Hans Joachim Iwand zum Verhältnis von Juden und Christen nach 1945: „Eigentlich müsste man denken, dass wir Überlebenden jedes Glied dieses so hart ge­troffenen Volkes, wenn es zurückkehrt oder unter uns lebt, in ganz besonderer Weise ehren müs­sen. Es sind ja die letzten Lebenden, an denen wir noch etwas gutmachen können, nicht gutma­chen im ewigen, aber doch im zeitlichen Sinn. Ich sehe es immer als eine besondere Gnade an, wenn einer von ihnen, der dies überstanden hat, unser Haus betritt.“

Zum Verhältnis von Juden und Christen nach 1945[1] Von Hans Joachim Iwand Als die Judenverfolgung in Deutschland begann, haben wir … Mehr

Oliver O’Donovan, Freiheit und ihr Verlust. Hoffnungen und Ängste für die politische Ordnung (Freedom and its Loss, 2002): „Was ist nun mit den Gebrüdern Wright, die dort Erfolg hatten, wo der Schneider von Ulm scheiterte? Sie hatten Erfolg, weil sie die Warnungen der Gesell­schaft ernst nahmen; nur wer sich an dem misst, was erfahrungsgemäß unmöglich ist, kann den schmalen Spalt im Felsen entdecken, der in die verborgene Kammer einer neuen Möglichkeit führt.“

Freiheit und ihr Verlust. Hoffnungen und Ängste für die politische Ordnung Von Oliver O’Donovan „Freiheit“ ist ein Begriff mit einer … Mehr

Wilhelm Freiherr von Pechmanns Brief an Landesbischof Hans Meiser nach der Reichspogromnacht vom November 1938: „Was in der vorigen Woche in Deutschland und nicht zuletzt auch in Bayern geschehen ist, wird in den weitesten Kreisen des Volkes – nach allem, was ich höre, bis tief in die Partei hinein – als schweres Ärgernis empfunden. Durch die Haltung der Behörden und durch den Anspruch auf ‚Legalität‘, ja auf ‚Recht‘ wird diese Empfindung gesteigert. Kann und darf die Kirche schweigen? Nimmermehr!“

Wilhelm Freiherr von Pechmanns Brief an Landesbischof Hans Meiser nach der Reichspogromnacht vom November 1938 D. Wilhelm Freiherr von Pechmann                                     … Mehr

Hans G. Ulrich, Menschenrechte und christliche Tradition. Evangelische Aspekte: „Wenn sich die christlichen Traditionen in ihrem verschiedenen Zugang zu den Menschenrechten zusammenfinden, dann ist der Gottesdienst, seine Liturgie und die darin enthaltende politische Ethik, das zentrale ökumenische Forum, auf dem sie sich treffen und ihr Gemeinsames finden können. Der Gottesdienst ist der Ort, an dem Christen erfahren, was es heißt, nicht zurückgeworfen zu werden auf ‚bloßes Menschsein‘, sondern Bürger zu sein: ‚So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist‘ (Eph. 2,19–20).“

Menschenrechte und christliche Tradition. Evangelische Aspekte Von Hans G. Ulrich Welche Impulse die Artikulation und die praktische Einforderung von Menschenrechten … Mehr

Hans Jonas, Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen (1984): „Unsere so völlig enttabuisierte Welt muß angesichts ihrer neuen Machtarten freiwillig neue Tabus aufrichten. Wir müssen wissen, daß wir uns weit vorgewagt haben, und wieder wissen lernen, daß es ein Zuweit gibt. Das Zuweit beginnt bei der Integrität des Menschenbildes, das für uns unantastbar sein sollte. Nur als Stümper könnten wir uns daran versuchen, und selbst Meister dürften wir dort nicht sein.“

Technik, Ethik und Biogenetische Kunst. Betrachtung zur neuen Schöpferrolle des Menschen Von Hans Jonas Meine Bemerkungen zerfallen in einen allgemeinen … Mehr

Martin Luther, Ein Sendbrief über die Frage, ob auch jemand ohne Glauben verstorben, selig werden möge (1522): „Da muss das Auge der Natur ganz ausgerissen sein und lauter Glaube da sein; sonst geht es nicht ohne greuliche, gefährliche Ärgernisse ab. Und wenn hierauf die verfallen, die im Glauben noch jung und ungeübt sind und dies mit dem Licht der Natur betrachten wollen (wie es ja allgemein geschieht, daß jedermann mit den höchsten Dingen anfangen will), so sind sie nah daran, dass sie einen großen Sturz und Fall tun und in einen heimlichen Widerwillen und Haß gegen Gott geraten, dem danach schwer zu raten ist.“

Ein Sendbrief über die Frage, ob auch jemand ohne Glauben verstorben, selig werden möge (1522) Von Martin Luther Gnade und … Mehr

Rudolf Bohren, Predigt über Römer 7,19-25 – Änderung der Frömmigkeit (1975): „So hoffe ich, dass der Geist des Jesus von Nazareth unsere Frömmigkeit umdreht, dass er uns die Augen öffnet über den Zusammenhang, in dem wir mit dem allen stehen, und dass das, was in Heidelberg geschah und geschieht, zu unserer Sache wird. Keiner steht vor Gott allein. Jeder einzelne steht vor Gott nicht ohne die Stadt, in der er lebt: „Wir müssen Buße tun“.“

In der Nacht des 26. Juni 1975 erlebte Heidelberg eine der gewalttätigsten Demonstrationen in seiner Geschichte. Studenten und langjährige Altstadtbewohner … Mehr