„Seht auf und erhebt eure Häupter“ – Predigt zu Lukas 21,25-33 mit Bezug auf Richard Oelzes Gemälde ‚Erwartung‘ (1935/36): „An dem gespenstisch dunklen Himmel zeigt sich eine Wolkenformation wie geschlossene Lippen – unheilvolles Schweigen, das sich dem Betrachter entgegenwirft. Wenn das Furchtbare sichtbar wäre, wäre es zum Davonlaufen, aber unsichtbares Unheil eröffnet keinen Ausweg. Die Menschen, die solchermaßen gefangen sind, zeigen uns meist den Rücken. Und wer sich von diesem kalyptischen Naturschauspiel abwendet, lässt nur in ein gesichtsloses Gesicht blicken.“

Predigt zu Lukas 21,25-33 mit Bezug auf Richard Oelze, „Erwartung“ Was braut sich da zusammen? Kopferhoben starrt eine Gruppe Menschen … Mehr

Dietrich Bonhoeffers Adventspredigt über Lukas 21,28 (1933): „Sehet auf, erhebet eure Häupter. Advent schafft Menschen, neue Menschen. Neue Menschen sollen auch wir im Advent werden. Sehet auf, ihr, deren Blick stier auf diese Erde gerichtet ist, die gebannt sind von den kleinen Geschehnissen und Veränderungen auf der Oberfläche dieser Erde, sehet auf, die ihr euch vom Himmel enttäuscht abgewendet habt, zu diesen Worten, sehet auf, ihr, deren Augen von Tränen schwer sind und dem nachweinen, das die Erde uns gnadenlos entrissen hat, sehet auf, ihr, deren Blick schuldbeladen sich nicht erheben kann – sehet auf, eure Erlösung naht.“

Predigt über Lukas 21,28 Von Dietrich Bonhoeffer Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, … Mehr

Hans Joachim Iwand, Er ist wahrhaftig auferstanden (Osterwort von 1950 aus DIE ZEIT): „Jener eiserne Vorhang, der mit der Auferstehung Jesu fiel, ist ja der Hintergrund für alle ande­ren Grenzen, Kerker und Vorhänge, die Menschen den Menschen setzen, um sich gegenseitig in Angst vor dem Tode zu halten. Dass dieser Vorhang gefallen ist, das meinten die ersten Jün­ger, wenn sie vor aller Welt proklamierten: Jesus ist der Herr!“

Er ist wahrhaftig auferstanden Von Hans Joachim Iwand Was sind eigentlich die Kirchen? Ich meine, sie sind eine Möglichkeit – … Mehr

Martin Luther in seiner Predigt über 1. Petrus 4,8ff zu Nüchternheit und Mäßigung (1539): „Dazu gehört nun, wie Petrus hier sagt, dass ein Christ ein Mensch sei, der auch im Essen und Trinken seinen Leib an­gemessen versorge und nüchtern halte, ihn also nicht mit unmäßigem Fressen und anderem Überflüssigem belade und zu Schaden kommen lasse. Das bewirkt, dass er tüchtig, klug und fähig zum Beten wird. Denn wer nicht danach strebt, dass er nüchtern und mäßig seinen Dienst oder sein Amt ausübt, son­dern voll wie ein Schwein und täglich ein Trunkenbold ist, der wird weder zum Beten noch zu anderen christlichen Dingen nützlich sein, ja, er taugt dann überhaupt zu keiner Sache. Hier täte uns zuchtlosen Deutschen wohl eine besondere Predigt und Ermahnung gegen unser Schlemmen, Fressen und Saufen not.“

Da redet Martin Luther dem Volk nicht nach dem Mund, wenn er in seiner Predigt über 1. Petrus 4,8 ff … Mehr