Paul Schempps Brief an Landesbischof Theophil Wurm vom 8. September 1936: „Mir ist das Maul leicht zu stopfen, denn ich hab noch nie gerne mit hohen Herren zu tun gehabt und wollte am liebsten über meine Gemeinde hinaus keinen Schritt mehr tun und kein Wort mehr sagen oder schreiben, aber wo soll ich mit meinem Gewissen bleiben, wenn wir blindlings in den Ab­grund rennen, und ich hätte geschwiegen. Wenn Sie sich nun über mich empören und ärgern, dann wollen Sie bitte auch denken, dass Sie mir wohl schon einige hundert Male Anlass zu gleicher Empörung und gleichem Ärger und oft auch schon Ursache zu schlaflosen Nächten ge­geben haben. Gott wird uns richten.“

Die Kirchlich-theologische Sozietät um Hermann Diem, Heinrich Fausel und Paul Schempp in Württemberg hielt sich während während der NS-Diktatur an … Mehr

Karl Jaspers über seine religiöse Erziehung: „Als wir einmal zu spät zur Unterrichtsstunde gekommen waren, wurden wir bestraft dadurch, dass wir diesmal nicht beteten. Wir verwunderten uns über diese Strafe, die uns völlig gleichgültig war, aber hatten ein Gefühl von Mitleid und respektvollem Schonungsbedürfnis gegenüber dem Pfarrer.“

Über die religiöse Erziehung im Elternhaus schrieb Karl Jaspers 1938: Wenn Kierkegaard auf die Frage, warum er glaube, einmal antwortet: … Mehr

Hanns Liljes gotterbärmliche Kriegstheologie in „Der Krieg als geistige Leistung“ (1941): „Schöpferisch ist der Krieg nur in dem Sinn, dass er Teil aus Gottes Wirken ist, und Gottes Wirken kann darin bestehen, dass er dem Neuen Raum schafft, indem er Altes der Zer­störung anheimfallen läßt. Der Krieg kann also seinen Sinn nicht in den zerstörenden Wirkungen haben, die er notwendiger­weise auslöst, sondern er wird aus den großen Zusammenhängen des Geschichtslaufs je und je notwendig, um einer neuen geschichtlichen Ordnung Raum zu schaffen. Darin, dass der Krieg dem Werden einer neuen geschichtlichen Ordnung dient, be­steht seine Würde.“

In seinen Lebenserinnerungen aus dem Jahr 1983 schrieb der fränkische Pfarrer Walter Höchstädt (1907-1994) über seine Zeit als Wehrmachtspfarrer in … Mehr

Rudolph Penzig, Wer ist das: „der liebe Gott“? Ernste Antworten auf Kinderfragen (1898): „Viele, sehr viele, ja fast die meisten Menschen glauben, dass ein gütiges, großes, allmächtiges Wesen die ganze Erde und alles, was du siehst, geschaffen hat; es war da, ehe die Welt war und alles, was existiert, lebt durch seinen Willen. Gott sieht auch heute, so glauben diese Menschen, alles, was da geschieht; ohne seinen Willen könntest du nicht atmen, nicht springen, nicht spielen; sie wissen von ihm viel zu erzählen, wie gütig er ist, mit welcher Liebe er alle Menschen, auch dich, umfasst.“

Wer ist das: „der liebe Gott“? Von Rudolph Penzig Das sollen elterliche Antworten auf Kinderfragen sein, die der Freidenker Rudolph … Mehr

Deutschgläubige Travestie des Glaubensbekenntnisses im Nationalsozialismus (1935): „Ich glaube an die Offenbarung der göttlichen Schöpferkraft im reinen Blute, in Krieg und Frieden vergossen von den Söhnen der Gemeinschaft des deutschen Volkes, begraben in der dadurch heiligen Erde, wiedererstanden und lebendig in allen, für die es zum Opfer gebracht wird.“

Am Sonntag, den 29. September 1935, wurde vormittags 10 Uhr auf das Erntedankfest hin eine Morgenfeier aus Leipzig über die … Mehr

Friedrich Daniel Schleiermacher, Gott unser Vater auch im Sterben. Karfreitagsbetrachtung: „So lasst uns zu unserm Troste nicht vergessen, dass der Erlöser uns in dieselbe Gemeinschaft mit seinem Vater einweiht, und dass er nur deswegen auch hierin unser Vorbild sein kann, so dass wir derselben festen Zuversicht fähig sind, wie sich denn durch diese der Christ besonders unter­scheiden soll.“

Gott unser Vater auch im Sterben. Charfreitagsbetrachtung Von Friedrich Daniel Schleiermacher Lukas 23, 46. Und Jesus rief laut, und sprach: … Mehr

Hermann Diem, Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche? (1946): „Nur in der Einzelgemeinde kann der Anspruch des Evangeliums an alle Welt verantwortlich geltend gemacht werden, nur hier kann dem einzelnen Sünder konkret und persönlich die Vergebung seiner Sünden verkündigt und nur hier kann er für die Missachtung des Evangeliums verantwortlich gemacht werden. Nur hier kann sich das Geschehen der Verkündigung konkret ereig­nen und die Wahrheit und Kraft des Evangeliums sich bewähren.“

Nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlichte Hermann Diem, Pfarrer in Ebersbach/Fils, 1946 die Schrift „Restauration oder Neuanfang in der Evangelischen Kirche?“, … Mehr

Paul Tillich, Flucht vor Gott. Eine Auslegung von Psalm 139 (Religiöse Reden): „Die verborgensten Regungen in der Tiefe unserer Seele sind nicht ganz die unseren, denn sie ge­hören auch unseren Freunden, der Menschheit, dem Univer­sum und dem Grund alles Seins, dem letzten Ziel unseres Le­bens. Nichts kann im letzten verborgen bleiben. Es wird in dem Spiegel reflektiert, in dem nichts verheimlicht werden kann.“

Flucht vor Gott. Eine Auslegung von Psalm 139 Von Paul Tillich Herr, Du erforschest mich und kennest mich.Ich sitze oder … Mehr

Albert Schweitzer über die Ehrfurcht vor dem Leben: „Die Welt, dem unwissenden Egoismus überantwortet, ist wie ein Tal, das im Finstern liegt; nur oben auf den Höhen liegt Helligkeit. Alle müssen in dem Dunkel leben, nur eines darf hinaus, das Licht schauen: Das höchste, der Mensch. Er darf zur Erkenntnis der Ehrfurcht vor dem Leben gelangen, er darf zu der Erkenntnis des Miterlebens und Mitleidens gelangen, aus der Unwissenheit heraustreten, in der die übrige Kreatur schmachtet.“

Ehrfurcht vor dem Leben Von Albert Schweitzer Gut ist: Leben erhalten und fördern; schlecht ist: Leben hem­men und zerstören. Sittlich … Mehr