OSTERN Noch ist das Schicksal um Dein Kreuz gewundenUnd Deines Sieges Herrlichkeit verhangenVon dieser Tage ungeheurem Bangen,Da Tod und Frevel … Mehr
Kategorie: Literatur und Gedichte
Nicolás Gómez Dávila, Aphorismen über Gott und die Welt: „Gott ist die Wahrheit aller Illusionen. / Weisheit besteht darin, Gott nicht lehren zu wollen, wie man die Dinge zu machen hat. / Der Mensch erschafft seine Götter nicht nach seinem Ebenbild – er entwirft sich selbst nach dem Ebenbild der Götter, an die er glaubt. / Die Verzweiflung ist die düstere Schlucht, durch die die Seele emporsteigt zu einem Universum, das die Gier nicht mehr trübt. / Der größte Irrtum der Moderne ist nicht, den Tod Gottes zu verkünden, sondern zu glauben, der Teufel sei gestorben.“
Aphorismen über Gott und die Welt Von Nicolás Gómez Dávila (1913-1994) Unsere letzte Hoffnung liegt in der Ungerechtigkeit Gottes. Wenn … Mehr
Willy Kramp, Der Weg: „Die Straße ist Ausdruck menschlicher Herrschaft über den Raum. Sie wird der Landschaft aufgezwungen, geht über sie hinweg, und oft wird sie zur Abstraktion. Der Weg aber ist demütig. Er sucht nicht das Seine, sondern er gibt sich an die Landschaft hin, geduldig, leise … Er ist nicht Ausdruck der Stärke, sondern eher der Schwäche des Menschen. Den Schatten nimmt er vom Baum, das Wasser vom Quell, den Duft vom Gras, die Wärme von Haus und Stall.“
Der Weg Von Willy Kramp In meiner Kindheit fürchtete ich mich vor Straßen und liebte die Wege. Straßen hatten etwas … Mehr
Jan Twardowski, Gerechtigkeit: „Wir beten, weil andere nicht beten / Wir glauben, weil es andere nicht können / Sterben für jene, die noch nicht wollen / Wir lieben, weil anderen das Herz erkaltet ist“
Gerechtigkeit Ja, wenn alle jeweils genau vier Äpfel hättenWenn alle ebenso stark wären wie RösserWenn alle gleich wehrlos der Liebe … Mehr
Ernest Hello über das Amen (Paroles de Dieu, 1877): „Der Mensch muss sich in einen Triumphruf verwandeln, zu einem lebendigen Amen werden, das von der Erde zum Himmel aufsteigt. Was sollen wir aus unseren Seelen und Leibern machen, wenn nicht Stimmen, die Amen sagen? Was sollen wir aus unseren Worten, Gedanken, Gesten, Blicken machen, wenn nicht triumphierende Amen? Amen sagt: „Ja, Herr!“ zu dem, der die Fülle ist. Außerhalb des Amen droht uns die Leere, zieht uns der Abgrund. Außerhalb des Amen verliert das menschliche Leben, das eine lebendige Bekräftigung der Wahrheit sein soll, seine Bestimmung und seine Daseinsberechtigung.“
Über das Amen (Paroles de Dieu) Von Ernest Hello Ich hätte mit dem Wort „Amen“ beginnen können. Ich hätte mit … Mehr
Reinhold Schneiders Sonett ‚Jochen Klepper I‘ (1943): „Dies ist das Ende, dies die Todesnacht, / In der mein Wort verhallt, mein Schritt verweht; / Der rote Stern, der blutig niedergeht, / Hat mich ans Ziel in tiefem Graun gebracht.“
JOCHEN KLEPPER • I Dies ist das Ende, dies die Todesnacht,In der mein Wort verhallt, mein Schritt verweht;Der rote Stern, … Mehr
Iwan Karamasows Protest wider Pathodizee, Theodizee und den Ruf nach Vergebung in Dostojewskis Roman ‚Die Brüder Karamasow‘ (1880): „Ich will keine Harmonie, aus Liebe zur Menschheit will ich keine Harmonie. Lieber bleibe ich bei meinem ungerächten Leid und meinem ungestillten Zorn, mag ich auch im Unrecht sein. Noch dazu ist diese Harmonie viel zu teuer, der Eintrittspreis übersteigt unsere Verhältnisse. Darum beeile ich mich, mein Billett zu retournieren. Und als anständiger Mensch bin ich verpflichtet, dies so früh wie möglich zu tun. Und das tue ich auch. Nicht, dass ich Gott nicht hinnähme, Aljoscha; ich retourniere nur ehrerbietigst das Billett.“
Protest wider Pathodizee, Theodizee und den Ruf nach Vergebung (Die Brüder Karamasow, 1880) Von Fjodor M. Dostojewski In seinem Roman … Mehr
Hartmut Lange, Aphorismen: „Melancholie ist ein Ausruhen zwischen zwei Hoffnungen, Depression Hoffnungslosigkeit. / Man muss schon tief in den Abgrund geblickt haben, um zu wissen, dass uns nur die Liebe zum Allernächsten einigermaßen trösten kann.“
Aphorismen Von Hartmut Lange Aber wo die Wahrheit nackt erscheint, muss sie wieder eingekleidet werden. Die Sehnsucht nach neuen Mythen … Mehr
Reinhold Schneider über Leiden und Schmerz: „Ein jedes Leid kann geheiligt werden, indem es angenommen wird vor dem Kreuz, ein jedes hat seine Stelle in der Glaubenswelt; … dass wir uns aber des Leidens und des Kreuzes rühmen dürften, weil sie allein uns gehören, darf vielleicht auch für ein Leiden dieser Art in Anspruch genommen werden.“
Über Leiden und Schmerz Von Reinhold Schneider Ein jedes Leid kann geheiligt werden, indem es angenommen wird vor dem Kreuz, … Mehr