Max Horkheimers Notiz über Aufklärung und Religion: „Je weiter die Naturerkenntnis fortschreitet und je gerechter und durchsichtiger die Gesellschaft wird, so dass keine gesellschaftlich bedingten Unterschiede, kein gesellschaftlich bedingtes Leid den Finger Gottes als Erklärung fordern, desto weniger werden die Menschen der Religion bedürfen. Aber, so könnten sie erwidern, werden wir dann nicht der Religion bedürfen, weil wir doch sterben müssen und weil die Kreatur, die nichtmenschliche, durch die Natur und vor allem durch die unbarmherzige Menschheit leidet? Bedarf es nicht immer der Religion, weil die Erde, auch wenn die Gesellschaft in Ordnung wäre, das Grauen bleibt?“

Über Aufklärung und Religion (1959/60) Von Max Horkheimer Der Begriff von Göttern oder Gottes, so sagten die Aufklärer der Nationen, … Mehr

Jürgen Moltmann über Leiden und die Theodizee-Frage: „Wer in seinem Schmerz nach Gott schreit, der stimmt bewußt oder unbewußt in den Todes­schrei Jesu Christi ein: ‚Mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ Wer dies erkennt, der spürt sofort, daß Gott nicht jenes unerforschliche Gegenüber im Himmel ist, sondern in einem sehr persönlichen Sinne der menschliche Christus ist, der mit ihm schreit, und der einfühlende Geist, der in ihm ruft und für ihn rufen wird, wenn er selbst verstummt. Es ist der Trost des gekreuzigten Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des ewigen Geistes in die Abgründe unserer Leiden und in unsere Höllen des Bösen zu bringen.“

Leiden/Theodizee Von Jürgen Moltmann Die Gottesfrage ist mit der Erfahrung von Leiden zutiefst verbunden. Auf der einen Seite rufen Menschen … Mehr

Martin Luthers Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Weil es aber nun besser ist, dass man ein Kreuz hat, als dass man ohne Kreuz ist, soll sich niemand davor entsetzen oder erschrecken. Du hast ja eine gute, starke Verheißung, deren du dich trösten kannst, und das Evangelium kann auch nicht anders ans Licht kommen als durch und im Leiden und Kreuz.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passionsgeschichte … Mehr