„Ich bin getrost. Seid Ihr es auch!“ Über Friedrich Justus Perels (1910-1945) Bericht von Rechtsanwalt Dr. Paul Schulze zur Wiesche, … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Hieronymus Emser, Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg: „Hätt’ Luther nie ein Buch geschrieben, / Deutschland wär wohl in Frieden blieben, / Und nicht in solche Not gesetzet. / Er hat ein Haar aufs andre gehetzet, / Wie sichs beim Kehraus jetzt erfindet; / Nun er das Feuer angezündet, / Wäscht er mit Pilato die Händ, / Den Mantel nach dem Wind hinwendt, / Und will euch jetzt dem Teufel geben, / All, die der Herrschaft widerstreben. / Die er doch vorhin selbst verschmächt, / Schergen genannt und Henkersknecht’, / Und den Kaiser ein’ Madensack; / Dazu er selbst nicht leugnen mag, / Daß er zur Aufruhr euch ermahnt, / Und liebe Gotteskind’ genannt.“
Gedicht über Martin Luther und den Bauernkrieg Von Hieronymus Emser Hört zu, ihr Deutschen, und schaut an,Das ist Luther, der … Mehr
Königlich protestantisches Oberkonsistorium zur Ordination der Pfarramtskandidaten (1833): „Aber auch nach ihren äußeren Beziehungen ist die Handlung der Ordination von großem Gewicht und von bedeutenden Folgen, indem sie als die feierliche Aufnahme in die Zahl der Geweihten, denen als Haushaltern über Gottes Geheimnisse die höchsten Angelegenheiten der christlichen Glaubensgenossen anvertraut sind, dem Ordinierten 1) die Würde des geistlichen Standes verleiht; 2) das Recht erteilt, alle Befugnisse dieses Standes auszuüben; 3) den Anspruch gibt, in diesem Stande auch seinen Berufskreis und seine Versorgung zu finden.“
Wenn in den evangelischen Landeskirchen von „Geistlichen“ im Unterschied zu „Laien“ die Rede ist und bei gottesdienstlichen Amtseinführungen Pfarrerinnen und … Mehr
Amandus Scheffer über den Baltringer Haufen 1525: „Auf Lätare, am 26. Tag des März, haben die Bauern den ersten Angriff getan und sind eingefallen zu Schemmerberg ins Schloss und haben da alle Öfen, Fenster, Türen, Läden und Tröge zerschlagen, und was von Eisen gewesen ist, abgebrochen und keinen Nagel an der Wand bleiben lassen, und was sie an Hausrat und Betten gefunden haben, (wiewohl dessen nicht viel gewesen ist) alles hinausgetragen und geplündert; desgleichen Korn, Hafer, Gerste und viel Mehl, auch fünf Hakenbüchsen hinweggeführt. Zum letzten haben sie das Schloss angezündet und es verbrennen wollen; aber die Hintersassen zu Schemmerberg haben das Feuer wieder gelöscht, aus Besorgnis, das Dorf würde davon angezündet werden und verbrennen.“
Über den Baltringer Haufen Von P. Amandus Scheffer Am 29. Tag des Januar anno 1525, an einem Sonntag sind zum … Mehr
Martin Niemöller, Rundfunkpredigt zu Johannes 11,23-26 (1933): „Christus ist die Auferstehung und das Leben; und wenn er Glauben fordert, dann will er als der Herr unseren Dienst und unseren Gehorsam; dann will er selber in unserm Leben stehen als der, der unser Leben regiert, als der, der unser Leben ist! Der christlichen Mitläufer und Parteigänger gibt es viele;und es ist mit ihnen wie mit allen Mitläufern, dass sie sich auf ihre Überzeugung alles Mögliche zugutehalten; aber damit ist es nun einmal nicht getan: wer an Christus glaubt, der muss sich seinem Anspruch beugen und sich für seinen Anspruch offenhalten.“
Rundfunkpredigt zu Johannes 11,23-26 Von Martin Niemöller Jesus spricht zu Martha: Dein Bruder soll auferstehen! Martha spricht zu ihm: Ich … Mehr
Reinhold Schneider, Ostern (Sonett, 1942): „Doch brennt die Glorie Deiner Todesschmach / Schon auf der Wolke, die Dein Bild beschwert, / Tief in der Zeit erstehst Du siegend wieder. // Dann sinkt des Lebens dunkle Hülle nach, / Und wie das Kreuz das Innerste verzehrt, / Strahlt auch das Kreuz von oben mächtig nieder.“
OSTERN Noch ist das Schicksal um Dein Kreuz gewundenUnd Deines Sieges Herrlichkeit verhangenVon dieser Tage ungeheurem Bangen,Da Tod und Frevel … Mehr
Gerlind Schwöbel über Katharina Staritz (1903-1953): „Am 4. März 1942 wurde Katharina Staritz in Marburg von der Gestapo verhaftet. Jochen Klepper, ein in der Bekennenden Kirche aktiver, selbst mit einer jüdischen Frau verheirateter Theologe, mit dem Katharina Staritz vom Studium her befreundet war, hielt in seinem Tagebuch Unter dem Schatten deiner Flügel die Stationen ihrer Haft fest: Marburg, Kassel, das Arbeitshaus Breitenau und schließlich das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück.“
Katharina Staritz Geb. 25. 7. 1903 in Breslau; gest. 3.4. 1953 in Frankfurt/Main Von Gerlind Schwöbel »Die Staritze mögen die … Mehr
Hermann Diems Vortrag „Das Problem des ‚lebensunwerten Lebens‘ in der katholischen und evangelischen Ethik“ (1940) wider das nationalsozialistische „Euthanasieprogramm“: „Tritt dieser Fall ein, so hat die Kirche, welche das Gebot Gottes zu bezeugen hat, allen Beteiligten gegenüber die Pflicht zu solchem Zeugnis. Beteiligt sind hier alle für die betreffenden Kranken unmittelbar Verantwortlichen, also Angehörige, Anstaltsleiter, Vormünder, Ärzte und Pflegepersonal, denen die verbindliche Weisung zu geben ist, dass sie an der Beseitigung der Kranken in keiner Weise mitwirken dürfen, auch nicht passiv durch deren Auslieferung.“
Das Problem des ‚lebensunwerten Lebens‘ in der katholischen und evangelischen Ethik (1940) Von Hermann Diem Zu diesem Text schreibt Hermann … Mehr
Eberhard Bethge, Dietrich Bonhoeffer — Der Mensch und sein Zeugnis (1955): „Bonhoeffers Eindringlichkeit ist die Fähigkeit, die Sache aufregend und bindend zu machen. Sie ist fern jeder Zudringlichkeit, weil er nichts höher achtet, als Menschen auf die eigenen Füße zu stellen. Das Gefühl für Zeit, Ort und Situation des Gegenübers waren außerordentlich wach in ihm. Ich erinnere an die charakteristische Stelle, als er im Bombenhagel dem nach Gott schreienden Mann neben sich mit dem Blick auf die Uhr nur zuruft: ‚Es dauert höchstens noch zehn Minuten‘.“
Dietrich Bonhoeffer — Der Mensch und sein Zeugnis (1955)1 Von Eberhard Bethge I. Die Stimme Dietrich Bonhoeffers hat einen vielfachen … Mehr