Martin Luther, Eine Auslegung von Psalm 62 (1526): „Wenn euch auch mit Recht und von Gott Reichtum zufiele, so verlasst euch doch auch nicht darauf und macht den Mammon nicht zum Gott. Denn Gut wird nicht dazu gegeben, dass man darauf bauen und trotzen soll, welches auch nichts und eitel ist, sondern dass man es gebrauchen und genießen und anderen mitteilen soll. Aber die Menschen lassen es nicht, sie bauen und trotzen auf Fürsten und Gut, das heißt, allenthalben auf nichts und handeln auf nichts.“

Eine Auslegung von Psalm 62 (1526) Von Martin Luther 1 Ein Psalm Davids für Jedutun, hoch zu singenDieser Psalm wurde … Mehr

Stanley Hauerwas, Bürger des Himmels. Predigt zu Genesis 15,6 mit Blick auf Martin Luther: „Wir sind Bürger einer himmlischen Politik, die es uns ermöglicht, ein Volk zu sein, das eine Alternative zur weltlichen Politik darstellt, die auf der Annahme beruht, dass Gott seine Verheißung an Abraham nicht eingehalten hat. Aber Gott hat Abraham für gerecht befunden, und davon hängt unser Heil ab.“

Bürger des Himmels. Predigt zu Genesis 15,6 mit Blick auf Martin Luther Von Stanley Hauerwas „Und er glaubte dem Herrn; … Mehr

Über die Trauer: „Wird nicht schmerzlich hervorgetrauert, sondern wehmütig nachgetrauert, bleiben Menschen untröstlich in der eigenen Traurigkeit gefangen. Sie können mit dem Verlust nicht dauerhaft zurechtkommen. Es kommt darauf an, ob die Trauer öffnet oder verschließt. Legt sie meine Seele frei, bin ich nicht länger selbst verschlossen.“

Über die Trauer Trauer ist keine Krankheit, sondern Leidenschaft. Sie lässt sich nicht einfach wegtherapieren. Stattdessen nimmt sie sich ihre … Mehr

Hans Graf von Lehndorff über das Lebensende einer jungen Ärztin („Doktora“) Anfang Juli 1945 in Königsberg (Ostpreußisches Tagebuch): „Ist ihre Lebens­kraft nicht schon längst zu Ende? Geht sie nicht schon wie im Traum neben uns her? Ist es nicht einzig und allein noch der Gehorsam gegenüber dem Liebesgebot unseres Heilandes, der sie in die Lage versetzt, ihren Mitarbeitern Vorbild zu sein und ihre Patienten zu versorgen, die mit innigem Vertrauen an ihr hängen?“

Über das Lebensende einer jungen Ärztin („Doktora“) Juli 1945 in Königsberg Von Hans Graf von Lehndorff In seinem Ostpreußischen Tagebuch, … Mehr

Martin Luther, Sermon über die zweifache Gerechtigkeit : „Du bist deshalb mächtig, damit du die Schwachen nicht durch Unterdrückung noch schwächer, sondern durch Erhöhung und Verteidigung mächtig machst. Und deshalb bist du weise, nicht damit du die Narren verspottest und sie so noch närrischer machst, sondern damit du dich ihrer annimmst, wie du es bei dir selbst willst, und sie unterweist. Dazu bist du gerecht, dass du den Ungerechten rechtfertigst und entschuldigst, nicht dass du ihn nur verdammst, ihm Böses nachredest, ihn richtest und bestrafst.“

Sermon über die zweifache Gerechtigkeit (1518) Von Martin Luther Von Martin Luther Liebe Brüder! »Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus … Mehr

Über das verfehlte Reden von Opfern: „Die Rede von verunfallten Todesopfern außerhalb von Kriegshandlungen stellt in aller Regel keinen Zweck einer Hingabe heraus und zeigt sich als problematischer Euphemismus. Bei soldatischen ‚Opfern‘ wird hingegen ein säkularisiertes ‚Opferevangelium‘ versucht. Der in einer Gefechtshandlung Verstorbene habe sein Leben für sein Volk bzw. für sein Vaterland selbst hingegeben, ohne dass sich dabei ein konkreter, willentlicher Opfergang ausmachen lässt.“

Über das verfehlte Reden von Opfern Wenn gegenwärtig in unserer Gesellschaft von Opfern die Rede ist, wird in aller Regel … Mehr

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben: „Es ist die Pilgerschaft des Glaubens, die in einer Prädestinationslehre nicht vorweggenommen bzw. in den Status ‚gerettet‘ eingedampft werden kann. Keine Theorie mit genereller Begrifflichkeit kommt dem wirklichen Geschehen von Menschen mit ihrem je eigenen Namen gleich. Wir können uns eben nicht von der Bühne stehlen und in einen göttlichen Regieraum gehen, um das Drama von oben zu übersehen.“

Prädestination, Erlösung und Verdammnis im wirklichen Leben Die Lehre von der Prädestination zum Heil oder zur Verdammnis enthält Aussagen, die … Mehr

Hans Steinacker über Joseph Wittig (1879-1949): „Der »Roman mit Gott«, erschienen 1950, ist das radikalste, persönlichste Buch Wittigs, geht es in diesen »Tagebuchblättern der Anfechtung« doch um die »Ge­schichte und den Ausgang meiner unglücklichen Liebe zu dem, was man Gott nennt«. So spricht Joseph Wittig als ein zeitge­nössischer Hiob: Von seiner Kirche verstoßen und der berufli­chen Existenz beraubt – trotz seiner vagen Wiederaufnahme –, hungernd und frierend, an Leib und Seele tödlich bedroht, harr­te er bis zum letzten Augenblick in der geliebten Heimat aus, um dann mit Frau und Kindern hinausgetrieben zu werden.“

Die angefochtene Gottesliebe des ökumenischen Grenzgängers Joseph Wittig (1879-1949) Von Hans Steinacker »Froh wollte ich alle Leser machen in dem … Mehr

Wolfgang Niederstraßer in seiner Predigt zu Psalm 10 im Trauergottesdienst für Gefallene 1942: „Man drängt die Kirche zurück aus dem öffentlichen Leben, zunächst in ihre Mauern, doch auch dort lässt man sie nicht. Anstelle der Taufe tritt die Namensgebung. Anstelle der Konfirmation tritt die Jugendreife, die politische Verpflichtung der Jugend. Anstelle der Trauung die Eheweihe. Anstelle der christlichen Beerdigung die Totenehrung. Es ist die Absicht vorhanden, dass auf christlichen Friedhöfen auch nicht christliche Bestattungen stattfinden müssen, dass selbst die Gotteshäuser zu solchen Feiern geöffnet werden müssen. [. . .] Genug. Warum bist Du so ferne, verbirgst Dich zur Zeil der Not? Warum?! Weil der Gottlose Übermut treibt, muß der Elende leiden!“

Es ist Björn Mensing zu verdanken, dass der Widerstand und die Inhaftierung des Pfarrers Wolfgang Niederstraßer (1907-1981) im KZ Dachau … Mehr