ein feines Gespür, was sich … Mehr

Martin Luther, Bekenntnis der Artikel des Glaubens wider die Feinde des Evangeliums und allerlei Ketzereien (Vom Abendmahl. Bekenntnis, 3. Teil): „Das ist mein Glaube, denn so glauben alle rechten Christen und so lehrt uns die heilige Schrift. Was ich aber hier zu wenig gesagt habe, werden mir meine Büchlein zur Genüge bezeugen, besonders die, die in den letzten vier oder fünf Jahren hinausgegangen sind. Ich bitte alle frommen Herzen, mir dafür Zeugen zu sein und für mich zu bitten, dass ich in diesem Glauben fest bestehen und mein Leben beschließen kann. Denn wenn ich, wovor mich Gott bewahre, aus Anfechtung und Todesnöten etwas anderes würde sagen, so soll es doch nichts sein; ich will hiermit öffentlich bekannt haben, dass es unrecht und vom Teufel eingegeben ist. Dazu helfe mir mein Herr und Heiland Jesus Christus, der gebenedeit ist in Ewigkeit. Amen.“

Luthers »Bekenntnis der Artikel des Glaubens wider die Feinde des Evangeliums und allerlei Ketzereien« ist ein Sonderdruck des dritten Teils … Mehr

Søren Kierkegaard, Die Wahrheit über die Bedeutung des »Pfarrers« für die Gesellschaft: „Nein, es gibt ganz buchstäblich keinen einzigen ehrlichen Pfarrer. Und dagegen ist durch die Anwe­senheit des »Pfarrers« die ganze Gesellschaft, christ­lich, eine Niederträchtigkeit, was sie so jedoch nicht wäre, wenn der »Pfarrer« nicht dabei wäre.“

Kierkegaards letzte publizistische Unternehmung war seine Abrechnung mit dem organisierten Christentum und insbesondere mit der lutherischen Staatskirche in Dänemark, die … Mehr

Søren Kierkegaard, Der Pfarrer beweist nicht nur die Wahrheit des Christentums, er widerlegt sie zugleich (1855): „Der Beweis dafür, dass etwas Wahrheit ist, aus der Bereitschaft, dafür zu leiden, der kann nur von einem geführt werden, der selber bereitwillig dafür leidet. Der Beweis des Pfar­rers: die Wahrheit des Christentums daraus zu beweisen, dass er Geld dafür nimmt, Profit davon hat, davon lebt, mit Familie, regelmäßig befördert, davon lebt — dass andere gelitten haben, ist Widerspruch in sich, ist, christlich, Prellerei. Und deshalb muss der »Pfarrer«, christlich, gehalten werden, wie man, bürgerlich, davon spricht, einen Dieb zu halten. Und wie einem Juden »Hepphepp« nachgerufen wurde, so soll, bis man keinen Pfarrer mehr sieht, dem Pfarrer nachgerufen werden: Haltet den Dieb! Haltet ihn, er stiehlt, was den Herrlichen gehört! Was sie durch ihre edle Uneigennützigkeit verdient hatten, was sie aber, mit Undank belohnt, verfolgt, erschlagen, nicht bekamen, das stiehlt der Pfarrer ihnen dadurch, dass er ihr Leben vereinnahmt, ihre Leiden schildert, die Wahrheit des Christentums aus der Bereitschaft jener Herrlichen beweist, für sie zu leiden. So bestiehlt der Pfarrer die Herrlichen; und so betrügt er den Einfältigen, die Menge der Menschen, die keine Fähigkeit haben, den Handel des Pfarrers zu durchschauen: dass er die Wahrheit des Christen­tums beweist und sie zugleich widerlegt.“

Der Pfarrer beweist nicht nur die Wahrheit, er widerlegt sie zugleich Von Søren Kierkegaard Zu geoffenbarter Wahrheit gibt es nur … Mehr

Martin Luther über die Vernunft im Hinblick auf Gott (Der Prophet Jona ausgelegt, 1526): „So spielt auch die Vernunft Blindekuh mit Gott und tut lauter Fehlgriffe und tappt immer daneben, so dass sie das Gott nennt, was nicht Gott ist, und umgekehrt nicht Gott nennt, was Gott ist, was sie beides nicht täte, wenn sie nicht wüßte, dass Gott wäre, oder gerade wüßte, welches oder was Gott wäre.“

Was kann man kraft der eigenen Vernunft von Gott wissen? Dieser Frage geht Martin Luther in seine Auslegung zum Jonabuch … Mehr

Søren Kierkegaard, Die Konfirmation – christliches Komödienspiel oder Schlimmeres (1855): „Die Konfirmation, eine herrliche Erfindung, wenn man zweierlei annimmt: dass die Gottesvereh­rung darauf hinausläuft, Gott zum Narren zu halten, und dass sie hauptsächlich darauf abzielt, Anlass zu Familienfeiern zu geben, zu Gesellschaften, einem fröhlichen Abend, einem Gastmahl, von anderen Gast­mählern darin verschieden, dass dieses — wie raffiniert! — »zugleich« von religiöser Bedeutung ist.“

Kierkegaards letzte publizistische Unternehmung war seine Abrechnung mit dem organisierten Christentum und insbesondere mit der lutherischen Staatskirche in Dänemark, die … Mehr

Søren Kierkegaard, Die Bibelauslegung der Mittelmäßigkeit: „Die Bibelauslegung der Mittelmäßigkeit legt Christi Worte so lange aus und aus, bis sie ihr Eigenes, das Geistlose (Triviale) herausbekommt — und dann ist sie, nachdem sie alle Schwierigkeiten be­seitigt hat, beruhigt und beruft sich auf Christi Worte! Der Mittelmäßigkeit entgeht völlig, dass dadurch eine neue Schwierigkeit hervorgebracht wird, die Schwierigkeit, wohl etwas vom Lächerlichsten, das sich denken läßt: dass Gott sich gebären lassen, dass die »Wahrheit« zur Welt gekommen sein sollte — um triviale Bemerkungen zu machen; und desgleichen eine neue Schwierigkeit, die Schwierigkeit: wie man erklärt, dass Christus dann gekreuzigt werden konnte; denn in dieser, der Welt der Trivialität, pflegt nicht Todesstrafe darauf zu stehen, dassß man triviale Be­merkungen macht; Christi Kreuzigung wird also un­erklärlich wie auch lächerlich, da es lächerlich ist, gekreuzigt zu werden, weil man triviale Bemerkungen gemacht hat.“

Die Bibelauslegung der Mittelmäßigkeit Von Søren Kierkegaard Kierkegaards letzte publizistische Unternehmung war seine Abrechnung mit dem organisierten Christentum und insbesondere … Mehr