Menschliche Wegbereitung passt nicht zu göttlicher Stärke. Warum der Wochenspruch für den 3. Sonntag im Advent Jesaja 40,3.10 aus der Lutherbibel 1912 geändert werden sollte: „Wo einer mit Macht und Stärke auf uns zukommt, muss diesem eben kein Weg geebnet werden. Vielmehr wäre der würdige Empfang im Sinne einer zuwendenden Umkehr adventlich zu bedenken. Straßenbauarbeiten sind jedenfalls im Advent unangebracht.“

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Karl Rahner, Gnade in den Abgründen (1962): „Wenn man ein Christ ist, hat man erst recht die Pflicht, sich über diesen Weihnachtszauber nichts vorzumachen. Denn ein Christ darf nicht ein Mensch sein, der mit frommen Sprüchen die erbärmliche Wirklichkeit des Menschenlebens zudeckt. Bei Gott nicht. Denn er hängt ja als Zeichen seines Glaubens ein Kreuz, einen Galgen, an dem ein Mensch angenagelt stirbt, an die Wände, die sein Dasein beengen. Und also kann für ihn Weihnachten auch nur den Anfang des Lebens bedeuten, das in dieser Welt an diesem Kreuz endet.“

Gnade in den Abgründen Von Karl Rahner Es ist kein Vergnügen, einen Leitartikel zu Weihnachten zu schreiben. Mit dem Lesen … Mehr

Friedrich Schleiermacher, Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch (1806 – in heutiger Rechtschreibung): „Sollen aber Feste sein und ist der erste Ursprung des Christentums für etwas Großes und Wichtiges zu achten, so kann niemand leugnen, dass dieses Fest der Weihnacht ein bewundernswürdiges Fest ist; so vollkommen erreicht es seinen Zweck und unter so schwierigen Bedingungen. Denn wenn man sagen wollte, dieses Andenken werde weit mehr durch die Schrift erhalten und durch den Unterricht im Christentum überhaupt als durch das Fest, so möchte ich dieses leugnen. Nämlich wir Gebildeten, zwar, so meine ich, hätten vielleicht an jenem genug, keineswegs aber der große Haufen des ungebildeten Volkes.“

Im Jahre 1806 veröffentlichte Friedrich Schleiermacher (1768-1834), damals noch Professor in Halle, „Die Weihnachtsfeier. Ein Gespräch“: Eine junge Familie hat … Mehr

Martin Buber, Die Führungskraft der Schrift (1955): „Die biblische Lehre trägt oft ihr Höchstes nicht vor, sondern lässt es sich auftun, – nicht durch Kryptologie und Allegorese, sondern durch diese jedem unbefangen aufmerksamen Hörleser er­kennbaren von Stelle zu Stelle geschlagenen Bogen bedeutsamer Wieder­holung.“

Die Führungskraft der Schrift Von Martin Buber Worin ruht die Führungskraft der Schrift für den heutigen Menschen? Seine eigentliche Not … Mehr

Hans von Soden, „Was ist Wahrheit?“ Vom geschichtlichen Begriff der Wahrheit (1927): „Wenn im Alten Testament immer wieder von Gott ausgesagt wird, dass er Wahrheit tue, wirke, bringe, so ist unter der Wahrheit Gottes zunächst nicht verstanden, dass er wirklich, tatsächlich Gott ist, also das ist, wofür er gehalten, und nicht irrig dafür gehalten wird, sondern dass er erfüllt, was man von ihm als Gott, weil er Gott ist, erwartet, dass er sich als mächtig, gütig, gerecht erweist, dass er die Zukunft bestimmt.“

„Was ist Wahrheit?“ Vom geschichtlichen Begriff der Wahrheit Von Hans Freiherr von Soden In einem Buch, das vor einigen Jahren … Mehr

Martin Luther, An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen: „Lasst uns das gesagt sein, dass wir das Evangelium nicht recht erhalten werden ohne die Sprachen. Die Sprachen sind die Scheiden, worin dieses Messer des Geistes steckt. Sie sind der Schrein, worin man dieses Kleinod trägt. Sie sind das Gefäß, worin man diesen Trank fasst. Sie sind die Kammer, worin diese Speise liegt. Und wie das Evangelium es zeigt, sie sind die Körbe, in denen man diese Brote und Fische und Brocken aufbewahrt.“

An die Ratsherren aller Städten deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen (1524) Von Martin Luther Gnade … Mehr

Hans Joachim Iwand, Adventspredigt über Lukas 21,25-36 (1940): „Jesus sieht uns wie Gefangene und die Welt als unseren Kerker. Gefangene des Todes, Gefangene der Sünde sind wir immer noch. Jesus sagt: Wenn die Mauern eures Gefängnisses Risse bekommen, wenn gewaltige Stütze das Fundament erschüttern, dann gerade richtet euch auf, dann erhebt eure Häupter, denn dann tagt der Morgen der Befreiung. Die Hand, die von außen her so gewaltige Schläge gegen das Gemäuer führt, ist Gottes Hand. Die fürchterlichen Einschläge sind seine Zeichen. Weil euch Gott nicht vergessen hat, darum geschieht dies alles.“

Predigt über Lukas 21,25-36 (2. Advent) Von Hans Joachim Iwand Liebe Gemeinde! „Alsdann“ heißt es in diesem Text, der die … Mehr