Flucht aus Babel (Vlucht uit Babel, 1956) Von Kornelis Heiko Miskotte Ganz ruhig sprechen wir es aus: Wir verstehen einander … Mehr
Kategorie: Philosophie
Nikolai Berdajew, Das Problem der Anthropodizee. Fragmente (1925): „Den Russen ist der Geist der Pilgerschaft und das leidenschaftliche Suchen der Gottesstadt und der Göttlichen Wahrheit eigentümlich. Russland ist berufen, das Problem der Beziehung des christlichen Bewusstseins zum Schaffen und zur Kultur mit äußerster Schärfe zu stellen. Im Westen verdunkelt die Größe und die Verfeinerung seiner Kultur die Stellung dieses Problems. Der westliche Mensch ist gebundener als der russische.“
Das Problem der Anthropodizee. Fragmente[1] Von Nikolai Berdajew Die Eigenart, Einzigkeit und Unwiederholbarkeit des Christentums muß man keineswegs darin suchen, … Mehr
Erich Bryner über Nikolaj Berdjajew (1874-1948): „Sein Denken ist durch Freiheit und Schöpfertum, durch Schau und Intuition, durch das Mystische und das Irrationale geprägt. Spontaneität und Dynamik sind für ihn typisch, nicht ein durchkonstruiertes, widerspruchsloses System. Sein Denken läßt sich nicht systematisieren. Doch gerade wegen dieser unermüdlichen Kreativität und den stets neuen Ansätzen zu Neuem, Anderem und Besserem geht von Berdjajews Schriften eine große Anziehungskraft aus.“
Nikolaj Berdjajew Von Erich Bryner In der Theologiegeschichte unseres Jahrhunderts nimmt der Russe Nikolaj Berdjajew (1874-1948) mit seinem umfangreichen und … Mehr
Heiner Bielefeldt über Menschenrechte: „Die Menschenrechte institutionalisieren den Respekt vor der Würde des Menschen rechtspraktisch dadurch, dass sie jedem Menschen grundlegende Freiheits-, Gleichheits- und Teilhaberechte garantieren. Freiheit, Gleichheit und Teilhabe (früher: »Brüderlichkeit«) gelten als gleichsam architektonische Prinzipien, die alle menschenrechtlichen Einzelnormen prägen.“
Menschenrechte Von Heiner Bielefeldt I. Zwischen Recht, Moral u. religiöser Ethik Bei den Menschenrechten handelt es sich um grundlegende Freiheits-, … Mehr
Martin Buber, Ein Protest gegen die Enteignung arabischer Böden (1953): „Wie uns jedoch bekannt ist, gibt es viele Fälle, in denen nicht Sicherheitserfordernisse, sondern ganz andere Ziele, z. B. die Erweiterung des Gebietes von bestehenden Ansiedlungen, zur Wegnahme der erwähnten Böden führte. Nach unserer Meinung sind diese Fälle in keiner Weise dazu angetan, die Tatsache zu rechtfertigen, dass die jüdische Legislative ihnen den Anschein der Rechtmäßigkeit verleiht. Uns sind außerordentlich bevölkerte Dörfer bekannt, in denen die beschlagnahmten Böden mehr als zwei Drittel des gesamten Bodens ausmachen. Als Juden und als Bürger des Staates Israel fühlen wir uns verpflichtet, gegen den Gesetzesvorschlag zu protestieren, der allem, was den Namen Jude trägt, in keiner Weise Ehre macht.“
Ein Protest gegen die Enteignung arabischer Böden (1953) Herrn Joseph SprinzakVorsitzender der KnessetJerusalem Jerusalem, den 7.3.53 Sehr geehrter Herr! Diese … Mehr
Martin Buber, Gläubiger Humanismus (1963): „Von entscheidender Bedeutung für die Frage eines authentischen gläubigen Humanismus in unserer Zeit ist mithin die Erkenntnis, dass das wahre humanum und die Glaubenserfahrung in demselben Boden der Begegnung wurzeln. Ja, in der fundamentalen Glaubenserfahrung selbst darf man die höchste Stufe der realen Begegnung sehen.“
Gläubiger Humanismus Von Martin Buber Der aufrichtige Dank, den ich hier Seiner Königlichen Hoheit dem Prinzen Bernhard und denen, die … Mehr
Alasdair MacIntyre, Sieben Eigenschaften für die Zukunft (Seven Traits for the Future, 1979): „Wer ein tugendhaftes Leben führen will, wird früher oder später kämpfen müssen – sei es waffenlos oder bewaffnet. Ohne Kampf ist kein wertvoller Staat je entstanden oder erhalten worden. Kampfbereitschaft – samt den dazu nötigen Fähigkeiten – ist daher selbst eine Tugend. Denn Krieg sollte man nur führen, wenn man ihn auch gewinnen will.“
Sieben Eigenschaften für die Zukunft (Seven Traits for the Future, 1979) Von Alasdair MacIntyre Das Problem, unsere Nachkommen zu gestalten, … Mehr
Alasdair MacIntyre, Die Natur der Tugenden (The Nature of the Virtues, 1981): „Keine Praxis kann lange Zeit ohne institutionelle Unterstützung bestehen. Tatsächlich ist die Beziehung zwischen Praktiken und Institutionen so eng – und damit auch zwischen den externen Gütern und den internen Gütern der betreffenden Praxis –, dass Institutionen und Praktiken charakteristischerweise eine gemeinsame Kausalordnung bilden. In dieser Ordnung sind die Ideale und die Kreativität der Praxis stets gefährdet durch die Besitzgier der Institution; die kooperative Fürsorge um gemeinsame Güter in der Praxis ist immer verwundbar gegenüber der Konkurrenzlogik der Institution. In diesem Zusammenhang wird die zentrale Funktion der Tugenden klar: Ohne sie – ohne Gerechtigkeit, Mut und Wahrhaftigkeit – könnten Praktiken der korrumpierenden Macht der Institutionen nicht standhalten.“
Die Natur der Tugenden: Von Homer bis Benjamin Franklin Von Alasdair MacIntyre Eine mögliche Reaktion auf die Geschichte des griechischen … Mehr
Friedrich Heer über Sergej Bulgakow (1871-1944): „Geschichte ist wesensgemäß Apokalypse — die Offenbarung Gottes durch das Getöse der Ereignisse. Für jeden Menschen ist sein eigenes Leben solch eine Apokalypse, und gleicherweise birgt jede Epoche ihre eigene Enthüllung. Die Geschichte ruft uns zu einem prophetischen Verständnis, und wir müssen auf ihren Ruf durch prophetische Einsichten und Kühnheit antworten.“
Sergej Bulgakow Von Friedrich Heer Sergej Nikolajevic Bulgakow, geboren am 29. Juli 1871. Studierte von 1890—94 Jura in Moskau, hatte … Mehr