Emil Brunner, Die Menschenrechte nach reformierter Lehre (1942): „In der gegenwärtigen Stunde kommt die Bedrohung der menschlichen Bestimmung unzweideutig vom autoritären Kollek­tivismus her, für den es eine unverletzliche, im Gotteswillen begründete Würde der menschlichen Person nicht gibt. Es ist darum kein Zufall, sondern sachliche Notwendigkeit, dass in dieser Stunde die christliche Gemeinde in der ganzen Welt wieder einmal in den akuten status confessionis eingetreten, dass sie als bekennende Kirche aufgerufen ist, und zwar diesmal als Anwalt der gottgeschaffenen Menschenrechte. Sie ist der Welt nicht nur das Evangelium von der rettenden Gnade schuldig — in deren Verkündigung sie ihr eigenes, ihr ewiges Leben hat —, sondern auch die Lehre von den Ordnungen Gottes, in der die Erkenntnis der rechten sozialen und staatlichen Gerechtigkeit und mit ihr sowohl die Erkenntnis der Menschenpflichten als der Menschen­rechte enthalten ist.“

Die Menschenrechte nach reformierter Lehre (1942) Von Emil Brunner Über Nacht ist die Idee der Menschenrechte aus einer euro­päischen Selbstverständlichkeit, … Mehr

Martin Buber, Dom und Friedhof (1934): „Ich umwandle schauend den Dom mit einer vollkommenen Freude. Dann gehe ich zum jüdischen Friedhof hinüber. Der besteht aus schiefen, zerspellten, formlosen, richtungslosen Steinen. Ich stelle mich darein, blicke von diesem Friedhofgewirr zu der herrlichen Harmonie empor und mir ist, als sähe ich von Israel zur Kirche auf.“

Dom und Friedhof Von Martin Buber Ich lebe nicht fern von der Stadt Worms, an die mich auch eine Tradition … Mehr

Karl Barth, Die Gerechtigkeit Gottes (1916): „Es widerstrebt uns innerlich, dass die Gerechtigkeit, nach der wir lechzen, Gottes Sache ist, und nur von Gott her zu uns kommen kann. Wir würden ums Leben gern diese große Sache an die Hand und in Betrieb nehmen, wie wir so manches Andere in Betrieb haben. Es erscheint uns als höchst wünschenswert, dass die Gerechtigkeit, ohne die wir ja nicht sein können, einfach von unserm Willen ins Programm genommen werde, unbesehen, was das eigentlich für ein Wille sei. Wir nehmen uns ungefragt das Recht, die tumultuarische Frage: was sollen wir tun? aufzuwerfen, als ob das so wie so die erste und dringendste wäre. Nur möglichst schnell Hand angelegt an Reformen, Sanierungen, Methoden, Kultur- und Religionsbestrebungen von allen Sorten! Nur möglichst schnell ‚positive Arbeit‘ geleistet!“

Die Gerechtigkeit Gottes (1916) Von Karl Barth Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den … Mehr

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen Wehrunterrichts an den Schulen vom 14. Juni 1978: „Die Kon­ferenz bedauert, dass die kirchlichen Be­denken nicht berücksichtigt wurden, und hat die Regierung noch einmal um eine Überprüfung gebeten. Die Konferenz be­fürchtet, dass durch die Einführung von ob­ligatorischem Wehrunterricht die Erzie­hung zum Frieden im Bewusstsein gerade von Jugendlichen ernsten Schaden leidet und die Glaubwürdigkeit der Friedenspoli­tik der DDR in Frage gestellt wird.“

Wort an die Gemeinden in den Gliedkirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR wider die Einführung des obligatorischen … Mehr

Karl Barth, Die Menschlichkeit Jesu (1956): „Die Menschlichkeit Jesu ist in ihrer ganzen Überlebensgroße keine gespenstische, sondern echte, wirk­liche Menschlichkeit. Wie könnte er für uns eintreten, wenn es zwischen ihm und uns, uns und ihm nicht bei aller Un­gleichheit auch Gleichheit gäbe, wenn er nicht recht und natürlich unser Bruder wäre? Die Ungleichheit zwischen ihm und uns besteht klar darin, daß wir einander keine Heilande, keine Erretter sein, daß wir nicht füreinander einstehen können. Die Gleichheit zwischen uns und ihm besteht aber eben in der von Gott gut geschaffenen mensch­lichen Natur, die bei uns zwar mannigfach und schwer ver­deckt, bei uns verborgen bei ihm offenbar, die aber in ihm und in uns dieselbe ist.“

Die Menschlichkeit Jesu Von Karl Barth Im Neuen Testament kommt an einer Reihe von Stellen ein merkwürdiger Ausdruck vor, in … Mehr

Peter Noss über Hans Ehrenberg (1883-1958): „Erst spät wurde die Bedeutung Ehrenbergs für die philosophische und theologische Wissenschaft und Praxis in angemessener Weise wiederentdeckt. Insbesondere die in Person und Biographie vermittelte Spannung von Judentum und Christentum ist neben vielem anderen ein lohnender Anknüpfungspunkt zur Beschäftigung mit Ehrenberg.“

Hans Philipp Ehrenberg Von Peter Noss Am 4. Juni 1883 kommt Ehrenberg als Sohn von Gabriella Emilie Ehrenberg, geb. Fischel … Mehr

Paul Lehmann über Vergebung: „Ein christlich-ethischer Zugang zur Vergebung unterstreicht daher die Praxis der Liebe durch Vergebung und Gerechtigkeit. Als Handlungen Gottes zeigen diese Beziehungen Gottes freie Initiative gegenüber dem Menschen sowie seine tragende, erneuernde und erfüllende Fürsorge und Gemeinschaft mit seinen menschlichen Geschöpfen. In der Liebe wendet Gott sich der Menschheit in Treue mit seiner Gegenwart und Gnade zu. In der Vergebung ’schickt‘ Gott menschliche Ablehnungen und Verletzungen dieser göttlichen Initiative ‚fort‘, ‚verzeiht‘ sie oder ‚bedeckt‘ sie.In der Gerechtigkeit wird Gottes Gegenwart in, mit und unter dem menschlichen Streben und Ringen, menschlich zu sein, erkannt und erfahren – in der Wiederherstellung dessen, was in persönlichen und sozialen Beziehungen nicht recht ist.“

Vergebung (Forgiveness) Von Paul Lehmann Streng genommen ist Vergebung ein Begriff und eine Erfahrung, in der religiöse und ethische Empfindungen, … Mehr

Heinrich-Hermann Ulrich, Theologie der Haushalterschaft (1981): „Die Gemeinde Jesu Christi steht deshalb nicht nur unter dem Gesetz der Sammlung und der eigenen Auferbauung, sondern ebenso der Sendung in die Welt. Als Leib Christi ist sie das Werkzeug dieser Sendung, und die Charismen sind das Kräftepotential des dafür erforderlichen Dienstes. In den Charismen, die Christus seiner Gemeinde gibt, will er sein Auferstehungsleben allen Menschen und, wie etwa die orthodoxe Kirche betont, dem ganzen Kosmos mitteilen.“

Theologie der Haushalterschaft Von Heinrich-Hermann Ulrich Als junger Pfarrer nahm ich 1952 an der zweiten Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in … Mehr

Gerhard O. Forde, Über das Sein eines Theologen des Kreuzes (1997): „Ein Theologe des Kreuzes sagt, was eine Sache ist. In heutiger Sprache: Ein Theologe des Kreuzes nennt die Dinge beim Namen. Wer ‚alles durch das Leiden und das Kreuz betrachtet‘, ist gezwungen, die Wahrheit zu sagen. Die Theologie des Kreuzes gibt also den theologischen Mut und den begrifflichen Rahmen, um die Sprache festzuhalten. Sie wird zweifellos auch eine kritische Prüfung der Sprache und ihres Gebrauchs beinhalten. Sie wird anerkennen, dass der verschwundene Teil des Vokabulars erschreckend und anstößig sein kann. Doch sie wird erkennen, dass gerade das Kreuz und die Auferstehung die einzige Antwort auf dieses Problem sind – nicht Tilgung oder Ignoranz.“

Über das Theologe-Sein des Kreuzes (On Being a Theologian of the Cross) Von Gerhard O. Forde Wir befinden uns in … Mehr