Die Idolatrie der büßenden Maria Magdalena im Hinblick auf das Kruzifix: „Doch genau da, wo sie das Kruzifix in den Händen hält und in Gebetshaltung das corpus Christi in den Blick nimmt, stellt die Szene eine Idolatrie dar. Der Betrachter sieht, wie Maria Magdalena zu einem Stück Holz betet. Die Repräsentationsfunktion des Kruzifixes für den Gekreuzigten kann nicht greifen, da ja Kruzifix und Anbetende im gleichen Bild dargestellt sind. Eigentlich müsste eine doppelte Repräsentation sichtbar werden: Maria Magdalena bildlich dargestellt, wie sie im dargestellten Kruzifix den gekreuzigten Christus erkennt. Aber genau diese doppelbödige Botschaft kann die Eindimensionalität des Freskos nicht zeigen. Der Betrachter sieht, wie Maria Magdalena zu einem Stück Holz betet.“

Die Idolatrie der büßenen Maria Magdalena im Hinblick auf das Kruzifix Die büßende Maria Magdalena ist eine Darstellung, die sich … Mehr

Romano Guardini, Liturgie als Spiel (Vom Geist der Liturgie, 1919): „In der Liturgie wird dem Menschen Gelegenheit geboten, dass er, von der Gnade getragen, seinen eigensten Wesenssinn ver­wirkliche, dass er ganz so sei, wie er seiner göttlichen Bestimmung gemäß sein sollte und möchte: ein ‚Kind Gottes‘. In der Liturgie soll er vor Gott ’sich seiner Jugend erfreuen‘.“

Einer der besten Texte in Sachen Liturgie ist immer noch Romano Guardinis „Vom Geist der Liturgie“. Darin enthalten ist ein … Mehr

Effektives Christentum und das heilige Spiel. Über die Unterschiede zwischen asiatischem und europäischem Christentum: „In einer organisch-moralischem Lebenswirklichkeit, die über die empirische Welt hinausreicht, erweist sich das Christentum auf ganze eigene Weise effektiv: Wo moralisches Fehlverhalten sich auf das eigene Leben auswirkt, hat der universale Sühnetod Christi am Kreuz auf Golgatha eine existentielle Bedeutung: Christus als persönlichen Heiland in der eigenen Bekehrung annehmen heißt von einem selbst empfundenen Schuldverhängnis erlöst zu sein: Das selbst erwirkte Unheil hat sich im Tod Christi bereits ausgewirkt und ist daher nicht mehr zu befürchten. Durch den Glauben an Christus hat man Zugang zu der Über-Macht des einen Gottes, der Himmel und Erde erschaffen hat. Im Bittgebet partizipiert man an der göttlichen Vorsehung, die für die Gott-Zugehörigen Schutz, Heilung und Wohlstand bewirkt. Und schließlich erfahren wiedergeborene Christen eine bisweilen ekstatische Ermächtigung durch den Heiligen Geist sowie weitere göttliche Berufungen (‚callings‘) in Gebet und Bibelstudium, was wiederum eine eigene, selbstgewisse Lebensführung ermöglicht.“

Effektives Christentum und das heilige Spiel. Über die Unterschiede zwischen asiatischem und europäischem Christentum Ein deutscher Bischof dürfte da seine … Mehr

Vom „Siezen“ in der Kirche – warum Christen untereinander unhöflich sein müssen: „Das ‚Sie‘ (3. Person Plural!) ist eine indirekte Anrede, die gegenseitige Unabhängigkeit und Unverbundenheit zum Ausdruck bringt. Eine derartige Unverbundenheit hat freilich im Leib Christi nichts verloren. For Christ’s sake, wir haben bei aller gegenseitiger Liebe und Fürsorge in der Kirche unhöflich zu sein. Das ungeschützte ‚Du‘ hat mit Kumpelhaftigkeit nichts zu tun, sondern anerkennt die geschwisterliche Gemeinschaft in Christus. ‚Was nicht per du geht, geht perdu!‘ ist daher Johann Albrecht Bengels Predigtanweisung.“

Vom „Siezen“ in der Kirche – warum Christen untereinander unhöflich sein müssen Man siezt sich in aller Höflichkeit in der … Mehr