„Herr, schau auf uns und unser Herz!“ Trauerlied im Katastrophenfall: „Sieh, welche Trauer, welcher Schmerz! / Der Tod fasste auf einmal zu; / die Frage quält: ‚Warum?‘, ‚Wozu?‘ // Wer gibt uns Antwort, hilft uns auf, / wenn niemand hielt des Unglücks Lauf? / Wir suchen Dich in Deinem Wort! / Sprich jetzt! Schweig nicht! Hier ist Dein Ort!“

In meinem Text „Der Aufstand des Gebets“, der 2014 im Deutschen Pfarrerblatt erschienen ist, habe ich darauf hingewiesen, dass es … Mehr

Der Aufstand des Gebets. Öffentliche Trauergottesdienste wider zivilreligiöses Schicksalsschweigen: „Im Gedächtnis des Pascha-Mysteriums muss Katastrophales eben nicht mit Erklärungen, Schuldzuweisungen oder Besserungszusagen abgedeckt und somit »entsorgt« werden. Die liturgische Dramaturgie lässt Unpassendes, ja Widersprüchliches nacheinander ansprechen und damit auch widereinander bekennen. Der »apokalyptische Blick« (Johann Baptist Metz) gewährt keine vorschnelle und unangebrachte Jenseitsvertröstung; er hält vielmehr das Leiden im Gedächtnis und setzt es damit dem zukünftigen göttlichen Geschehen aus.“

Der Aufstand des Gebets. Öffentliche Trauergottesdienste wider zivilreligiöses Schicksalsschweigen Von Jochen Teuffel Öffentliche Trauergottesdienste im Angesicht eines katastrophalen Erlebens haben … Mehr

Fußwaschung im Gottesdienst an Gründonnerstag: „Ich nehme für jedes zu waschende Gemeindeglied eine eigene Wasserschüssel und lege mir ein separates Handtuch auf die Schulter. Ich knie vor jedem Teilnehmer, nehme nacheinander beide Füße in die linke Hand und halte sie jeweils über die Schüssel. Ich beträufle Fuß und Knöchel mit warmem Wasser und streiche das Wasser mit der rechten Hand über dem jeweiligen Fuß ab. Anschließend trockne ich den Fuß mit dem Handtuch und wische schließlich die Wasserpfütze vor dem jeweiligen Stuhl auf. So gehe ich der Reihe nach vor.“

Fußwaschung im Gottesdienst an Gründonnerstag Eine der stärksten liturgischen Handlungen, die ich am Lutheran Theological Seminary in Hongkong erleben durfte, … Mehr

„Widersagen Sie dem Satan?“ Vom gottesdienstlichen Siezen oder warum es in der Kirche ‚unhöflich‘ zuzugehen hat: „Da darf man dann doch der vermeintlich traditionsbewussten römisch-katholischen Kirche ins Gedächtnis rufen, dass das ‚Sie‘ als Personalpronomen dritte Person Plural eine indirekte Anrede ist, die der Kirche als Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern im Herrn wesensfremd ist. Wie es ja das Wort ‚Höflichkeit‘ aussagt, ist diese distanzhaltende Anrede dem adeligen Hof angemessen, nicht aber einer Gemeinde, für die das Wort des Apostels Paulus gilt: ‚Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.'“

Vom gottesdienstlichen Siezen Da kann man auf das liturgische Feingefühl in der evangelischen Kirche stolz sein. In der Taufagende der … Mehr