Predigt zu Jeremia 20,7 (1934) Von Dietrich Bonhoeffer Jeremia 20,7: Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Willy Kramp, Der Weg: „Die Straße ist Ausdruck menschlicher Herrschaft über den Raum. Sie wird der Landschaft aufgezwungen, geht über sie hinweg, und oft wird sie zur Abstraktion. Der Weg aber ist demütig. Er sucht nicht das Seine, sondern er gibt sich an die Landschaft hin, geduldig, leise … Er ist nicht Ausdruck der Stärke, sondern eher der Schwäche des Menschen. Den Schatten nimmt er vom Baum, das Wasser vom Quell, den Duft vom Gras, die Wärme von Haus und Stall.“
Der Weg Von Willy Kramp In meiner Kindheit fürchtete ich mich vor Straßen und liebte die Wege. Straßen hatten etwas … Mehr
Dietrich Bonhoeffer über ein mögliches Märtyrertum in seiner Predigt zu Kolosser 3,1-4 (1932): „Muss dem wirklich so sein, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn auch für unsere Kirche wieder Zeiten kommen werden, wo Märtyrerblut gefordert werden wird. Aber dieses Blut, wenn wir denn wirklich noch den Mut und die Ehre und die Treue haben, es zu vergießen, wird nicht so unschuldig und leuchtend sein wie jenes der ersten Zeugen.“
„Wenn auch für unsere Kirche wieder Zeiten kommen werden, wo Märtyrerblut gefordert werden wird.“ Aus einer Predigt zu Kolosser 3,1-4 … Mehr
Dietrich Bonhoeffer über den tyrannischen Menschenverächter in seiner Ethik: „Der tyrannische Menschenverächter macht sich in solchem Zeitpunkt das Gemeine des menschlichen Herzens leicht zunutze, indem er es nährt und ihm andere Namen gibt: Angst nennt er Verantwortung, Gier heißt Strebsamkeit, Unselbständigkeit wird zur Solidarität, Brutalität zum Herrentum. So wird im buhlerischen Umgang mit den Schwächen der Menschen das Gemeine immer neu erzeugt und vermehrt. Unter den heiligsten Beteuerungen der Menschenliebe treibt die niedrigste Menschenverachtung ihr finsteres Geschäft. Je gemeiner das Gemeine wird, ein desto willigeres und schmiegsameres Werkzeug ist es in der Hand des Tyrannen.“
Über den tyrannischen Menschenverächter (Ethik) Von Dietrich Bonhoeffer Die Botschaft von der Menschwerdung Gottes greift eine Zeit, in der bei … Mehr
Klaus Koch, Fluch in der Bibel: „Der heutige Bibelleser mag vor solchen dunklen Wortpraktiken zurückschrecken, die für ihn an Zauber und Aberglaube grenzen. Doch steht dahinter eine urtümliche und ungebrochene Erfahrung von der Macht des gesprochenen Wortes, das sich, einmal ausgesprochen, nicht mehr zurücknehmen läßt. Solche Wirkungen mögen wir heute vielleicht als psychologisch einstufen, derartige Kategorien standen dem Altertum dafür jedoch nicht zur Verfügung. Der Zweck des Fluches war – in seiner bedingten Form – die Abschreckung; dieser hat sich gewiß in ungezählten Fällen als wirksamer erwiesen als alle modernen Abschreckungsmethoden im Strafvollzug.“
Fluch in der Bibel Von Klaus Koch »Fluch« meint in der Bibel nicht wie in der modernen Alltagssprache den Gebrauch … Mehr
Ernest Hello über das Amen (Paroles de Dieu, 1877): „Der Mensch muss sich in einen Triumphruf verwandeln, zu einem lebendigen Amen werden, das von der Erde zum Himmel aufsteigt. Was sollen wir aus unseren Seelen und Leibern machen, wenn nicht Stimmen, die Amen sagen? Was sollen wir aus unseren Worten, Gedanken, Gesten, Blicken machen, wenn nicht triumphierende Amen? Amen sagt: „Ja, Herr!“ zu dem, der die Fülle ist. Außerhalb des Amen droht uns die Leere, zieht uns der Abgrund. Außerhalb des Amen verliert das menschliche Leben, das eine lebendige Bekräftigung der Wahrheit sein soll, seine Bestimmung und seine Daseinsberechtigung.“
Über das Amen (Paroles de Dieu) Von Ernest Hello Ich hätte mit dem Wort „Amen“ beginnen können. Ich hätte mit … Mehr
Gisbert Greshake über das Wandern: „Wer wandert oder geht, stellt sich in einen Prozess der Wandlung. Wandern führt zum Wandel. Jeder Schritt vergrößert den Radius des Erschlossenen, der Blickwinkel ändert sich ständig; die Füße bewegen sich auf neue Bodenformationen, neue Aussichten treten vor Augen, neue Klänge in die Ohren.“
Über das Wandern Von Gisbert Greshake Wer wandert oder geht, stellt sich […] in einen Prozess der Wandlung. Wandern führt … Mehr
‚Wüstgläubig‘ als schwäbischsprachiger Ehrentitel für Evangelische: „‚Wiaschtgläubige‘ wurden evangelische Christen abfälligerweise in katholischen Gebieten Südwestdeutschlands, wie zum Beispiel Oberschwaben, bis weit ins letzte Jahrhundert hinein bezeichnet. Man kann als Christ dieser Bezeichnung etwas Positives abgewinnen: Wer in der Wüste bzw. in Wüstenzeiten seinen Christus-Glauben bewährt, wird zur göttlichen Lebensoase finden.“
‚Wüstgläubig‘ als schwäbischsprachiger Ehrentitel für Evangelische „Wüstgläubig“ bzw. „Wiaschtgläubige“ wurden evangelische Christen abfälligerweise in katholischen Gebieten Südwestdeutschlands, wie zum Beispiel … Mehr
Paul Schempp, Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen (1946): „Ich komme bis heute nicht los von der Scham und Empörung darüber, dass wir, die wir das Unheil schon lange hatten kommen sehen, nicht Leib und Leben daran gewagt haben, es zu verhindern und nicht mitschuldig zu werden am Verbluten unserer Jugend. Aber es ist nun geschehen, und was man Opfer für Freiheit und Ehre hieß, ist nun ein Denkmal schrecklicher Verführung, und wir sehen vor uns nur Armut an Leib und Seele.“
Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen Kirchheim, den 23. Januar 1946 Liebe Familie K.! Vor … Mehr