„Hannibal ante portas!“ Karl Barths prophetisches Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938): „Was heißt ‚Freundschaft‘ mit dem Deutschland Adolf Hitlers? Soll es auch das heißen, dass in Zukunft ganz Großbritannien sich hinsichtlich des deutschen Kirchenkampfes auf den Standpunkt des Bischofs von Gloucester und seiner deutschen Gewährsmänner und Freunde stellen und also schweigen und zustimmen wird, wenn die Unterdrückung des Wortes Gottes in Deutschland in immer raffinierteren Formen weiter und weiter geht? Man sollte sich nicht täuschen: Freundschaft mit dem Deutschland Adolf Hitlers würde wohl notwendig auch das heißen müssen! Was soll es dann aber bedeuten, wenn auch der Erzbischof von Canterbury für eine Politik eintritt, die in dieser Freundschaft gipfelt? Es ist höchste Zeit, zu erwachen, sich die Augen zu reiben und aus den Träumen, die Einige oder Viele dort zu träumen scheinen, in die Wirklichkeit zurückzukehren.“

Vorwort zur Neuauflage von Trouble and Promise in the Struggle of the Church in Germany (1938) Von Karl Barth Ich … Mehr

Werner Elert, Das Dogma von Chalkedon (1951): „Die Christologie der alten Kirche ringt um das rechte Bekenntnis des Glaubens an Christus als den inkarnierten Gottessohn. Der Blick ist dabei rückwärts gewandt, zuerst auf den präexistenten, dann auf den verleiblichten, irdischen Christus. Diese Blickwendung ist völlig legitim, denn sie entspricht der Tatsache, daß die Inkarnation von uns aus gesehen ein Ereignis der Ver­gangenheit ist. Eine vollständige Christologie fragt auch nach dem heute gegenwärtigen Christus und nach dem, der seine Wiederkunft verheißen hat. Aber diese Frage läßt sich nur beantworten, wenn wir wissen, wer er war, als er leibhaftig unter den Menschen wandelte.“

Das Dogma von Chalkedon Von Werner Elert 1. Anderthalb Jahrtausende sind seit dem Konzil von Chalkedon vergangen. Am 8. Oktober … Mehr

Martin Buber, Dom und Friedhof (1934): „Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“

Dom und Friedhof Von Martin Buber Ich lebe nicht fern von der Stadt Worms, an die mich auch eine Tradition … Mehr

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen Wehrunterrichts an den Schulen vom 14. Juni 1978: „Die Kon­ferenz bedauert, dass die kirchlichen Be­denken nicht berücksichtigt wurden, und hat die Regierung noch einmal um eine Überprüfung gebeten. Die Konferenz be­fürchtet, dass durch die Einführung von ob­ligatorischem Wehrunterricht die Erzie­hung zum Frieden im Bewusstsein gerade von Jugendlichen ernsten Schaden leidet und die Glaubwürdigkeit der Friedenspoli­tik der DDR in Frage gestellt wird.“

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen … Mehr

Peter Noss über Hans Ehrenberg (1883-1958): „Erst spät wurde die Bedeutung Ehrenbergs für die philosophische und theologische Wissenschaft und Praxis in angemessener Weise wiederentdeckt. Insbesondere die in Person und Biographie vermittelte Spannung von Judentum und Christentum ist neben vielem anderen ein lohnender Anknüpfungspunkt zur Beschäftigung mit Ehrenberg.“

Hans Philipp Ehrenberg Von Peter Noss Am 4. Juni 1883 kommt Ehrenberg als Sohn von Gabriella Emilie Ehrenberg, geb. Fischel … Mehr

Werner Elerts polemische Abrechnung mit der Barmer Theologische Erklärung Confessio Barmensis (1934): „Die Barmer Synode verwirft es als Irrlehre, dass ‚die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes (nach dem vorangestellten Satz = Christus) auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkenne‘. Wir sehen davon ab, dass damit dem gesamten Alten Testament der Offenbarungscharakter abgesprochen wird. Die Barmer Synodalen würden sich vielleicht dahinter verschanzen, dass auch das A. T. ‚Christum treibe‘. Keinesfalls aber kann das, was in der Schrift, vor allem auch im N. T. als ‚Gesetz‘ bezeichnet wird, als Zeugnis von Christo bezeichnet werden. Wollte man die Autorität der Schrift in einer ganz kurzen Inhaltsbestim­mung ausdrücken, so müsste es heißen, die Kirche kenne als Quelle ihrer Verkündigung nur Gesetz und Evangelium! Der Satz, dass außer Christo keine Wahrheit als Gottes Offenbarung anzuerkennen sei, ist Verwerfung der Autorität des göttlichen Gesetzes neben der des Evangeliums.“

Confessio Barmensis Von Werner Elert | 602 | Die sog. „Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche“ versendet ein Blatt „An die … Mehr

Theophil Wurm, Brief an die durch Fliegerangriffe schwer betroffenen Gemeinden in Rheinland und Westfalen (1943): „Wir sind durch die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes gelehrt, dass alles von Gott kommt und dass kein Haar von unserm Haupte fällt ohne den Willen unseres himmlischen Vaters. Auch wenn Menschen uns Leid zufügen und Tod und Verderben über uns bringen, tun sie es nicht, ohne dass der heilige Gott sie gewähren lässt. Für den, der den Vater Jesu Christi nicht kennt aus der Heiligen Schrift und aus den Führungen seines Lebens, ist dies ein schrecklicher Satz; er wird ihm zur Ursache heftigster Anklagen gegen Gottes Weltregiment. Ein solcher mag fragen: War es nicht eine verdorbene Einbildungskraft, die ein solches Ungeheuer erfand und Gott hieß?“

Brief an die durch Fliegerangriffe schwer betroffenen Gemeinden in Rheinland und Westfalen Von Theophil Wurm Stuttgart, 20. Juni 1943 Liebe … Mehr

Martin Niemöller, Predigt zu Jesaja 62,6-12 (1935): „Wir haben nicht zu fragen, wieviel wir uns zutrauen; sondern wir werden gefragt, ob wir Gottes Wort zutrauen, dass es Gottes Wort ist und tut, was es sagt! Wir mögen wohl kleinmütig und verzagt dastehen, wenn wir die starken Worte hören, mit denen heute dem ‚Wüstendämon Jahve‘ der Kampf angesagt wird; und es mag uns bange werden, wenn wir sehen, wie die Wege, auf denen unser Volk früher zu dem lebendigen Gott geführt wurde, einer nach dem andern, mit meter­hohem Geröll verschüttet wird.“

Predigt zu Jesaja 62,6-12 (1935) Von Martin Niemöller Gnade, Barmherzigkeit und Friede sei mit euch von Gott dem Vater und … Mehr

Aufruf des Geistlichen Vertrauensrats der DEK an die obersten Behörden der deutschen evangelischen Landeskirchen zur Glocken-Opferfeier (1940): „Aber der wahre Wert eines Opfers besteht in der Freudigkeit, mit der es gebracht wird. Und darin wollen und werden unsere Gemeinden sich von niemand übertreffen lassen. Die Glocken haben schon in so manchem Krieg ihr Leben dahingeben müssen, um nach dem Kriege wieder schön und strahlend aufzuerstehen. Was von dem toten Metall gilt, gilt in viel tieferem Sinne von uns Menschen. Nur wer bereit ist, sein Leben einzusetzen, vermag das Leben zu gewinnen, und nur das Volk, dessen Söhne auch vor dem Opfer des Lebens nicht zurückschrecken, wird von Gott großer Aufgaben gewürdigt. In solchem Geiste wollen wir Führer und Vaterland die Glocken schenken und in dieses Opfer unsere heißen Wün­sche und Gebete flechten.“

Aufruf des Geistlichen Vertrauensrats der DEK an die obersten Behörden der deutschen evangelischen Landeskirchen Charlottenburg, 26. April 1940 Der Beauftragte … Mehr