Hans Joachim Iwand, Predigtmeditation zu Johannes 20,11–18: „Es gehört schon etwas dazu, von Gott erwählt zu sein, um der Erscheinung des Auferstandenen ausgesetzt zu werden. Aus welcher Höhe, aus welchem Stolz wird Paulus zu Boden geworfen! Aus welcher Tiefe wird Maria emporgehoben! Unter allen Zeugen der Auferstehung steht sie vor uns als die Reinste, Empfänglichste. Sie empfängt, was sie suchte. Sie sagt nur ein Wort: Rabbuni! Ganz leicht, ganz ohne Entsetzen und Erschütterung, wie wenn auf einmal alle Finsternis, alle Geister der Nacht wichen und der schon verloren geglaubte Weg im Licht des Tages unter ihren Füßen liegt; wie wenn sie auf einmal weiß, was sie zu glauben nie aufhörte, so bekennt sie ihren Glauben. Sie hat die Mitte ihres Lebens wiedergefunden. Sie hat gewartet, wo das Warten, das Hoffen, das Suchen schon keinen Sinn mehr zu haben schien. Sie hat nicht umsonst in solchem ‚dunklen Glauben‘ ausgehalten.“

Predigtmeditation zu Johannes 20,11–181 Von Hans Joachim Iwand Auch in dieser Ostergeschichte steht Maria Magdalena im Mittelpunkt der Handlung. Sie … Mehr

Die Idolatrie der büßenden Maria Magdalena im Hinblick auf das Kruzifix: „Doch genau da, wo sie das Kruzifix in den Händen hält und in Gebetshaltung das corpus Christi in den Blick nimmt, stellt die Szene eine Idolatrie dar. Der Betrachter sieht, wie Maria Magdalena zu einem Stück Holz betet. Die Repräsentationsfunktion des Kruzifixes für den Gekreuzigten kann nicht greifen, da ja Kruzifix und Anbetende im gleichen Bild dargestellt sind. Eigentlich müsste eine doppelte Repräsentation sichtbar werden: Maria Magdalena bildlich dargestellt, wie sie im dargestellten Kruzifix den gekreuzigten Christus erkennt. Aber genau diese doppelbödige Botschaft kann die Eindimensionalität des Freskos nicht zeigen. Der Betrachter sieht, wie Maria Magdalena zu einem Stück Holz betet.“

Die Idolatrie der büßenen Maria Magdalena im Hinblick auf das Kruzifix Die büßende Maria Magdalena ist eine Darstellung, die sich … Mehr