Paul Schempp, Predigt über Johannes 7,33-39 (1935): „Wird Gottes Wort weiterziehen und eine tote, selbstsichere Kirche zurücklassen, deren Gottesdienste wie leerlaufende Maschinen sind? Ist vielleicht gar schon die Zeit angebrochen, da man Christus umsonst sucht? An der Kirche wird heute viel herumgedoktert und man möchte sie gern lebendig und stark und einflußreich haben. An der Organisation fehlt’s, sagt der eine; an der zeitgemäßen Predigt, der andre. Ja, ja, es fehlt hinten und vorne, oben und unten, bei den Pfarrern und den Gemeinden, aber es könnte auch noch viel schlimmer sein: Christus könnte uns fehlen.“

Predigt über Johannes 7,33-39 Von Paul Schempp 33 Da sprach Jesus zu ihnen: Ich bin noch eine kleine Zeit bei … Mehr

Karl Barth über Humor und Lachen in seiner Ethik-Vorlesung 1928/29: „Ein befreites Lachen ist ein solches Lachen, das aus dem Wissen kommt, wie wir trotz des gegenteiligen Aspektes der gegenwärtigen Wirklichkeit letztlich dran sind. Auch vom Humor gilt, dass er echt nur ist, wenn er aus dem Leid geboren ist. Hinter ihm steht ja wahrhaftig gerade, wenn er stark ist, die ganze Not des Seufzens unter den Leiden, unter der ganzen grausigen Unerlöstheit unserer Gegenwart, die ganze Fragwürdigkeit unserer geschöpflichen Existenz und die ganze Aufgehobenheit unserer Existenz als Sünder, die von Barmherzigkeit leben. Wer darum nicht weiß, wer nicht weiß, dass wir nichts zu lachen haben, wie sollte der lachen können, wie man es als Kind Gottes allerdings können muss?“

Dialektisches über Humor und das Lachen der Kinder Gottes Von Karl Barth Humor bedeutet also fraglos ebenso wie Kunst ein … Mehr

Hermann Sasse, Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943): „Wie die Welt gibt, das sehen wir an den zerstörten Städten Deutschlands, an den zer­trümmerten Domen am Rhein, den tausendjährigen Gotteshäu­sern, an den rauchgeschwärzten Ruinen der alten Kirchen von Hamburg, Lübeck und Rostock. Aber durch den namenlosen Jammer dieser Zeit, durch Sterbensnot und tiefste menschliche Verzweiflung hören wir die Stimme dessen, der da zu seiner Ge­meinde spricht: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ Und wir sprechen mit dem Apostel: Ja, er ist un­ser Friede. Und wir beten mit der Kirche aller Zeiten: Amen, ja komm Herr Jesu! Und wir bekennen mit Herz und Mund, mit der ganzen Christenheit: Ich glaube an den Heiligen Geist, Eine Hei­lige Christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen. Amen.“

Luthers Glaube an die Eine Heilige Kirche (1943) Von Hermann Sasse Fast drei Jahrhunderte lang hat die evangelische Kirche Augs­burgs … Mehr

Karl Löwiths Rundfunkvortrag über die Freiheit zum Tode (1969): „Der Mensch hat die spezifische Möglichkeit, sich zu seinem Leben und Ableben als dem seinen verhalten zu können. Er hat die Freiheit, das Faktum seines leibhaftigen Daseins nicht bloß hinzunehmen, sondern es eigens anzu­nehmen oder abzulehnen und das Nichtmehrdasein in Gedanken, oder auch in der Tat, vorwegzunehmen. Für gewöhnlich bedeutet jedoch eine solche Vorwegnahme des Todes keine Freiheit zu ihm, sondern Angst vor ihm.“

Die Freiheit zum Tode (1969) Von Karl Löwith Der Tod ist nicht nur der Widerspruch zum Leben, sondern konstitu­tiv für … Mehr

Albrecht Grözinger über Eduard Thurneysen als Seelsorger (1996): „Noch auf dem Sterbebett (Thurneysen stirbt am 21.8.1974 in Basel) gel­ten seine letzten Worte, schon im Halbdunkel des na­henden Todes, der Serviererin im Café der Nachbarschaft, der er in einer schwierigen Situation als Seelsorger beistehen konnte. Auch dies ein Gleichnis von Macht und Ohnmacht unserer Seelsorge.“

Eduard Thurneysen Von Albrecht Grözinger I. Biographie Eduard Thurneysen wurde am 10. Juli 1888 in Walenstadt im Kanton St. Gallen … Mehr

Rudolf Bultmann, Am Sarge Hans von Sodens. Traueransprache zu 1. Korinther 4,1-4 (1945): „In einer Taufpredigt hat er vor Jahren einmal das rührende Vertrauen des kleinen Kindes so charakterisiert, dass man deutlich versteht: Er will damit indirekt das Vertrauen des Christen be­schreiben. Es ist ein Vertrauen, ‚das anmutet wie ein geheimes Wis­sen um eine höhere Macht und eine stärkere Liebe, als wir sie ihm bei aller Anstrengung, Hingabe und Zucht gewähren können, – wie eine stille Erinnerung an eine ewige Heimat, die ihm unverloren bleibt, während es seine Wanderung über die Erde antritt.’“

Am Sarge Hans von Sodens. Traueransprache zu 1. Korinther 4,1-4 Von Rudolf Bultmann Da verstirbt Hans von Soden am 2. … Mehr

Dietrich Korsch, Das Wort Gottes und die Musik bei Luther. Re-Lektüre von Luthers Rhau-Vorrede von 1538: „Wenn wir das Wirken des Wortes Gottes in Analogie zur Musik näher betrachten, stellen wir fest, dass es in der Mitte der menschlichen Seele einen inneren Wendepunkt gibt: Durch die Berührung mit dem Wort Gottes in ihrer unmittelbaren affektiven Existenz wird die Seele bewegt, sich auszudrücken. Das Ausdrucksmittel der Seele ist auch die Musik, aber die Musik erhält in diesem Moment ihren präzisesten Sinn: Sie dient als Ausdruck des Lobes des Herrn.“

Das Wort Gottes und die Musik bei Luther. Re-Lektüre von Luthers Rhau-Vorrede von 1538 Von Dietrich Korsch „Das Thema ist … Mehr

Wolf-Dieter Hauschild im Kirchlichen Jahrbuch 1976/77 zum Brief Tübinger Theologiestudenten an Günter Sonnenberg: „Dieser Brief signalisiert die Verwirrung der Geister, die in der ganzen Terrorismusdiskussion seit 1972 zutage trat, in exemplarischer Weise, weil er die prinzipielle Kritik an den gesellschaftlichen Strukturen, über deren Berechtigung im einzelnen gestritten werden muß, mit einer Unsicherheit in der Frage, welche politischen Kampfmittel gegen eine vermeintlich übermächtige Repression noch legitim sind, vermischt.“

Wolf-Dieter Hauschild im Kirchlichen Jahrbuch 1976/77 zum Brief Tübinger Theologiestudenten an Günter Sonnenberg: Nach dem Mord an Generalbundesanwalt Buback war … Mehr