Karl Barth zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung (KD III/4, 1951): „Der Dienstverweigerer müsste davon überzeugt und dessen ganz gewiss sein, durch seinen Widerstand nun gerade für die von Gott gewollte und gesetzte politische Gemeinschaft einzutreten und zu handeln, den Staat also nicht zu verneinen, sondern nun eben so – im Gegensatz zu dessen Regierung und Majorität, zu seiner geltenden Verfassung und Gesetzgebung – zu bejahen. Seine Dienstverweigerung müsste den Sinn und Charakter eines Appells von dem schlecht informierten Staat der Gegenwart an den besser zu informierenden Staat der Zukunft haben und also selbst, dem Schein zuwider, durchaus als ein Akt von Staatstreue gemeint sein und durchgeführt werden. Der Dienstverweigerer müsste bereit sein, die Konsequenzen der widersetzlichen Form seiner Staatstreue, die Abwehr der Regierung und Majorität, der er sich entgegensetzt, die Strafe für seine Übertretung von Verfassung und Gesetz ohne Murren und Klage auf sich zu nehmen. Er dürfte nicht verlangen, dass der nach seiner Ansicht schlecht informierte Staat von heute ihn so behandle, als ob er schon der nach seiner Hoffnung besser zu informierende Staat von morgen wäre.“

Zur Frage der militärischen Dienstpflicht und der Kriegsdienstverweigerung Von Karl Barth Die pazifistische Forderung der Abschaffung der allgemeinen Dienstpflicht (vgl. … Mehr

Karl Barth, Ein Brief nach Frankreich (1939): „Der am Kreuz gestorben ist, ist auch für Hitler gestorben und erst recht für alle die verwirrten Menschen, die freiwillig oder unfreiwillig unter seinen Fahnen stehen. Aber eben weil die Kirche weiß um die Rechtfertigung, die wir Menschen uns selber mit keinem Mittel verschaffen können, kann sie im Großen und im Kleinen nicht gleichgültig, nicht „neutral“ sein, wo nach dem Recht gefragt, wo versucht wird, ein bißchen dürftiges menschliches Recht aufzurichten gegen das überströmende, das schreiende Unrecht.“

Ein Brief nach Frankreich, 1939 Von Karl Barth Basel, im Dezember 1939. Mein lieber Pfarrer Westphal! Sie schreiben mir, daß … Mehr

Karl Barth zum Problem des Krieges (Kirchliche Dogmatik III/4, 1951): „Wo ein Staat seiner normalen Aufgabe nicht recht nachgeht, da wird er sich früher oder später getrieben sehen, sich die abnormale Aufgabe des Krieges zu stellen und dann auch andere Staaten mit dieser abnormalen Aufgabe zu belasten. Wo die Staatsmacht den inneren Bedürfnissen des Landes nicht gewachsen ist, da wird sie für die dadurch erweckte Unruhe ein Ventil nach außen suchen und im Krieg zu finden meinen.“

Zum Problem des Krieges (KD III/4, § 55) Von Karl Barth Wir kommen in Abschluß unserer Erwägungen zum sechsten Gebot … Mehr

Karl Barths Predigt über Hebräer 4,9-10 vom 22. November 1914: „Meine Freunde, wenn wir Gott haben, der die Herrlichkeit und die Kraft ist, wenn wir die Quelle des Lebens kennen, dann lernen wir auch den Tod, das Sterben verstehen, dann wird auch der Tod zu einem Teil unseres Lebens, der nicht mehr fremd und beängstigend da draußen liegt, sondern den wir hineingenommen haben, der zu uns gehört.“

Predigt über Hebräer 4,9-10 Von Karl Barth Es ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes. Denn wer zu seiner … Mehr

Karl Barth über den kirchlichen Verlautbarungsaktionismus in seiner Kirchlichen Dogmatik: „Der vielberufene und viel betätigte «Öffentlichkeitsanspruch» der Kirche ist an sich auch eine gute Sache. Es will aber wieder wohl überlegt sein, mit was man eigentlich an die Öffentlichkeit will? Doch nicht mit ungeprüft übernommenen alten christlichen Schlagworten und doch auch nicht mit neuen Forderungen und Programmen, die man vielleicht gar nicht darauf angesehen hat, ob sie nicht möglicherweise mehr säkular als christlich, oder mehr katholisch als evangelisch sein möchten!“

Über den kirchlichen Verlautbarungs- und Tagungsaktionismus Von Karl Barth Es gibt nämlich wenig Dinge, die der heutige, von der modernen … Mehr

Karl Barth, Extra nos — pro nobis — in nobis (1962): „Gerade eigenes Leben eines Menschen ist als christliches Leben nur möglich und wirklich in seiner Einheit mit seinem Ursprung in Jesus Christus. Wir reden von seinem Geheimnis, wenn wir sagen, daß es dort, in Ihm, seinen Ursprung hat, daß es von der dort, in Ihm geschehenen göttlichen Wendung herkommt.“

Extra nos — pro nobis — in nobis Von Karl Barth Ein Christ ist ein solcher Mensch, dem es nicht … Mehr

Karl Barth, Die christlichen Kirchen und die heutige Wirklichkeit (1946): „Man kann und muss aber auf die Erneuerung, auf die Reformation hinweisen, deren die christlichen Kirchen bedürftig, deren sie aber bestimmt auch fähig sind. Sie muß sicher auch von innen kommen: sie muss in den Kirchen selbst aus einer Sache weniger zur Sache vieler werden. Aber ich zweifle nachgerade, ob sie — menschlich geredet — gelingen und siegen kann, wenn ihre Notwendigkeit nicht auch von außen empfunden und eingesehen wird, wenn man den Kirchen nicht auch von außen, wie es im 16. Jahrhundert geschehen ist, durch einen energischen Zuruf und vielleicht auch Eingriff zu Hilfe kommt. Es gibt eine Verantwortlichkeit der Kirchen der Welt gegenüber. Es gibt aber auch eine Verantwortlichkeit der Welt über das, was die Kirchen sind und nicht sind, leisten und nicht leisten. Warum erlaubt man es den Kirchen, ihr Licht, das die Welt nötig hat, unter den Scheffel zu stellen? Die Welt wäre gut beraten, wenn sie ihnen das nicht mehr allzulange erlauben würde.“

Die christlichen Kirchen und die heutige Wirklichkeit (1946) Von Karl Barth Was heißt Wirklichkeit? Gewiß ganz einfach: all das, was … Mehr