Samuel Wells, Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39: „Was ist ein guter Tod? Ein guter Tod ist ein Fenster zur Herrlichkeit Gottes. Ein guter Tod ist eine Offenbarung von Paulus’ Überzeugung, dass ‚uns nichts von der Liebe Gottes in Christus Jesus, unserem Herrn, trennen kann‘. Die Realität der modernen Medizin ist, dass nur wenige von uns bis zum letzten Moment ihres Todes vollständig bei Bewusstsein, klar im Kopf und voller Abschiedsworte sein werden. Wie jemand einmal sagte: „’Der Vorteil ist, dass das Sterben zu den wenigen Dingen gehört, die man genauso gut im Liegen erledigen kann.‘ Die verschiedenen Schläuche und Maschinen werden uns meist noch eine Zeit lang technisch am Leben erhalten, nachdem unser letzter bewusster Gedanke oder unser letztes Wort gefallen ist. Deshalb müssen wir jetzt anfangen, unsere Angelegenheiten zu ordnen, wenn wir unseren Familien, Freunden und der Gesellschaft das Geschenk eines guten Todes machen wollen. Sich auf einen guten Tod vorzubereiten, zwingt uns dazu, ein gutes Leben zu führen. Je weniger wir die Länge unseres Lebens beeinflussen können, desto mehr müssen wir uns um seine Breite und Tiefe kümmern.“

Wie man stirbt. Predigt zu Römer 8,28–39 Von Samuel Wells Woody Allen sagte einmal: „Ich möchte nicht durch meine Arbeit … Mehr

Hans G. Ulrich, »Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn« (Römer 14,8): „Es ist zu fragen, warum das Sterben, wie es zum Menschen gehört, in den verschiedenen Diskursen nicht wirklich als eben menschliches, als dem Men­schen so zukommendes und auch gewährtes in den Blick kommt – mit all dem, was an Hilfe und Beistand geleistet werden kann, aber vor allem mit all dem, was von jener anderen Geschichte im Sterben präsent wird. Das Bleiben in der Anfech­tung wie das Bleiben in der Geschichte, für die wir selbst nicht einstehen müssen, lässt uns befreit sein davon, das Sterben in die Regie nehmen zu müssen. Dies macht die ars moriendi und eine ihr entsprechende seelsorgliche Praxis aus, die in der Botschaft enthalten ist, dass wir Menschen gewürdigt sind, dieser anderen Geschichte zuzugehören, die Gott mit uns angefangen hat und die er weiterführen wird – in alle Ewigkeit.“

»Wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn«[1] »Sterben« im Verständnis christlicher Tradition, auch im Blick auf die seelsorgerliche … Mehr

Lebens- und Sterbensgebet des Frankfurter Arztes Johann Christian Senckenberg im Nachlass Johann Wolfgang von Goethes: „Ich weiß, wie Du mich bis hierher in Deinem Sohn Jesu Christo geliebt hast; so wirst Du auch ferner mich lieben, beraten, leiten und führen bis an mein Ende und in der Zeit, also auch in der Ewigkeit, wohl versorgen. Denn Du kannst nichts anderes als Gutes tun. Fahre nun hin, meine Seele, in vollem Glauben und Vertrauen auf eine gewisse selige Ewigkeit. Denn Du hast einen guten Herrn, der alles vermag, der unendlich gütig ist, der sein Wort hält, und den Du vor langen Jahren her kennst und dessen Güte Du geschmeckt und erfahren hast. Er kann, er will, er wird Dich nicht verlassen. O, wie ruhig, o, wie fröhlich verlasse ich diese elende Welt, da ich weiß, dass mir etwas Besseres beigelegt ist in dem Lande der Lebendigen. Da werde ich meinen Gott und Herrn näher kennen lernen.“

Lebens- und Sterbensgebet Von Johann Christian Senckenberg Drei Jahre vor seinem Tod hatte der bekannte, pietistisch geprägte Frankfurter Arzt Johann … Mehr