Paul Schempps Brief an Landesbischof Theophil Wurm vom 8. September 1936: „Mir ist das Maul leicht zu stopfen, denn ich hab noch nie gerne mit hohen Herren zu tun gehabt und wollte am liebsten über meine Gemeinde hinaus keinen Schritt mehr tun und kein Wort mehr sagen oder schreiben, aber wo soll ich mit meinem Gewissen bleiben, wenn wir blindlings in den Ab­grund rennen, und ich hätte geschwiegen. Wenn Sie sich nun über mich empören und ärgern, dann wollen Sie bitte auch denken, dass Sie mir wohl schon einige hundert Male Anlass zu gleicher Empörung und gleichem Ärger und oft auch schon Ursache zu schlaflosen Nächten ge­geben haben. Gott wird uns richten.“

Die Kirchlich-theologische Sozietät um Hermann Diem, Heinrich Fausel und Paul Schempp in Württemberg hielt sich während während der NS-Diktatur an … Mehr

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der APU an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943: „Wehe uns und unserem Volk, wenn das von Gott gegebene Leben für gering geachtet und der Mensch, nach dem Ebenbilde Gottes erschaffen, nur nach seinem Nutzen bewertet wird; wenn es für berechtigt gilt, Menschen zu töten, weil sie für lebensunwert gelten oder einer anderen Rasse angehören, wenn Hass und Unbarmherzigkeit sich breit machen. Denn Gott spricht: ‚Du sollst nicht töten.’“

Bußruf der Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union an die Gemeinden zum Buß- und Bettag 1943 Durch unser Volk … Mehr

Hannah Arendt über Papst Johannes XXIII. (Angelo Giuseppe Roncalli. Ein Christ auf dem Stuhl des Heiligen Petrus): „Sein Glaube war: ‚Dein Wille geschehe‘, und es ist wahr, auch wenn er es selbst sagte, dass er ‚ganz und gar evangelisch‘ war, wahr auch, dass er ‚allgemeine Achtung verlangte und erlangte und viele erbaute‘. Es ist derselbe Glaube, der ihn zu seinen größten Worten inspirierte, als er im Sterben lag: ‚Jeder Tag ist ein guter Tag, um geboren zu werden, jeder Tag ist ein guter Tag, um zu sterben.’“

Angelo Giuseppe Roncalli. Ein Christ auf dem Stuhl des Heiligen Petrus von 1958 bis 1963 Von Hannah Arendt Journal of … Mehr

Otto Mörikes „Nein“ zur Politik Hitlers bei der Wahl 1938: „Den Kampf gegen die Kirche und den christlichen Glauben, sowie die Auflö­sung von Recht und Sittlichkeit halte ich für ein Beginnen, das den Fluch Gottes und damit das Verderben unseres Landes nach sich ziehen muss. Im Kampf um und gegen das Recht und den Glauben unsrer Väter wird sich das Schicksal unseres Volkes entscheiden. Da ich aber in diesem Kampf niemals mit der derzeitigen unseligen Haltung von Partei und Staat einig gehen kann, kann ich auf die 2. Wahlfrage nur mit einem schmerzlichen, aber entschiedenen Nein antworten.“

Otto Mörike war es, der meine Großmutter Hilde, geborene Stübel, mit meinem Großvater Lothar Teuffel in Schramberg bekannt gemacht hatte. … Mehr

Hanns Liljes gotterbärmliche Kriegstheologie in „Der Krieg als geistige Leistung“ (1941): „Schöpferisch ist der Krieg nur in dem Sinn, dass er Teil aus Gottes Wirken ist, und Gottes Wirken kann darin bestehen, dass er dem Neuen Raum schafft, indem er Altes der Zer­störung anheimfallen läßt. Der Krieg kann also seinen Sinn nicht in den zerstörenden Wirkungen haben, die er notwendiger­weise auslöst, sondern er wird aus den großen Zusammenhängen des Geschichtslaufs je und je notwendig, um einer neuen geschichtlichen Ordnung Raum zu schaffen. Darin, dass der Krieg dem Werden einer neuen geschichtlichen Ordnung dient, be­steht seine Würde.“

In seinen Lebenserinnerungen aus dem Jahr 1983 schrieb der fränkische Pfarrer Walter Höchstädt (1907-1994) über seine Zeit als Wehrmachtspfarrer in … Mehr

Klaus Bonhoeffers Abschiedsbrief an seine Kinder (Ostern 1945): „Die Tulpe blüht schön aber duftet nicht und die Rose hat ihre Dornen. Ein offenes Auge aber erfreut sich auch am unscheinbaren Grün. So entdeckt man bei den Menschen meist verborgene erfreuliche Seiten, wenn man sich erst einmal in sie hineinversetzt. Wer nur mit sich beschäftigt ist, hat dafür keinen Sinn.“

Um dieselbe Zeit wie sein jüngerer Bruder Dietrich und zwei Schwäger erlitt auch Dr. Klaus Bonhoeffer, Rechtsanwalt in Berlin, ein … Mehr

Deutschgläubige Travestie des Glaubensbekenntnisses im Nationalsozialismus (1935): „Ich glaube an die Offenbarung der göttlichen Schöpferkraft im reinen Blute, in Krieg und Frieden vergossen von den Söhnen der Gemeinschaft des deutschen Volkes, begraben in der dadurch heiligen Erde, wiedererstanden und lebendig in allen, für die es zum Opfer gebracht wird.“

Am Sonntag, den 29. September 1935, wurde vormittags 10 Uhr auf das Erntedankfest hin eine Morgenfeier aus Leipzig über die … Mehr

Thomas Wolfes über den württembergischen Pfarrer Paul Veil (1897-1945): „Ähnlich wie Julius von Jan verurteilte auch Veil eine Woche nach der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 in seiner Predigt vom Bußtag, dem 16. November, die antisemitischen Ausschreitungen. Die Predigt stand unter dem von der Hannoverschen Landeskirche vorgegebenen Text Jer. 22, 29 »O Land, Land, Land, höre des Herrn Wort!«. Veil verurteilte darin die Gewalttaten gegen die Juden und die Verfolgung und Verhaftung von Pfarrern der Bekennenden Kirche in Deutschland. Er bezog deutlich Stellung gegen die Unterdrückung der Wahrheit und gegen die Irrlehre der Nationalsozialisten.“

Paul Veil Von Thomas Wolfes VEIL, Paul Gotthilf, evangelischer Pfarrer, * 26. November 1899 in Mercara in Ostindien,† 9. April … Mehr