Eberhard Jüngel, Gewissen – was ist das?: „Diese rigorose Tendenz des Gewissens verstärkt sich, wenn der im Gewissen vor sich selbst zitierte Mensch sich nicht mehr zugleich als vor Gott existierender Mensch erfährt und versteht. Dann tritt die Stimme des Gewissens an die Stelle des Wortes Gottes. Dann usurpiert das Gewissen das Richteramt Gottes und wird so gerade in seiner morali­schen Rigorosität zur letzten Bastion der Sünde: sei es, dass es zum Ort der eigenmächtigen Selbstrechtfertigung, sei es, dass es zum Ort der selbstzerstörerischen Selbstverurtei­lung wird.“

Gewissen – was ist das? Von Eberhard Jüngel 0. Der zu Gottes Ebenbild geschaffene Mensch ist, weil von Gott auf … Mehr

Blaise Pascal, Gebet zu Gott um den rechten Gebrauch der Krankheiten (1660): „Gib, dass meine Schmerzen die dei­nen werden. Vereine mich mit dir; erfülle mich mit dir und deinem Heiligen Geist. Geh ein in mein Herz und in meine Seele, um darin meine Leiden zu tragen und um weiter in mir zu erdulden, was noch von deinem Leidensweg vor dir liegt.“

Fast unerträglich ist es, wie Blaise Pacal die eigene Krankheit(en) in das Unverhältnis des Menschen zu Gott nimmt: Gebet zu … Mehr

Timothy Radcliffe, Autorität. Fünfte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 3. Oktober 2023: „Die Autorität der Schönheit spricht also vom Ende der Reise, von der Heimat, die wir nie gesehen haben. Die Autorität der Heiligkeit spricht von der Reise, die wir machen müssen, wenn wir ankommen wollen. Es ist die Autorität derer, die ihr Leben verschenken.“

Autorität. Fünfte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 3. Oktober 2023 Von Timothy Radcliffe OP Es kann … Mehr

Günther Anders, Die Antiquiertheit des Sterbens (1979): „Keine Übertreibung ist es zu behaupten, daß immer weniger von uns einfach an Lebensmüdigkeit oder Altersschwäche sterben. Einfache Sterbefälle sind bereits alter­tümliche Raritäten. Zumeist wird der Tod hergestellt. Gestorben wird. Nicht Sterbliche sind wir Heutigen, primär vielmehr Ermordbare.“

Die Antiquiertheit des Sterbens (1979) Von Günther Anders Im Zeitalter des Machens darf es eigentlich keine ungemachten Ge­schehnisse geben, mindestens … Mehr

Timothy Radcliffe, Gespräch auf dem Weg nach Emmaus. Vierte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 2. Oktober 2023: „Während dieser Synode werden wir wie diese Jünger sein. Manchmal werden wir uns der Gnade des Herrn, die in uns wirkt, nicht bewusst sein und vielleicht sogar denken, dass das alles Zeitverschwendung ist. Aber ich bitte Gott, dass wir im Nachhinein, wenn wir zurückblicken, erkennen, dass Gott die ganze Zeit bei uns war und dass unsere Herzen in uns gebrannt haben.“

Gespräch auf dem Weg nach Emmaus. Vierte Exerzitienansprache für die Teilnehmer der Weltsynode in Rom am 2. Oktober 2023 Von … Mehr

Julius Schniewind, Die Seligpreisungen Matthäus 5,3-12 (NTD): „Das Fragen und Verlangen nach Gerechtigkeit auf Erden wird selig gepriesen, das brennende Verlangen (Hunger und Durst!) danach, dass Unrecht und Ungerechtigkeit aufhören möchten. Wo dies Verlangen brennt, ist es ein Fragen nach Gott und nach seiner Gerechtigkeit, und das bedeutet allerdings eine Haltung des ganzen Lebens, ein Warten; die Antwort auf dies Warten ist die von Christus geschenkte Tat.“

Wie Julius Schniewind (1883-1948) die Seligpreisungen der Bergpredigt 1936 biblisch-theologisch auf ein „Heute“ auszulegen vermochte, erweist sich immer noch als … Mehr

Gisbert Greshake, Zum Begriff der Zukunft: „Wo der Mensch versucht, das Ganze der Wirklichkeit in den Griff zu bekommen, wo er das Ganze (das „totum“) mani­pulieren und eine total heilvolle Welt herbeiführen will, da wird er – wie viele schmerzvolle Erfahrungen der jüngsten Gegenwart und Vergangenheit zeigen – not­wendig „totalitär“: er opfert das einzelne der Allgemeinheit, den Teil dem Ganzen, die Gegenwart der Zukunft.“

Zum Begriff der Zukunft Von Gisbert Greshake Zukunft als Werden (futurum) Das deutsche Wort Zukunft trägt eine seltsame Zweideutigkeit an … Mehr