Martin Luthers Aufruf zur gewaltsamen Verfolgung der aufständischen Bauern in seinem Brief an Johann Rühel vom 4. Mai 1525: „Deshalb soll Seine Gnaden das Schwert zur Strafe der Bösen gebrauchen, solange eine Ader sich im Leibe regt. Wird es Seiner Gnaden mit Gewalt aus der Hand geschlagen, so soll man’s leiden und Gott heimgeben, der es zuvor gegeben hat und zurücknehmen kann, wann und womit er will. So kann also mit gutem Gewissen den Pflichten des Standes gefolgt und angehangen werden bis in den Tod um Gottes Wortes willen, welches denselben, solange es währt, so verordnet hat. Das ist so, wie jemand von keinem anderen guten Werk ablassen soll, es werde ihm denn mit Gewalt unmöglich gemacht, und im Streit niemand von seinem Vorteil weichen oder zu streiten ablassen soll, er werde denn überwältigt.“

Briefe an Johann[es] Rühel, Rat des Grafen Albrecht von Mansfeld, während des Bauernkrieges 1525 Von Martin Luther Seeburg, 4. (5.?) … Mehr

Johannes Rehm, Gemeinsam die Schrift ‚abhorchen‘. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer: „Die in vieler Hinsicht einmalige und originelle Persönlichkeit Karl Steinbauers eignet sich sicher nicht als zur Nachahmung empfohlenes pastoraltheologisches Modell für alle Zeiten. Trotzdem muss gesehen werden, dass wir in kirchlicher wie gesellschaftlicher Weise vor ähnliche Konflikte gestellt sind.“

Gemeinsam die Schrift „abhorchen“. Karl Steinbauer als Gemeindepfarrer Von Johannes Rehm Der Pfarrer Karl Steinbauer und seine bayerische Landeskirche hatten … Mehr

Peter Blickle, Christoph Schappelers „Reformation der Freiheit“ als theoretische Begründung von Bürgerrechten: „Für die von Schappeler entworfene neue politische Ordnung dienen die Verhältnisse in der römischen Republik und in der Eidgenos­senschaft als Vorbild. Folglich werden Freiheit als Status des Bürgers und politische Partizipation, von der hier angesichts der themati­schen Vorgabe nur am Rande zu reden war, als unverzichtbar ausgewiesen und ausdrücklich gegen die herrschenden Verhältnisse, Leibeigenschaft und tyrannisch entartete Herrschaft gekehrt. In Umrissen nimmt die Freiheit die Form von Bürgerrechten an, und in jedem Fall ist sie eine Abwesenheit von Leibeigenschaft.“

Christoph Schappelers „Reformation der Freiheit“ als theoretische Begründung von Bürgerrechten Von Peter Blickle Berndt Hamm hat sich als hervorragender Kenner … Mehr

Leonhard Fronsperger, Vom Lob des Eigennutzens (Von dem Lob deß Eigen Nutzen, 1564): „Betrachtet weiter mit inneren Augen und Herzen die anderen beiden Stände der Welt, nämlich die Geistlichkeit und die Regierung, so werdet ihr deutlich erkennen und erfahren, wie sehr der Eigennutz dem menschlichen Leben zu Hilfe kommt. Denn wer würde sich freiwillig in einen dieser beiden Stände begeben, angesichts der großen und schweren Verantwortung, die jeder, der sich ihrer annimmt, vor Gott auf sich laden muss, und all dessen, was solche Stände sowohl gegenüber Gott als auch gegenüber der Welt erfordern? Wenn ich, der Eigennutz, nicht wäre, müsste man wohl, um einen einzigen Papst, Bischof oder einen anderen Amtsträger, ebenso Kaiser, König, Fürsten oder Herren zu finden, bis zum Ende der Welt suchen und sie mit Schwert und Kerker dazu zwingen.“

Am 23. Mai 1575 verunglückte Leonhard Fronsperger (1520-1575) tödlich, als dieser – vom Rat der Reichsstadt Ulm zum militärischen Sachverständigen … Mehr

Paul Schulze zur Wiesche über Friedrich Justus Perels (1910-1945): „Im Leben Perels’ spürt man etwas von der großen Verwandlung, die mit dem Menschen vor geht, wenn er der Wirklichkeit und Macht Gottes begegnet und sich ihm ganz ausliefert. Dieses neue Wesen des Menschen strahlt in seine Umgebung aus. So gibt er, der Todgeweihte, seiner ihn besuchenden Frau Kraft zum Durchhalten. Wenn sie ihn nicht sehen, sondern ihm nur Nahrungsmittel bringen kann, läßt er ihr mit den Büchern oder leeren Schachteln fast immer einen Zettel mit den wenigen Worten zu­kommen: ‚Ich bin getrost, seid ihr es auch!‘ So ist sein ganzes Sein zur damaligen Zeit ein einziges Bekenntnis zu Gott. Den höhnischen Bemerkungen der Gestapo-Beamten und auch dem berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofes, der immer nur hohnlächelnd in der Gerichtsverhandlung von dem ‚Justitiar der Bekennenden Kirche‘ spricht, tritt er mit aller Ruhe entgegen. So sagt er einmal dem vernehmenden Beamten: ‚Auch Sie müssen sich, Herr Kommissar, ob Sie es glauben oder nicht, im letzten Gericht verantworten für Ihre Taten.‘“

„Ich bin getrost. Seid Ihr es auch!“ Über Friedrich Justus Perels (1910-1945) Bericht von Rechtsanwalt Dr. Paul Schulze zur Wiesche, … Mehr

Hieronymus Emser, Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg: „Hätt’ Luther nie ein Buch geschrieben, / Deutschland wär wohl in Frieden blieben, / Und nicht in solche Not gesetzet. / Er hat ein Haar aufs andre gehetzet, / Wie sichs beim Kehraus jetzt erfindet; / Nun er das Feuer angezündet, / Wäscht er mit Pilato die Händ, / Den Mantel nach dem Wind hinwendt, / Und will euch jetzt dem Teufel geben, / All, die der Herrschaft widerstreben. / Die er doch vorhin selbst verschmächt, / Schergen genannt und Henkersknecht’, / Und den Kaiser ein’ Madensack; / Dazu er selbst nicht leugnen mag, / Daß er zur Aufruhr euch ermahnt, / Und liebe Gotteskind’ genannt.“

Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg Von Hieronymus Emser Hört zu, ihr Deutschen, und schaut an,Das ist Luther, der … Mehr

Königlich protestantisches Oberkonsistorium zur Ordination der Pfarramtskandidaten (1833): „Aber auch nach ihren äußeren Beziehungen ist die Handlung der Ordination von großem Gewicht und von bedeutenden Folgen, indem sie als die feierliche Aufnahme in die Zahl der Geweihten, denen als Haushaltern über Gottes Geheimnisse die höchsten Angelegenheiten der christlichen Glaubensgenossen anvertraut sind, dem Ordinierten 1) die Würde des geistlichen Standes verleiht; 2) das Recht erteilt, alle Befugnisse dieses Standes auszuüben; 3) den Anspruch gibt, in diesem Stande auch seinen Berufskreis und seine Versorgung zu finden.“

Wenn in den evangelischen Landeskirchen von „Geistlichen“ im Unterschied zu „Laien“ die Rede ist und bei gottesdienstlichen Amtseinführungen Pfarrerinnen und … Mehr

Amandus Scheffer über den Baltringer Haufen 1525: „Auf Lätare, am 26. Tag des März, haben die Bauern den ersten Angriff getan und sind eingefallen zu Schemmerberg ins Schloss und haben da alle Öfen, Fenster, Türen, Läden und Tröge zerschlagen, und was von Eisen gewesen ist, abgebrochen und keinen Nagel an der Wand bleiben lassen, und was sie an Hausrat und Betten gefunden haben, (wiewohl dessen nicht viel gewesen ist) alles hinausgetragen und geplündert; desgleichen Korn, Hafer, Gerste und viel Mehl, auch fünf Hakenbüchsen hinweggeführt. Zum letzten haben sie das Schloss angezündet und es verbrennen wollen; aber die Hintersassen zu Schemmerberg haben das Feuer wieder gelöscht, aus Besorgnis, das Dorf würde davon angezündet werden und verbrennen.“

Über den Baltringer Haufen Von P. Amandus Scheffer Am 29. Tag des Januar anno 1525, an einem Sonntag sind zum … Mehr