Hermann Diem über die Zwei-Reiche-Lehre: „Der in seinem Amt allein gelassene und nicht durch Gottes Wort belehrte Politiker wird im­mer der Gefahr des Mißbrauches seiner Macht erlie­gen und sie in den Dienst irgendeines politischen Evange­liums stellen, wie Luther sagt: ‚Alle Könige und Fürsten, wenn sie der Natur und höchsten Weisheit folgen, müssen Gottes Feinde werden und sein Wort verfolgen.‘ Die Predigt hat aber dem Regenten nicht nur zu sagen, dass er in seinem Amt einen Gottes­dienst, sondern auch, wie er ihn auszuüben hat. Sie hat ihm kein ‚christliche‘ Staatsrecht zu liefern, sondern ihn in seiner Person zur Furcht Gottes im Sinn des ersten Gebotes anzuhalten. Er soll dem Wort Gottes nicht nur Raum geben, sondern es fördern und der Gottlosigkeit weh­ren, aber nicht selbst ins Predigt­amt greifen. Seinen Untertanen soll er nach dem Maß­stab der Liebe Christi dienen, vor Sorge und Vermessen­heit sich hüten und in alleinigem Vertrau­en auf Gott äußeren Frieden halten.“

Lehre von den zwei Reichen Von Hermann Diem Hermann Diems Lexikonartikel „Lehre von den zwei Reichen“ aus dem Evangelischen Soziallexikon … Mehr

Hermann Diem, Wider das Schweigen der Kirche zur Judenverfolgung. Offener Brief an Landesbischof D. Meiser (Osterbotschaft 1943): „Was uns treibt, ist zunächst das einfache Gebot der Nächstenliebe, wie es Jesus im Gleichnis vom barmherzigen Samariter ausgelegt und dabei ausdrücklich jede Einschränkung auf den Glaubens-, Rassen- oder Volksgenossen abgewehrt hat. Jeder „Nichtarier“, ob Jude oder Christ, ist heute in Deutschland der „unter die Mörder Gefallene“, und wir sind gefragt, ob wir ihm wie der Priester und Levit, oder wie der Samariter begegnen.“

Hermann Diem hatte für den Münchener Lemppschen Kreis um Ostern 1943 eine Denkschrift (Osterbotschaft Münchner Laien) entworfen, die als Grundlage … Mehr

Hermann Diem, Der Kampf der Bekennenden Kirche (1946): „Ob die Kirche eine Sekte wird, hängt weder von ihrer Größe ab noch von den ihr vom Staat verliehenen Rechten, sondern ob sie damit Ernst macht, dass Christus der Herr der ganzen Welt ist. Das muss sich daran zeigen, ob die Verkündigung der Kirche sich an alle Welt wendet und sich für das gesamte öffentliche Leben verantwortlich weiß. Unterlässt sie das und beschränkt sich auf die sogenannten »kirchlichen Kreise«, dann kann ihr der Staat noch soviel Rechte verleihen, und sie wird trotz allem keine Kirche, sondern nur eine staatlich privilegierte Groß­sekte sein. Sie kann umgekehrt den Herrschaftsanspruch Christi auf die Welt nicht glaubwürdig verkündigen, wenn sie selbst nur mit Hilfe der ihr vom Staat übertragenen Rechte leben zu können glaubt.“

Eine bestechende Diagnose der kirchlichen Situation während des Nationalsozialismus bietet das Rundfunkgespräch mit Hermann Diem (1900-1975), württembergischer Gemeindepfarrer und Vorsitzender … Mehr