Albrecht Goes, Genesis: „Es ist möglich, das große Erzählungswerk der Genesis zu lesen als die kühne Schrift der Rechtfertigung, als Botschaft des Stolzes in Israel; aber die eigentliche Herrlichkeit dieser Texte erschließt sich doch nur dem, der das Wort ›Segen‹ gehört und angenommen hat als Gottes Wort: ›Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein‹, und der so denn nicht die nationalen Triumphe zuerst feiert, sondern das unerschöpfliche und unauslöschliche Geschenk des Ewigen, gültig für die Zeiten: von Abraham bis zu Salomo in sei­nem Glanz, und weiter zu Jeremia, zur babylonischen Gefangen­schaft; neu aufleuchtend in Judas Makkabäus, und überdauernd auch die dürren Tage der Synagoge von Hannas und Kaiphas und die Jahrhunderte dann: segnend Jehuda Halevi, den Dichter Israels, und den erneuerten Ursprung in der Geschichte der Chassidim, ein Wander- und Leidvolk begleitend ins Getto von Warschau und in die Todeslager von Auschwitz und Majdanek, und weiter bis ›Erez Israel‹, Vertraute und Fremde gleichermaßen erinnernd an ihre wirklichste Wirklichkeit: dass sie – um dieses Segens wil­len – bleiben, was sie sind: Abrahams Kinder.“

Genesis (1956) Von Albrecht Goes Wer lange und immer von neuem unter großen, alten Bäumen sei­nes Weges zu gehen hat, … Mehr

Albrecht Goes, Die Kraft der Ohnmacht. Ein Wort zum Christfest 1961: „Wir haben – fern von dem unscheinbaren Jesus von Nazareth, aber verwirrenderweise auch in einer Art von selbsterdachtem Zusammenhang mit ihm – ein Tanzfest der Würden in Szene gesetzt, auf dem es hoch hergeht. Hinter welchem Pfeiler im Saal hat sich die wirkliche Würde – die Erinnerung an Adams Beseelung, uns zugut geschehen – versteckt, und auf welcher Vorplatztreppe kauert das große Erschrecken: ‚Herr, ich bin nicht würdig, dass Du unter mein Dach gehest?’“

Die Kraft der Ohnmacht. Ein Wort zum Christfest 1961 Von Albrecht Goes Über die Schwäche der Macht haben wir in … Mehr

Albrecht Goes über Paul Gerhardt: „Er hat seine Zeit und alle Zeit als Gotteszeit verstanden, den dunklen wie den hellen Tag; die Anfechtung in Leibesnot und in Gewissensnot: die Nacht der Angst und die Nacht des Todes, und eine Stunde, da sich ausweglose Armut vor ihm aufzutun schien, war ihm gerade recht, um seinen Anti-Melancholikus anzustimmen: „Warum sollt ich mich denn grämen?““

Paul Gerhardt Von Albrecht Goes Paulus Gerhardt: so hat er sich ein Leben lang unter­schrieben. und in einer Stunde besonderer … Mehr