‚Wüstgläubig‘ als schwäbischsprachiger Ehrentitel für Evangelische „Wüstgläubig“ bzw. „Wiaschtgläubige“ wurden evangelische Christen abfälligerweise in katholischen Gebieten Südwestdeutschlands, wie zum Beispiel … Mehr
Kategorie: Ethik des Evangeliums
Paul Schempp, Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen (1946): „Ich komme bis heute nicht los von der Scham und Empörung darüber, dass wir, die wir das Unheil schon lange hatten kommen sehen, nicht Leib und Leben daran gewagt haben, es zu verhindern und nicht mitschuldig zu werden am Verbluten unserer Jugend. Aber es ist nun geschehen, und was man Opfer für Freiheit und Ehre hieß, ist nun ein Denkmal schrecklicher Verführung, und wir sehen vor uns nur Armut an Leib und Seele.“
Beileidsbrief zum Soldatentod von zwei Söhnen der Familie K. in Iptingen Kirchheim, den 23. Januar 1946 Liebe Familie K.! Vor … Mehr
Yves Raguin, Aufbrechen (Partir – Chemins de la contemplation): „Wenn man sich entschieden hat, auf die Suche nach Gott zu gehen, muss man sein Gepäck packen, den Esel satteln und sich auf den Weg machen. Der Berg Gottes ist in der Ferne kaum sichtbar … Bei Tagesanbruch muss man aufbrechen. Es ist ein großer Aufbruch. Man muss Abschied nehmen. Von was? Von allem und nichts.“
Aufbrechen Von Yves Raguin SJ Wenn man sich entschlossen hat, auf die Suche nach Gott zu gehen, muss man seine … Mehr
Karl Steinbauers Lied ‚Wer kann mir binden Gottes Wort‘ (zu 2. Timotheus 2,9) aus der Gefängniszelle 20 in Weilheim (1937): „Wer kann mir binden Gottes Wort? / Es stärkt und tröstet fort und fort / mein Herz, ob ich gefangen lieg, / predigt mir frei des Christus Sieg. / Halleluja!“
Wer kann mir binden Gottes Wort (zu 2. Timotheus 2,9) Karl Steinbauer verfasste das Lied Wer kann mir binden Gottes … Mehr
Oto Mádr, Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977): „Nehmen wir an, dass auch die Kirche stirbt. Es soll keine bloße Übungshypothese sein, auch wenn wir glauben, dass die Kirche bis zum Ende der Zeiten bleibt. Albanien ist das erste Land ohne Religion, so lautet die offizielle These. Die Wirklichkeit wird jedoch nicht zu weit davon entfernt sein, besonders was die Zukunftsaussichten betrifft. Wie lange halten die Überreste der kirchlichen Struktur noch durch? Wie lange können Gläubige dem Druck der Macht widerstehen? Und – wann kommen weitere ‚Albanien‘ hinzu? Es ist nicht gerade etwas Ermunterndes, an gequälte Brüder und Schwestern zu denken, aber: ist es sicher, dass wir nie in eine Situation der sterbenden Kirche gelangen? Sind wir nicht schon in ihr, an der Schwelle vielleicht? Man kann nicht nur an tödlichen Verletzungen, sondern auch an schleichenden Krankheiten sterben.“
Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977)1 Von Oto Mádr Die folgenden Gedanken sind das Zeugnis eines … Mehr
Philipp Jakob Spener, Pia Desideria oder Herzliches Verlangen nach gottgefälliger Besserung der wahren evangelischen Kirche samt einigen einfältig dahin abzweckenden christlichen Vorschlägen (1675): „Es werden zwar wenige evangelische Orte sein, wo nicht genug Predigten gehalten werden, aber dennoch finden viele gottselige Gemüter an vielen Predigten nicht wenig auszusetzen, denn es gibt Prediger, die oft ihre meisten Predigten mit Dingen anfüllen, womit sie sich den Ruhm der Gelehrsamkeit erwerben wollen, obwohl die Zuhörer nichts davon verstehen; da müssen oft viele fremde Sprachen herbei, von denen vielleicht nicht ein Einziger in der Kirche ein Wort versteht. Wie manche tragen mehr Sorge dafür, dass der Eingang passend, und der Übergang natürlich, dass die Einteilung kunstreich genug, und alle Teile recht nach der Redekunst abgemessen und ausgeziert seien, als dass sie solche Materien wählten und durch Gottes Gnade ausführten, wovon die Zuhörer im Leben und Sterben Nutzen haben könnten.“
Speners Pia Desideria erschien als Vorrede zur Neuausgabe von Johann Arndts Evangelienpostille für die Frankfurter Frühjahrsmesse im März 1675 (signiert … Mehr
Karl Barth über das Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22,34-40): „Die beiden Gebote stehen nicht absolut nebeneinander: es ist klar, dass Jesus die Liebe zu Gott und die zum Nächsten gerade nicht geschieden, sondern verbunden sehen wollte. Sie sind aber auch nicht identisch: es wird ja das Gebot der Gottesliebe, Matth. 22, 38, ausdrücklich «das große und erste» Gebot genannt; es wird ihm das Gebot der Nächstenliebe ja ausdrücklich als das «zweite» zur Seite gestellt; der Nächste ist nicht Gott und Gott ist nicht der Nächste. So kann auch die Liebe zu Gott nicht einfach und direkt die Liebe zum Nächsten sein.“
Über das Doppelgebot der Liebe Von Karl Barth Man darf und muß hier, um zu verstehen, an das sog. «Doppelgebot … Mehr
Samuel Wells, Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39: „Was ist ein guter Tod? Ein guter Tod ist ein Fenster zur Herrlichkeit Gottes. Ein guter Tod ist eine Offenbarung von Paulus’ Überzeugung, dass ‚uns nichts von der Liebe Gottes in Christus Jesus, unserem Herrn, trennen kann‘. Die Realität der modernen Medizin ist, dass nur wenige von uns bis zum letzten Moment ihres Todes vollständig bei Bewusstsein, klar im Kopf und voller Abschiedsworte sein werden. Wie jemand einmal sagte: „’Der Vorteil ist, dass das Sterben zu den wenigen Dingen gehört, die man genauso gut im Liegen erledigen kann.‘ Die verschiedenen Schläuche und Maschinen werden uns meist noch eine Zeit lang technisch am Leben erhalten, nachdem unser letzter bewusster Gedanke oder unser letztes Wort gefallen ist. Deshalb müssen wir jetzt anfangen, unsere Angelegenheiten zu ordnen, wenn wir unseren Familien, Freunden und der Gesellschaft das Geschenk eines guten Todes machen wollen. Sich auf einen guten Tod vorzubereiten, zwingt uns dazu, ein gutes Leben zu führen. Je weniger wir die Länge unseres Lebens beeinflussen können, desto mehr müssen wir uns um seine Breite und Tiefe kümmern.“
Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39 Von Samuel Wells Woody Allen sagte einmal: „Ich möchte nicht durch meine Arbeit … Mehr
Die 12 Hauptartikel der Bauernschaft (März 1525): „Zum andern dann klar lauter folget, dass die Bauern, die in ihren Artikeln solches Evangelium zu Lehre und Leben begehren, nicht mögen ungehorsam, aufrührisch genennt werden. Ob aber Gott die Bauern (die nach seinem Wort zu leben ängstlich rufen) erhören will, wer will den Willen Gottes tadeln? Wer will in sein Gericht greifen? Ja, wer will seiner Majestät widerstreben? Hat er die Kinder Israels, die zu ihm schreien, erhöret und aus der Hand des Pharaos befreit, mag er nicht noch heute die Seinen erretten? Ja, er wirds erretten.“
Die 12 Hauptartikel der Bauernschaft Dem christlichen Leser Fried und Gnad Gottes durch Christum. Es sind viele Widerchristen, die jetzund … Mehr