Hermann Diem, Amt ohne Weihe (1969): „Die Ordination fällt nach dieser Ordnung zusammen mit der Investitur und wird deshalb sinngemäß bei jedem Stellenwechsel wiederholt. Das ist insofern nach allem bisher Gesagten die theologisch einwandfreiste Lösung, als sie am wenigsten Raum lässt für das Mißverständnis der Ordination als der einmaligen und bleibenden Verleihung eines besonderen ‚geistlichen Standes‘, der unabhängig von der praktischen Ausübung des Pfarramtes und der Bindung an eine bestimmte Gemeinde gültig ist und bleibt.“

Amt ohne Weihe. Zur Diskussion über die Ordination und den Dienst des Pfarrers Von Hermann Diem Der Landesbischof der Evangelischen … Mehr

Georg Frölichs Brief an den Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler in Sachen religiöse Toleranz vom März 1530: „So sollten Christen, Juden, Wiedertäufer usw. jeweils die Freiheit haben, ihre Lehren und Zeremonien, die sie für richtig halten und durch die sie hoffen, zu Gott zu gelangen, ungehindert auszuüben – allerdings an unterschiedlichen Orten: die Christen in ihren Kirchen und die Wiedertäufer und Juden in für sie bestimmten Häusern oder Synagogen.“

Der Nürnberger Kanzleischreiber Georg Frölich, der als erster im März 1530 mit seinem Gutachten „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht … Mehr

Georg Frölich, Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht hat, in Glaubenssachen mit dem Schwert zu handeln (März 1530): „Da im Reich Christi ‚Sekten und Spaltungen notwendig sein müssen‘, um das Gute zu fördern, nämlich ‚damit die Bewährten offenbar werden‘, warum sollte dann eine Obrigkeit versuchen, durch das Schwert etwas aus dem Reich Christi zu vertreiben, das die Schrift als notwendig bezeichnet? Dies würde dem Wort Gottes widersprechen und versuchen, durch das Schwert das zu erzwingen, was Gottes Wort im geistlichen Reich hervorbringen sollte.“

Georg Frölich Schrift „Ob eine weltliche Obrigkeit das Recht habe, in des Glaubens Sachen mit dem Schwert zu handeln“ war … Mehr

Wallenhauser Untertaneneid an den Abt des Klosters Kaisheim von 1665: „Du wirst einen feierlichen Eid auf Gott, den Allmächtigen, und seine Heiligen schwören, dass du Ihre Hochwürden und Gnaden, dem Herrn Abt der Reichsprälatur und des Klosters Kaisheim als deine rechtmäßige, von Gott eingesetzte Obrigkeit, Vogt, Gerichts-, Dorf- und Grundherrn anerkennen und achten wirst. Du wirst seinen geistlichen und weltlichen Amtsanordnungen gehorchen und ihnen allen gebührenden Gehorsam leisten; das Gut sorgsam und gewissenhaft verwalten; die Zinsen und Abgaben gemäß der Anweisung des Salbuchs in gutem, geputztem Getreide nach korrekter Maßvorgabe an deinen Kornkasten liefern.“

Wallenhauser Untertaneneid von 1665 In einem Urbar der Reichzisterze Kaisheim (Abtei der Zisterzienser bei Donauwörth) von 1665 wurde folgender Eid … Mehr

Hans Joachim Iwands Vortrag Vor dem Sturm (Die Stunde des Abfalls, 1937): „Die Heilige Schrift hat uns nie im Unklaren darüber gelassen, dass das antichristliche Heidentum, das am Ende der Tage auftreten wird, ein anderes Gesicht hat, als das Heidentum, dem das Christentum in der Fülle der Zeit begegnete. Denn während damals offene Türen die Boten des Evangeliums einließen, verrammelt am Ende der Tage das durch das Christentum hindurchgegangene Heidentum seine Türen, um den nicht einzulassen, der kommt. Es ist die letzte Anstrengung der Mächte, die wissen, dass die Ankunft des Herrn das Ende ihrer Herrschaft bedeutet, und die darum — ohne es zu wollen — der leidenden und kämpfenden Gemeinde damit ein Zeichen geben: Der Herr ist nahe.“

Vor dem Sturm[1] Vortragam 22. April 1937 vor ostpreußischen Pfarrern gehaltenvon Professor D. Iwand, Bloestau bei Kuggen Bruderratder Bekennenden Kirche … Mehr

Abschiedbrief von Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten an seine Frau Maria-Agnes vom 14. September 1944: „Ich bin in einer fast starren Haltung, die, wie ich fürchte, auch diesem Brief zu sehr anhaftet. Aber wenn ich alles sagen würde, was mich an Gefühlen beherrscht, so würde mich das umwerfen. Ich bat in dieser schweren Zeit immer Christus, mich bei der Hand zu halten, Er tat es und hielt mich stark.“

Abschiedsbrief an die Ehefrau Maria-Agnes vor der Hinrichtung Von Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten (1882-1944) war über … Mehr

Martin Rades Antwortbrief an Karl Barth vom 5. September 1914: „Gewiss, unser Volk hat den Krieg damals schon nicht anders empfunden, denn als ein Unglück. Aber eben als ein so großes ungeheures, dass ihm alles andre Denken und Fühlen verging über dem Einen: Gott. Und Sie verlangen, wir sollten bei dem Erleben dieses Krieges Gott außerm Spiele lassen. Das ist unmöglich. Für eine so überwältigende Sache gibt es nur Einen möglichen Grund und Urheber: Gott.“

Antwortbrief an Karl Barth Von Martin Rade Marburg, den 5. September 1914. Lieber Freund, Unter den vielen Briefen, die mir … Mehr