Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis – Teil 7: „Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Einführung in das Apostolische Glaubensbekenntnis Teil 7: „Ich glaube an Jesus Christus, aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“

Wenn wir den Namen „Jesus“ hören, kommen uns Orte wie Bethlehem, Nazareth, Kapernaum und Jerusalem in den Sinn, also Orte, an denen Jesus gelebt und gewirkt hat. Wenn es nun im Glaubensbekenntnis über den Auferstandenen heißt „aufgefahren in den Himmel“, ist damit kein Raumfahrtunternehmen angesprochen. Vielmehr ist der für uns entscheidende Ortswechsel vollzogen: Jesus Christus findet sich bei seinem Vater wieder. Der Himmel ist der göttliche Ort, der unsere Welt auf die Ewigkeit hin umgreift. Menschen an allen Orten der Erde und zu allen Zeiten stehen Jesus Christus gegenüber, der von sich selbst sagt: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ (Offenbarung 22,13)

„Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.“ Der den Tod entmachtet hat regiert, so wie wir es im Gottesdienst besingen: „Jesus Christus herrscht als König, / alles wird ihm untertänig, / alles legt ihm Gott zu Fuß. / Aller Zunge soll bekennen, / Jesus sei der Herr zu nennen, / dem man Ehre geben muss.“ (EG 123) Das ist der Trost, die Zuversicht unseres Glaubens. Hier auf unserer Erde findet sich kein Geschehen unter uns Menschen, das Christus nicht aufnehmen und heilen kann. Und es gibt auf unserer Erde auch keinen Herrscher, dessen unheilvolle Macht endgültig ist. Christus regiert über uns. Was auch immer auf uns zukommt, entgeht seinem Regiment nicht.

So hat der Schweizer Theologe Karl Barth (1886-1968) am Abend vor seinem Tod seinem alten Freund Eduard Thurneysen am Telefon folgendes Vermächtnis mitgegeben: „Ja, die Welt ist dunkel. … Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! – Es wird regiert!“ (Karl Kupisch, Karl Barth in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Reinbek 1971, S. 135)

Wenn es abschließend von Jesus Christus heißt „von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten“, dann hat die Gerechtigkeit ihre göttliche Zukunft. Was gegenwärtig in der Ukraine und auch an anderen Orten an grausamen Verbrechen gegenüber Menschen und Bevölkerungen geschieht bzw. geschehen ist, wird zum übergroßen Teil hier auf Erden ungesühnt bleiben. Es gibt keine menschliche Wiedergutmachung. Und dennoch werden Täter über ihre Opfer schlussendlich nicht triumphieren. Wir dürfen darauf vertrauen: Im Jüngsten Gericht richtet Jesus über Taten und Untaten aller Menschen. Kein Täter wird der göttlichen Gerechtigkeit entgehen, auch Wladimir Putin nicht.

Hier mein Text als pdf.

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