Albrecht Grözinger, Flaschenpost mit ungewisser Zukunft: „Ich gebe es zu, die in Johannesburg beschlossene ‚Erklärung zu Palästina und Israel: Ein Aufruf zur Beendigung von Apartheid, Besatzung und Straflosigkeit in Palästina und Israel‘ des Ökumenischen Rates der Kirchen hat mich kalt erwischt …“

Flaschenpost mit ungewisser Zukunft Von Albrecht Grözinger Ich gebe es zu, die in Johannesburg beschlossene „Erklärung zu Palästina und Israel: … Mehr

Karl Löwiths Rundfunkvortrag über Töten, Mord und Selbstmord (1962): „Es gibt nur ein einziges stichhaltiges Argument gegen das Recht zur Selbstvernichtung, und dieses ist kein eigentlich moralisches, sondern ein religiöses. Es steht und fällt mit dem christ-lichen Glauben, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes ist, dass er sein Leben als eine Gabe geschenkt bekam. Dann, aber auch nur dann, ist der Selbstmord in der Tat ein Mord, ein höchstes Unrecht gegen Gott.“

Töten, Mord und Selbstmord (1962) Von Karl Löwith Das biblische Gebot »Du sollst nicht töten« wäre nur dann eindeutig, wenn … Mehr

Ruth Benedict on Guilt Cultures versus Shame Cultures (1946, The Chrysanthemum and the Sword): „True shame cultures rely on external sanctions for good behavior, not, as true guilt cultures do, on an internalized conviction of sin. Shame is a reaction to other people’s criticism. A man is shamed either by being openly ridiculed and rejected or by fantasying to himself that he has been made ridiculous. In either case it is a potent sanction.“

On Guilt Cultures versus Shame Cultures By Ruth Benedict In anthropological studies of different cultures the distinction between those which … Mehr

Karl Barth, Rundfunkvortrag über die Freiheit (1960): „So kann niemand für seine Freiheit garantieren, so kann sie auch keinem durch andere garantiert werden. So gibt es keine Technik zur Erwerbung und keine zur Erhal­tung und Verteidigung der Freiheit. Freiheit kommt aus freier Erwäh­lung. Freiheit ist freies Geschenk. Der freie Gott, vor dem alle Men­schen sich immer wieder als Unfreie erkennen und bekennen müssen, der sich aber gerade der Unfreien annehmen will und längst ange­nommen hat, ist der Ursprung der Freiheit. Er schuf zu allen Zeiten und schafft immer neu freie — eben in jener Bindung freie —, zur Be­freiung anderer brauchbare Menschen. Und die wahrhaft entschei­dende Betätigung ihrer Freiheit wird jeden Morgen neu in der Anrufung bestehen: «Herr, mach uns frei!».“

Freiheit Von Karl Barth Es ist mit der Freiheit wie mit dem Glauben oder wie mit der Liebe, wie mit … Mehr

Stanley Hauerwas und John Berkman über Gewalt als Thema der christlichen Ethik (1995): „Eine der großen Ironien der christlichen Tradition ist, dass viele Rechtfertigungen von Gewalt, die Christen vertreten, auch die Hinrichtung Jesu durch die römischen Behörden legitimieren würden. Dennoch haben die meisten Christen weiterhin an der Zentralität des Kreuzes festgehalten und damit eine ständige Spannung zwischen christlichen Überzeugungen und der Legitimation von Gewalt aufrechterhalten. Das Neue Testament zeichnet Jesus eindeutig als jemanden, der mit Gewalt umging, indem er den grundlegenden Anspruch der Notwendigkeit oder Wirksamkeit von Gewalt infrage stellte.“

Gewalt Von Stanley Hauerwas und John Berkman In ähnlicher Weise, wie für den einen eine Person ein „Terrorist“ und für … Mehr

Robert W. Jenson über den Dekalog (1991): „Dass der HERR eine identifizierbare Geschichte hat, ist unter den Göttern eine radikale Besonderheit – und ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal dafür, welchen Gott Israel und die Kirche anbeten. Die gewöhnlichen Ewigkeiten – und somit die gewöhnlichen Götter – transzendieren die Zeit, indem sie sie auslöschen, indem sie garantieren, dass das, was in der Zeit geschieht, keine endgültige Bedeutung hat. Der HERR aber identifiziert sich selbst durch Ereignisse unserer zeitlichen Geschichte: ‚Ich bin der, der Israel aus Ägypten befreit hat. Ich bin der, der Jesus von den Toten auferweckt hat.‘ Seine Ewigkeit ist nicht Unberührbarkeit gegenüber Möglichkeit und Herausforderung, sondern vielmehr triumphierendes Leben selbst.“

Der Dekalog Von Robert W. Jenson I. Ein Katechismus ist ein Handbuch zur Unterweisung von Katechumenen, also von jenen, die … Mehr

Richard Lischer, Altar oder Tisch (1982): „Der Tisch, von dem wir Brot und Wein empfangen, ist nur möglich, weil es einst – für alle Völker – einen Altar gab, auf dem Gottes Sohn geopfert wurde. Frühe Christen, denen vorgeworfen wurde, keinen Opferort zu haben, antworteten: ‚Wir haben einen Altar‘ (Hebr. 13,10) – und meinten damit das gesamte Selbstopfer Christi. John Mason Neales Übersetzung eines alten eucharistischen Hymnus stellt die Verbindung zwischen Altar und Tisch vielleicht deutlicher dar, als moderne Christen es ertragen können: ‚Des Lammes hohes Mahl wir sehn, / In schneeweißen Königsgewändern stehn; / Das Rote Meer durchschritten gar, / Singen wir Christus, unserm König, hurra. / Auf des Kreuzes Altar / Erlöst sein Leib, was verloren war; / Und koste ich seines roten Bluts, / Mein Leben in Gott ist meines Mutes.'“

Altar oder Tisch Von Richard Lischer Er war das Wort, das es sprach,Er nahm das Brot und brach es;Und was … Mehr

Heiner Bielefeldt über Menschenrechte: „Die Menschenrechte institutionalisieren den Respekt vor der Würde des Menschen rechtsprak­tisch dadurch, dass sie jedem Menschen grundlegende Freiheits-, Gleichheits- und Teil­haberechte garantieren. Freiheit, Gleichheit und Teilhabe (früher: »Brüderlichkeit«) gel­ten als gleichsam architektonische Prinzipien, die alle menschenrechtlichen Einzel­normen prägen.“

Menschenrechte Von Heiner Bielefeldt I. Zwischen Recht, Moral u. religiöser Ethik Bei den Menschenrechten handelt es sich um grundlegende Freiheits-, … Mehr

Christoph Blumhardts Predigt über Lukas 18,1-8 (1890): „Das Dasein des Heilandes ist noch nicht die Rettung. Das, dass der Heiland geboren ist, gestorben ist, auferstanden ist, ist noch nicht die Rettung. Das ist freilich auch wieder so ein Satz, der allem ins Gesicht schlägt, was man uns gewöhnlich lehrt, aber so steht’s eben da! Reißet mir den Kopf herunter, daß ich’s sage, aber da steht’s eben: die Rettung ist noch nicht da. Sie schreien wohl in die Welt hinein: ‚Jesus errettet mich jetzt!‘ aber das ist ein verlogener Satz.“

Predigt über Lukas 18,1-8 (1890) Von Christoph Blumhardt Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, daß man allezeit beten und … Mehr